Verletzung von ter Stegen nach Barça-Disput bringt Katalanen Millionen-Vorteil
VonSebastian Isbaner
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Inmitten des Streits mit dem FC Barcelona wurde Kapitän Marc-Andre ter Stegen zum Langzeit-Verletzten erklärt – was Chancen für seine Rivalen schafft.
Barcelona – Im Streit zwischen DFB-Torwart Marc-Andre ter Stegen und dem amtierenden spanischen Meister ist nun eine Entscheidung gefallen. Wie der FC Barcelona Mittwochabend bekannt gab, stuft die La Liga die Verletzung des 33-Jährigen nach Erfüllung der Kriterien nun als eine Langzeitverletzung ein.
Ter Stegen musste sich im Juli einer erneuten Rückenoperation unterziehen. Nachdem er auf Social Media von einer Ausfallzeit von drei Monaten gesprochen hatte, verweigerte er schließlich dem FC Barcelona den Einblick in seine medizinischen Unterlagen. Ab einer Verletzungspause von vier Monaten kann ein Spieler in der spanischen Liga nämlich als Langzeitverletzter tituliert werden. Das erlaubt dem Verein, das Gehalt des Verletzten um bis zu 80 Prozent zu kürzen.
FC Barcelona leitet Disziplinarverfahren in der Causa ter Stegen ein
Mit dieser Aussicht leiteten die Katalanen daraufhin ein Disziplinarverfahren gegen den Ex-Gladbacher ein. Dazu entzog der FCB seinem Keeper die Kapitänsbinde. Dieses Amt erhielt ter Stegen schließlich wieder zurück, als er schließlich doch einwilligte und seine Unterlagen für die Untersuchung durch die Liga einreichte. Diese könnte nun aber nicht nur finanziell Folgen für den 33-Jährigen haben.
Durch die Einstufung ter Stegens als Langzeitverletzter können sich die Katalanen nun eben 80 Prozent dessen Gehalts sparen. Nach Vorschrift der La Liga muss das Geld für sogenannte Salary-Fairplay-Zwecke eingesetzt werden. Darunter fällt auch das Registrieren neuer Spieler für den dieses Wochenende startenden Spielbetriebs in Spanien.
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Somit hat der finanziell geschwächte FC Barcelona nun die Chance, ausgerechnet ter Stegens Nachfolger für den Ligabetrieb anzumelden. Im Sommer verpflichteten die Katalanen rund um Trainer Hansi Flick das 24-jährige Torwarttalent Joan García vom Stadtrivalen Espanyol Barcelona für rund 25 Millionen Euro.
Ein herber Rückschlag für ter Stegen, der seit elf Jahren beim FC Barcelona nun seinen bereits wackelnden Stammplatz wahrscheinlich endgültig abtreten muss. Auch für den DFB kann diese Meldung folgen haben. Denn auch mit Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika sehen die Karten für ter Stegen nicht günstig aus.
Mit Verlust des Stammplatzes in Barcelona und einer andauernden Ausfallzeit bis vermutlich Ende des Jahres fehlen dem 33-Jährigen die Aussichten auf Spielzeit, um sich für den DFB-Kader von Julian Nagelsmann als erster Torhüter zu qualifizieren. Seit des Rücktritts von Manuel Neuer wurde ter Stegen erstmals als Stammkeeper beim DFB gelistet. Nun droht dem Champions-League-Sieger von 2015 bei einem weiteren großen Turnier nur die Reservisten-Rolle. (seb)