Deutschlands Schwachstelle bei der Frauen-WM: Nächster Rückschlag droht
VonChristoph Klaucke
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Deutschland kämpft vor dem wichtigen Spiel gegen Kolumbien bei der Frauen-WM mit Verletzungssorgen. Nach dem nächsten Ausfall drückt vor allem hinten links der Schuh.
Wyong – Bittere Nachrichten für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft: Zwei Tage vor dem richtungsweisenden zweiten Gruppenspiel gegen Kolumbien hat sich Linksverteidigerin Felicitas Rauch verletzt und fällt laut DFB-Angaben „erstmal auf unbestimmte Zeit“ aus. Ihre Vertreterin fehlt in Australien mit einem Kreuzbandriss. Die linke Abwehrseite könnte sich für Deutschland bei der Frauen-WM als Achillesferse herausstellen.
Felicitas Rauch
Geboren:
30. April 1996 (Alter 27 Jahre), Hann. Münden
Verein:
VfL Wolfsburg
Position:
Linksverteidigerin
Länderspiele:
34
Verletzungsschock im DFB-Team: Felicitas Rauch fällt aus
Felicitas Rauch erlitt im Training am Freitagvormittag eine Verstauchung des rechten Kniegelenkes. Ob die 27-Jährige im weiteren Turnierverlauf wieder zur Verfügung stehen wird, blieb offen. Rauch hatte beim 6:0-Sieg zum WM-Auftakt gegen Marokko in der Startelf gestanden und war nach 89 Minuten ausgewechselt worden.
Allerdings ist die Frankfurterin auf der rechten Seite zu Hause. Rauch war im vergangenen Jahr EM-Zweite mit dem Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und hat bisher 34 Länderspiele bestritten.
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Deutschland beklagt bei Frauen-WM mehrere Ausfälle in der Abwehr
Wie lange Rauch genau ausfällt, blieb zunächst unklar. Fest steht: Die Defensive bleibt die DFB-Problemzone. Denn ein Einsatz von Abwehrchefin Marina Hegering ist nach einer Fersenprellung noch immer fraglich.
Zuvor hatte die Genesung von Oberdorf noch für Erleichterung im DFB-Team, das mit sechs Punkten im Optimalfall sogar das Achtelfinale klarmachen könnte, gesorgt. „Sie ist eine unglaublich starke Abräumerin vor der Kette, kann aber auch Bälle verteilen“, schwärmte Teamkollegin Sara Däbritz über ihre Mitstreiterin im zentralen Mittelfeld, die gegen Marokko nach einer Blessur am Oberschenkel noch geschont worden war: „Sie ist eine enorm wichtige Spielerin in unserem Kader.“
DFB-Abwehr wird bei Frauen-WM gegen Kolumbien auf die Probe gestellt
„Es wird ein Spiel wie für Lena Oberdorf gemacht. Da kann sie sich voll reinwerfen“, meinte Rechtsverteidigerin Giulia Gwinn, die es nicht rechtzeitig zum Turnier nach auskuriertem Kreuzbandriss geschafft hat, als ZDF-Expertin. Der Sportliche Leiter der DFB-Nationalteams, Joti Chatzialexiou, mahnte, die womöglich rustikale Gangart des Copa-America-Zweiten müsse der zweimalige Weltmeister annehmen: „Dann sollte man auch das Beinchen nicht zurückziehen, sondern hinhalten.“ Die verletzte Rauch kann dieser Forderung nun erstmal nicht mehr nachkommen. (ck/sid)