Er spricht von „Glücksmomenten“

Als Felix Neureuther seinen ersten Sieg im Ski-Weltcup feiert, hat Mama Rosi ganz andere Sorgen

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Rosi Mittermaier kümmerte sich nach Felix Neureuthers Weltcup-Debüterfolg um dessen Wohl. Das irritierte ihn zwar. Doch der Moment war sehr schön.

München/Kitzbühel – Ex-Ski-Star Felix Neureuther feierte während seiner aktiven Laufbahn überragende 13 Weltcup-Rennsiege. Doch der wohl emotionalste Erfolg bleibt sein erster. Am 24. Januar 2010 triumphierte der damals 25-Jährige im Slalom auf dem legendären Ganslernhang in Kitzbühel. Auch seine Eltern, Christian Neureuther und Rosi Mittermaier, schauten ihm zu. Doch seine inzwischen verstorbene Mutter Rosi machte sich mehr Gedanken um das unpassende Schuhwerk ihres Sohnes als um das Rennen.

Als Felix Neureuther seinen ersten Sieg im Ski-Weltcup feiert, hat Mama Rosi ganz andere Sorgen

Neureuther war im Podcast „Mensch, Büchel“ des ehemaligen Skirennfahrers Marco Büchel zu Gast. Darin sprach er unter anderem über seinen ersten Weltcupsieg am Hahnenkamm in Kitzbühel. Nach dem Rennen habe sich ein „Riesen-Tohowabohu“ gebildet, schilderte der heute 40-jährige Garmisch-Partenkirchener, der das Leben mit seiner Miriam genießt. Neureuther wollte damals in das VIP-Zelt an der Anlage gehen, um sich bei seinem Team für dessen „tollen Job“ zu bedanken.

„Und auf dem Weg zum VIP-Welt treffe ich meine Eltern“, berichtete der dreifache Familienvater. „Und ich hatte meinen Vater schon gesehen, aber meine Mama noch nicht. Ich hatte Turnschuhe an. Ich denke mir, jetzt nimmt sie mich in den Arm“, sagte Neureuther, dessen Mutter jedoch ganz andere Sorgen hatte: „Aber dann schaut sie mich an und sagt: ‚Mei, hätt‘st koane g‘scheiden Schuach anziehen können? Du wirst doch krank, Bua!‘“, schmunzelte der einstige Weltklasse-Skirennläufer.

Felix Neureuthers (r.) verstorbene Mutter, Rosi Mittermaier (l.), sorgte sich nach Rennen ihres Sohnes vor allem um dessen Gesundheit.

„Schönster Moment“: Felix Neureuther beschreibt Ski-Weltcup-Premierenerfolg

Seiner Mutter sei das Rennen „völlig egal“ gewesen, schmunzelte Neureuther. Das Wohl ihres Sohnes sei für „Gold-Rosi“ von Belang gewesen, was ihr Sohn rückblickend auch schön fand. Mit Moderator Marco Büchel lachte er über den etwas skurrilen Moment.

Der Weltcup-Premierenerfolg in Kitzbühel sei „sicher der emotional schönste Moment“ seiner langen Karriere gewesen, so Neureuther. Er habe unmittelbar nach der Zieleinfahrt auch geweint. Der Augenblick sei auch deswegen „unfassbar“ gewesen, weil sein Vater dort 1979 gewonnen hatte und dann mitverfolgte, wie sein Sohn ebenfalls als Schnellster den Ganslernhang hinunterfuhr.

