Drama um DFB-Star ter Stegen droht sich schon bald zu wiederholen
VonFlorian Puth
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Die Posse um DFB-Keeper Marc-André ter Stegen beim FC Barcelona scheint einfach nicht enden zu wollen. Und selbst wenn, bahnt sich eine baldige Wiederholung an.
Barcelona – Der FC Barcelona und sein deutscher Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen stehen erneut im Mittelpunkt eines komplexen Registrierungsdramas in der spanischen La Liga. Nachdem ter Stegen der Weiterleitung seiner Krankendaten an die Liga zugestimmt hat, wurde seine Verletzung als Langzeitverletzung eingestuft. Dies ermöglicht es dem finanziell angeschlagenen Klub, 80 Prozent von ter Stegens Gehalt für die Registrierung neuer Spieler zu nutzen.
Der 33-jährige ter Stegen, dessen Vertrag noch bis zum Sommer 2028 läuft, soll deutlich mehr verdienen als sein designierter Nachfolger Joan García. Dieser wurde für rund 25 Millionen Euro als neue Nummer eins verpflichtet und soll nun von der Regelung dank ter Stegen profitieren. Doch die scheinbare Lösung könnte sich als kurzfristig erweisen. Droht sich das Drama um den DFB-Star zu wiederholen?
Jurist kündigt neues Ter-Stegen-Drama beim FC Barcelona an
Dr. Sven Wassmer, Jurist bei der Kanzlei Monero Meyer Abogados in Madrid, erklärt gegenüber Sport1: „Je nach Dauer der Verletzung von ter Stegen und dem Gehaltsunterschied zwischen beiden Spielern kann Joan García für eine bestimmte Zeitspanne als Ersatz für ter Stegen registriert werden.“
Die aktuelle Lösung birgt jedoch Risiken für die Zukunft. Wassmer warnt: „Wenn diese Ausnahmegenehmigung zur ersatzweisen Registrierung von Joan García ausläuft, ist dieser nicht mehr spielberechtigt.“ Dies bedeutet, dass Barcelona bei ter Stegens Rückkehr erneut vor einem Registrierungsproblem stehen könnte, insbesondere wenn der ehemalige Bundesliga-Keeper nur noch als Nummer drei eingeplant ist.
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Um die Situation zu verstehen, ist ein Blick auf die Registrierungsregeln der La Liga notwendig. Seit 2023 ist die Möglichkeit, Spieler bei der Liga zu registrieren, an strenge finanzielle Bedingungen gekoppelt. Unter dem Begriff „Financial Fairplay“ wird für jeden Verein eine individuelle Gehaltsobergrenze festgelegt, die sich am Vereinsbudget orientiert.
Überschreitet ein Klub diese Grenze, kann er keine neuen Akteure bei der Liga anmelden, und diese dürfen dann nicht spielen. Dies erklärt die verzweifelte Suche Barcelonas nach Lösungen, um neue Spieler wie García und Leihgabe Marcus Rashford registrieren zu können. Barcelonas Trainer Hansi Flick zeigt sich besorgt über die Situation.
Flick überrascht mit warmen Worten an DFB-Star ter Stegen
„Sie können sich vorstellen, dass ich darüber nicht glücklich bin“, sagte er vor dem Ligastart gegen RCD Mallorca. Gleichzeitig betont Flick die Wichtigkeit des zuletzt degradierten ter Stegen für das Team: „Das Wichtigste ist, dass wir gemeinsam darüber sprechen und dass er wieder auf seinem hohen Niveau spielen kann, das er viele Jahre lang gezeigt hat, denn er ist ein fantastischer Torhüter.“
Die Situation bleibt komplex und die Zukunft ungewiss. Barcelona muss nicht nur kurzfristig eine Lösung für die Registrierung neuer Spieler finden, sondern auch langfristig planen, um weitere finanzielle und sportliche Probleme zu vermeiden. Obwohl er sich zuvor klar gegen einen Wechsel positionierte, soll ter Stegen mittlerweile einem Transfer nicht abgeneigt sein.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Barcelona eine dauerhafte Lösung für seine Registrierungsprobleme finden kann und wie sich die Situation für Marc-André ter Stegen in Zukunft entwickeln wird. Eines ist klar: Das Transfer- und Registrierungsdrama beim FC Barcelona ist noch lange nicht vorbei. (fpt)