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Der VfB Stuttgart wird sich bald mit der Zukunft von Sebastian Hoeneß befassen müssen. Ist die Sorge um den Coach im Anmarsch?
Stuttgart – Sebastian Hoeneß ist zweifelsohne das Gesicht der jüngsten Erfolge des VfB Stuttgart. Das stellt der Cheftrainer in dieser Saison erneut unter Beweis.
Wagt der BVB im Sommer einen Versuch bei Hoeneß?
Nach seiner Anstellung im April 2023 führte Hoeneß die Schwaben zum Klassenerhalt und anschließend zur Vizemeisterschaft. Vor dem Auftakt der laufenden Spielzeit verlor Stuttgart mit Hiroki Ito, Waldemar Anton und Serhou Guirassy drei Stammspieler, doch angesichts des vierten Tabellenplatzes in der Bundesliga ist die Mannschaft erneut auf Kurs und in der Champions League sind die Play-offs für das Achtelfinale möglich.
Da kommt es den Stuttgartern mutmaßlich ungelegen, dass Borussia Dortmund am Mittwoch die Trennung von Nuri Şahin vollzogen hat. Der BVB könnte sich für eine Interimslösung bis Saisonende entscheiden und dann einen Abwerbeversuch bei Hoeneß wagen. Ähnlich gingen die Verantwortlichen 2017 und 2020 vor, als Peter Bosz und Lucien Favre ihre Koffer packen mussten.
Während Peter Stöger 2017 das Vertrauen bis Saisonende erhielt, fädelte der BVB die Verpflichtung von Favre ein, der nach seiner Entlassung von Edin Terzić beerbt wurde – ehe Dortmund die Ausstiegsklausel für Marco Rose aktivierte, der seinerzeit mit Borussia Mönchengladbach ins Achtelfinale der Königsklasse einzog.
Wohlgemuth reagiert auf Hoeneß-Gerüchte
Darüber hinaus wird sich Bayer Leverkusen früher oder später auf den Abschied von Xabi Alonso vorbereiten müssen, der Carlo Ancelotti eines Tages bei Real Madrid beerben könnte. Dass Hoeneß als Nachfolgekandidat infrage kommt, wird seit Monaten berichtet und erscheint bei einem Blick auf seine Bilanz in Stuttgart mehr als nachvollziehbar: In 79 Spielen verbuchte Hoeneß 47 Siege und erreichte angesichts von 14 Unentschieden und 18 Niederlagen einen Durchschnitt von 1,96 Punkten pro Spiel.
Die VfB-Verantwortlichen gehen jedoch gelassen mit den Spekulationen um, obwohl Hoeneß eine Ausstiegsklausel besitzt. „Sein größtes Bekenntnis ist seine tägliche Arbeit mit der Mannschaft. Ganz sicher sind es keine Medienberichte, die das mögliche Interesse anderer Clubs widerspiegeln, die uns an diesem Bekenntnis zweifeln lassen“, lässt sich Sportvorstand Fabian Wohlgemuth von den Stuttgarter Nachrichten zitieren. Hoeneß leiste am Neckar „herausragende Arbeit“, daher sei es „wenig überraschend, dass Sebastian für viele Topclubs eine theoretische Option ist.“
Da der Coach mehrfach betont hat, beim VfB etwas aufbauen zu wollen, wirkt die Gelassenheit nachvollziehbar. Zumal Vater Dieter Hoeneß im Mai 2024 im Sport1-Doppelpass erklärte, die Klausel sei dazu gedacht, um bei Verfehlungen auf Managementebene einen Wechsel vollziehen zu können: „Da geht es nicht darum, ob es irgendwo anders mehr Geld gibt. Sondern darum, ob die Herausforderungen geschaffen werden, um erfolgreich arbeiten zu können.“ Arbeitet Wohlgemuth so erfolgreich weiter wie bisher, deutet die Tendenz somit auf eine längerfristige Zusammenarbeit mit Hoeneß hin.
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