Sportvorstand mit Qualität gesucht

Eberl, Fritz und Co.: Wie viele Durchschnitts-Manager verträgt die Bundesliga?

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Der FC Bayern und Borussia Dortmund treten in Europa auf der Stelle. Liegt es auch am Manager? Michels Meinung blickt nach Frankfurt und Stuttgart.

München – Wer den Posten einen Managers bei einem Bundesliga-Klub ergattert hat, dem ist erstmal Respekt zu zollen.

Er hat dann meist im Fußball als Spieler oder Funktionär schon etwas geleistet und sich nochmal gegen viele Mitbewerber für den begehrten Posten durchgesetzt.

Doch kann es sein, dass in der Bundesliga (Spielplan) die Qualität der Manager trotzdem nachlässt?

Was muss Manager bei FC Bayern oder Borussia Dortmund auszeichnen?

Was zeichnet eigentlich einen guten Manager aus? Dass heutzutage ein Manager auch Sportdirektor oder Sportvorstand heißen kann, sei ausgeklammert.

Am wertvollsten und sichtbarsten wird die Qualität eines Managers, wenn er relativ unbekannte Spieler verpflichtet und diese sich zu Superstars entwickeln.

Natürlich soll er auch schon fertige Spieler zu einem passenden Preis-Leistungsverhältnis holen.

Insgesamt soll der Kader gut abgestimmt sein zwischen Routiniers und Talenten, der Teamgeist muss exzellent sein.

Spieler, die im Verein nicht funktionieren, sollen dagegen zu einem guten Preis verkauft werden.

Talente aus dem Klub müssen darüber hinaus Integration in die Profi-Mannschaft finden.

Die bedeutendste Entscheidung ist jedoch: Die Wahl des Trainers muss sitzen.

Für diese Aufgaben haben Manager mittlerweile extrem viele Helfer, sie heißen Kaderplaner, Scouts oder auch mal Teammanager. Doch wer hat zuletzt bei den großen deutschen Traditions-Klubs abgeliefert?

Max Eberl steht als Sportvorstand beim FC Bayern in der Kritik.

Max Eberl lässt sich von Stars vorführen

Sportvorstand Max Eberl wird beim FC Bayern im Grunde von allen Seiten vorgeführt. Vor allem die Stars, die ihren Vertrag zu goldenen Bezügen in München verlängert haben, werden ein Leben lang „Danke Max“ sagen.

Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl musste nun zweimal mit Borussia Dortmund extrem bangen, die Champions League zu erreichen. Spieler der Marke Erling Haaland sind auch keine mehr beim BVB zu finden.

Gladbachs Roland Virkus macht durchaus einen soliden Job, er hat den großen Traditionsklub nach dem Abgang von Max Eberl in schwieriger Phase übernommen und stabilisiert, aber er bringt die Fohlen nun wohl nicht mehr voran.

Bremens Clemens Fritz verkörpert Durchschnitt als Manager

Über Bremens Clemens Fritz bekommt man überregional wenig mit, außer man ließt die Deichstube.

Das ist aber kein Wunder, weil Fritz auf dem Transfermarkt selten einen Stich setzt. Oder hat er schon etliche Spieler teuer an den FC Bayern oder Borussia Dortmund verkauft, wie es früher bei Willy Lemke und Klaus Allofs Tradition hatte?

Werder-Geschäftsführer Clemens Fritz.

Krösche und Hellmann führen Eintracht Frankfurt zum Erfolg

Im Grunde ragen nur zwei Manager bei großen Traditionsklubs heraus, die beide einen extrem guten Partner an ihrer Seite haben: Bei Eintracht Frankfurt ist es Sportvorstand Markus Krösche, der gemeinsam mit Vorstandssprecher Axel Hellmann den Transfermarkt im positiven Sinne zerlegt.

Die erstmalige Qualifikation über die Bundesliga zur Champions League ist der verdiente Lohn. Der nächste 100-Millionen-Euro-Verkauf mit Hugo Ekitike steht womöglich bereit.

Vorstands-Duo hypt VfB Stuttgart

Und beim VfB Stuttgart hat Sportvorstand Fabian Wohlgemuth gemeinsam mit Vorstand Alex Wehrle den Klub von der Relegation in die Champions League geführt und nun zum DFB-Pokalsieg. Und ähnlich wie in Frankfurt kommt vielleicht bald ein Transferknaller zustande, wenn Nick Woltemade für rund 80 Millionen Euro zum FC Bayern wechselt.

Die Macher des VfB-Erfolgs feiern (l-r): Sportvorstand Fabian Wohlgemuth, Trainer Sebastian Hoeneß und Vorstandsboss Alexander Wehrle.

Woltemade ist übrigens jener Stürmer, der in Bremen aufgewachsen, aber bei Werder nicht weitergekommen ist. Womit der Unterschied zwischen Clemens Fritz und Fabian Wohlgemuth, zwischen Durchschnitt und Exzellenz wohl anschaulich herausgearbeitet ist.

Michels Meinung lautet deshalb: Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart werden weiter durchstarten, weil sie als Manager keinen Durchschnitt verpflichtet haben. Vielleicht kommen andere Klubs mal ins Grübeln und wollen sich auf dieser Position verbessern. Man hört beim FC Bayern schon die Krösche-Glocken läuten.

Rubriklistenbild: © Imago / Imagebroker / Collage: Canva

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