VonChristoph Wutzschließen
Rosi Mittermaier kümmerte sich nach Felix Neureuthers Weltcup-Debüterfolg um dessen Wohl. Das irritierte ihn zwar. Doch der Moment war sehr schön.
München/Kitzbühel – Ex-Ski-Star Felix Neureuther feierte während seiner aktiven Laufbahn überragende 13 Weltcup-Rennsiege. Doch der wohl emotionalste Erfolg bleibt sein erster. Am 24. Januar 2010 triumphierte der damals 25-Jährige im Slalom auf dem legendären Ganslernhang in Kitzbühel. Auch seine Eltern, Christian Neureuther und Rosi Mittermaier, schauten ihm zu. Doch seine inzwischen verstorbene Mutter Rosi machte sich mehr Gedanken um das unpassende Schuhwerk ihres Sohnes als um das Rennen.
Als Felix Neureuther seinen ersten Sieg im Ski-Weltcup feiert, hat Mama Rosi ganz andere Sorgen
Neureuther war im Podcast „Mensch, Büchel“ des ehemaligen Skirennfahrers Marco Büchel zu Gast. Darin sprach er unter anderem über seinen ersten Weltcupsieg am Hahnenkamm in Kitzbühel. Nach dem Rennen habe sich ein „Riesen-Tohowabohu“ gebildet, schilderte der heute 40-jährige Garmisch-Partenkirchener, der das Leben mit seiner Miriam genießt. Neureuther wollte damals in das VIP-Zelt an der Anlage gehen, um sich bei seinem Team für dessen „tollen Job“ zu bedanken.
„Und auf dem Weg zum VIP-Welt treffe ich meine Eltern“, berichtete der dreifache Familienvater. „Und ich hatte meinen Vater schon gesehen, aber meine Mama noch nicht. Ich hatte Turnschuhe an. Ich denke mir, jetzt nimmt sie mich in den Arm“, sagte Neureuther, dessen Mutter jedoch ganz andere Sorgen hatte: „Aber dann schaut sie mich an und sagt: ‚Mei, hätt‘st koane g‘scheiden Schuach anziehen können? Du wirst doch krank, Bua!‘“, schmunzelte der einstige Weltklasse-Skirennläufer.
„Schönster Moment“: Felix Neureuther beschreibt Ski-Weltcup-Premierenerfolg
Seiner Mutter sei das Rennen „völlig egal“ gewesen, schmunzelte Neureuther. Das Wohl ihres Sohnes sei für „Gold-Rosi“ von Belang gewesen, was ihr Sohn rückblickend auch schön fand. Mit Moderator Marco Büchel lachte er über den etwas skurrilen Moment.
Der Weltcup-Premierenerfolg in Kitzbühel sei „sicher der emotional schönste Moment“ seiner langen Karriere gewesen, so Neureuther. Er habe unmittelbar nach der Zieleinfahrt auch geweint. Der Augenblick sei auch deswegen „unfassbar“ gewesen, weil sein Vater dort 1979 gewonnen hatte und dann mitverfolgte, wie sein Sohn ebenfalls als Schnellster den Ganslernhang hinunterfuhr.
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Für Felix Neureuther gab es „keine bessere Mama“ als Rosi Mittermaier
Neureuther sprach hierbei von „Glücksmomenten, die dir unter die Haut gehen“. Auch der Tod seiner Mutter Rosi zu Beginn des vergangenen Jahres beschäftigt ihn emotional noch immer. „Rein menschlich gesehen hat es für mich keine bessere Mama gegeben“, hatte der Ex-Ski-Star kürzlich betont – wohl gerade wegen umsorgender Aktionen wie nach seinem Sieg in Kitzbühel.
Auch bei anderen Rennen habe sich „Gold-Rosi“ zwar über gute Resultate ihres Sohnes gefreut, „aber im Endeffekt war ihr der Sieg nicht wichtig“, schilderte der 40-Jährige. Das Entscheidende für seine Mutter sei gewesen, dass es dem Skirennfahrer und ihren Liebsten gut gehe. Sie fehle der Familie Neureuther nun „sehr“. (wuc)
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