Diese Sport-Stars sind im Jahr 2023 verstorben

Auch in 2023 gingen zahlreiche Sportler von uns: unter ihnen u. a. Rosi Mittermaier, Tim Lobinger und René Weller.
Auch in 2023 gingen zahlreiche Sportler von uns: unter ihnen u. a. Rosi Mittermaier, Tim Lobinger und René Weller. © IMAGO / APress / Sven Simon
Die deutsche Ski-Legende Rosi Mittermaier verstarb am 4. Januar im Alter von 72 Jahren.
Die deutsche Ski-Legende Rosi Mittermaier verstarb am 4. Januar im Alter von 72 Jahren. © IMAGO / Future Image
Die ehemalige Skirennläuferin Elena Fanchini verstarb am 8. Februar im Alter von nur 37 Jahren. Die Italienerin erlag an Krebsleiden.
Die ehemalige Skirennläuferin Elena Fanchini verstarb am 8. Februar im Alter von nur 37 Jahren. Die Italienerin erlag an Krebsleiden. © imago sportfotodienst
Tim Lobinger war einer der erfolgreichsten deutschen Stabhochspringer. 2017 wurde bei ihm Leukämie diagnostiziert. Am 16. Februar verstarb er mit 50 Jahren schließlich an der Krankheit.
Tim Lobinger war einer der erfolgreichsten deutschen Stabhochspringer. 2017 wurde bei ihm Leukämie diagnostiziert. Am 16. Februar verstarb er mit 50 Jahren schließlich an der Krankheit. © IMAGO / Chai v.d. Laage
Just Fontaine gehörte zu den größten Fußballern in Frankreich. Bei der WM 1958 erzielte er 13 Tore – bis heute Rekord. Im Alter von 79 Jahren verstarb er am 1. März.
Just Fontaine gehörte zu den größten Fußballern in Frankreich. Bei der WM 1958 erzielte er 13 Tore – bis heute Rekord. Im Alter von 79 Jahren verstarb er am 1. März. © IMAGO / PanoramiC
Der Radprofi Gino Mäder starb nach einem Sturz bei der Tour de Suisse am 16. Juni. Der Schweizer wurde nur 26 Jahre alt.
Der Radprofi Gino Mäder starb nach einem Sturz bei der Tour de Suisse am 16. Juni. Der Schweizer wurde nur 26 Jahre alt. © IMAGO / Manuel Stefan
Horst-Dieter Höttges ist mit 420 Bundesligaspielen Rekordfeldspieler von Werder Bremen. Mit Deutschland wurde der Abwehrspieler 1972 Europa- und 1974 Weltmeister. Am 22. Juni verstarb er im Alter von 79 Jahren.
Horst-Dieter Höttges ist mit 420 Bundesligaspielen Rekordfeldspieler von Werder Bremen. Mit Deutschland wurde der Abwehrspieler 1972 Europa- und 1974 Weltmeister. Am 22. Juni verstarb er im Alter von 79 Jahren. © IMAGO / Rust
René Weller wurde deutscher Meister und Europameister im Boxen. Im Alter von 72 Jahren verstarb er am 22. August in seinem Heimatort Pforzheim. Zuletzt litt Weller an Demenz.
René Weller wurde Deutscher Meister und Europameister im Boxen. Im Alter von 72 Jahren verstarb er am 22. August in seinem Heimatort Pforzheim. Zuletzt litt Weller an Demenz. © IMAGO/SVEN SIMON
Sir Bobby Charlton war wohl die größte Fußball-Legende Englands. Der Weltmeister von 1966 verstarb am 21. Oktober im Alter von 86 Jahren.
Sir Bobby Charlton war wohl die größte Fußball-Legende Englands. Der Weltmeister von 1966 verstarb am 21. Oktober im Alter von 86 Jahren. © IMAGO / Shutterstock
Jutta Müller war die wohl erfolgreichste Trainerin im Eiskunstlauf. Unter ihrer Regie wurde unter anderem Kati Witt Olympiasiegerin. Am 2. November verstarb sie im Alter von 94 Jahren.
Jutta Müller war die wohl erfolgreichste Trainerin im Eiskunstlauf. Unter ihrer Regie wurde unter anderem Kati Witt Olympiasiegerin. Am 2. November verstarb sie im Alter von 94 Jahren. © IMAGO / Christian Schroedter
Agyemang Diawusie (Jahn Regensburg) starb im November an plötzlichem Herztod.
Agyemang Diawusie war Fußballer beim SSV Jahn Regensburg. Am 28. November brach er auf dem Spielfeld zusammen und starb an plötzlichem Herztod. Er wurde nur 25 Jahre alt. © IMAGO/Maximilian Koch

Für Felix Neureuther gab es „keine bessere Mama“ als Rosi Mittermaier

Neureuther sprach hierbei von „Glücksmomenten, die dir unter die Haut gehen“. Auch der Tod seiner Mutter Rosi zu Beginn des vergangenen Jahres beschäftigt ihn emotional noch immer. „Rein menschlich gesehen hat es für mich keine bessere Mama gegeben“, hatte der Ex-Ski-Star kürzlich betont – wohl gerade wegen umsorgender Aktionen wie nach seinem Sieg in Kitzbühel.

Auch bei anderen Rennen habe sich „Gold-Rosi“ zwar über gute Resultate ihres Sohnes gefreut, „aber im Endeffekt war ihr der Sieg nicht wichtig“, schilderte der 40-Jährige. Das Entscheidende für seine Mutter sei gewesen, dass es dem Skirennfahrer und ihren Liebsten gut gehe. Sie fehle der Familie Neureuther nun „sehr“. (wuc)

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