VonChristoph Klauckeschließen
Felix Neureuther wird als einer der herausragendsten Slalomfahrer aller Zeiten angesehen. Aber am Anfang seiner Laufbahn durchlebt der frühere Skirennläufer einen peinlichen Augenblick.
Kranjska Gora – Aller Anfang ist schwer …
Selbst die besten ihres Fachs starten mit Anlaufschwierigkeiten, so erging es einst auch Felix Neureuther zu Beginn seiner beeindruckenden Karriere als Skirennläufer. Heute blickt der einstige Slalom-Spezialist auf fünf WM-Medaillen und 13 Weltcup-Siege in Einzelrennen zurück, damit ist er Deutschlands erfolgreichster männlicher Skifahrer der Geschichte. Das Talent wurde ihm als Sohn der Ski-Ikone Rosi Mittermaier und Christian Neureuther in die Wiege gelegt, doch schon im ersten Rennen als Profi erlebte er seinen peinlichsten Moment im Ski-Zirkus.
Felix Neureuther spricht im Wintersport-Podcast über seinen peinlichsten Moment
Felix Neureuther feierte am 4. Januar 2003 sein Weltcup-Debüt im slowenischen Kranjska Gora. Der 41-Jährige wird diesen Riesenslalom wohl nie mehr vergessen. Auf die Frage von ARD-Moderatorin Julia Kleine nach seinem peinlichsten Moment der Karriere musste Neureuther kurz überlegen, doch dann erinnerte sich der ehemalige Weltklasse-Skifahrer wieder ganz klar.
„Bei meinem allerersten Weltcup-Rennen in Kranjska Gora, ich war 18 Jahre alt. Dann bin ich da am Start gestanden und vorletzte Startnummer, letzte Startnummer hatte Georgiew aus Bulgarien“, sagte der Sportschau-Experte im Wintersport-Podcast. „Und damals war Günter Hujara Renndirektor und es war ein relativ straffer Zeitplan. Die Besichtigung zum zweiten Durchgang war sehr knapp nach dem letzten Läufer angesetzt.“ Dann passierte das folgenschwere Malheur.
„Du Vollidiot“: Felix Neureuther verrät seinen peinlichsten Ski-Moment – ARD-Moderatorin lacht sich schlapp
„Ich fahre genau vier oder fünf Tore und ich mache einen Abflug und räume komplett den Fangzaun nieder“, schildert Neureuther die Szene, die den Renndirektor auf die Palme brachte. „Ich hänge dann in diesem Netz drinnen und höre nur oben Günter Hujara runterschreien, weil der ist am Start gestanden: ‚Neureuther, du Vollidiot.‘“ ARD-Moderatorin Kleine lachte sich während Neureuthers Ausführungen schlapp.
„Es war wegen mir dann Startstopp, dass Georgi Georgiew da noch runterfahren kann. Die Besichtigung für den zweiten Durchgang ist wegen mir insgesamt 15 Minuten nach hinten verlegt worden. Der Start für den zweiten Durchgang ist fünf Minuten später gewesen und wenn man weiß, was da alles dranhängt, an Fernsehzeiten und so weiter“, erklärt Neureuther, der auch über eine brenzlige Situation als ARD-Kommentator spricht.
Vier Kinder, eine Künstlerin als Schwester – seltene Bilder des Neureuther-Clans




„War peinlich“: Neureuther versteckt sich aus Scham vor Ski-Elite
„Das muss ich sagen, das war relativ peinlich, wo die mich dann da wieder aus dem Netz herausgezogen und wieder aufgerichtet haben, dass der komplette Weltcup-Tross wegen mir den zweiten Durchgang verspätet angehen musste“, erinnert sich Neureuther mit Schrecken. „Und dann bist du da runtergekommen und dann stehen da Bode Miller, Hermann Maier, Stephan Eberharter, damals ist glaube ich noch Lasse Kjus usw. gefahren. Also die ganzen großen Alten, vor denen ich einen unfassbaren Respekt hatte, Daron Rahlves, Kalle Palander und wie sie alle hießen, Benni Raich. Das war dann peinlich, muss ich sagen.“ Neureuther hat sich im Anschluss aus Scham rar gemacht, wie er zugibt.
„Ich habe dann ehrlich gesagt oben noch ein bisschen gewartet, bis die ganzen anderen da unten weggefahren sind. Die anderen Trainer haben dann natürlich auch alle gelacht und den Kopf geschüttelt, weil da irgend so ein junger Deutscher völlig übermotiviert in diesen riesen ersten Starthang da reingebrannt ist und einen kapitalen Abflug gemacht hat“, erzählt das einstige Ski-Ass. „Das war mein erster Eindruck im Ski-Weltcup für die Athleten und die Coaches, hat gut angefangen.“ Einige Jahre später, als Neureuther seinen ersten Sieg im Ski-Weltcup feierte, hatte Mama Rosi ganz andere Sorgen.
Felix Neureuther wird als „Vollidiot“ abgestempelt – Freundschaft hält bis heute
Das Verhältnis zu Günter Hujara, der nach seiner Tätigkeit als DSV-Trainer von 1993 bis 2014 Renndirektor war, sollte dieser Sturz jedoch nicht nachhaltig belasten – ganz im Gegenteil.
„Neureuther, du Vollidiot, das werde ich nie vergessen. Ich liebe den ‚Huj‘ bis heute, ein unfassbar guter Typ Mensch. Er hatte den Laden als Renndirektor extrem gut im Griff, er ist immer noch ein guter Freund“, schwärmt Neureuther. Und die Zeiten haben sich längst geändert. Heutzutage rufen die Leute: „Du Wahnsinns-Typ“, eine deutsche Sport-Ikone ehrte Felix Neureuther. (ck)
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