Zukunft weiter ungeklärt

Müller-Transfer wird zum Politikum: Jetzt schaltet sich die MLS ein

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Der Transfer von Thomas Müller in die nordamerikanische Major League Soccer nimmt eine ungewöhnliche Wendung.

München – Während sich Thomas Müller für einen Wechsel zu den Vancouver Whitecaps entschieden haben soll, blockiert ein Detail aus dem komplizierten MLS-Regelwerk aktuell den Vollzug. Laut BILD hat der Weltmeister von 2014 dem FC Bayern mitgeteilt, dass er zum kanadischen Klub wechseln möchte. Einen Wechsel zum MLS-Partnerverein des FC Bayern, Los Angeles FC, hat der 35-Jährige demnach bereits abgelehnt. Sein klares Ziel: Vancouver.

Doch der Klub ist nicht alleiniger Herr über die Entscheidung. Denn in der MLS existieren die sogenannten „Discovery Rights“, die bestimmten Vereinen Vorrechte bei Transfers von Spielern einräumen – auch wenn diese gar nicht im Kader stehen. In diesem Fall hält der FC Cincinnati die Rechte an Müller und fordert für deren Abgabe offenbar eine Summe von über 400.000 US-Dollar – umgerechnet rund 340.000 Euro.

Auf den Spuren von Pele und Beckenbauer – Thomas Müller wagt USA-Abenteuer

Wechselt Thomas Müller zum Los Angeles FC in die MLS?
Thomas Müller wechselt wohl in die USA und kann sich zwischen zwei Teams entscheiden: Entweder geht er zum LAFC oder zum FC Cincinnati. In den USA waren vor der Bayern-Ikone schon zahlreiche Spieler, die auch heute noch weltbekannt sind. © IMAGO/Heuler Andrey
Beckenbauer in New York.
Im Jahr 1977 wagte Franz Beckenbauer den Sprung in die USA. Damals spielte New York Cosmos in der North American Soccer League (NASL). Zusammen mit einer anderen Fußball-Legende wurde er dreifacher Meister und hinterher sogar in die National Soccer Hall of Fame aufgenommen. © IMAGO/SVEN SIMON
Pele in New York.
Einer von Beckenbauers Teamkollegen war kein Geringerer als Pele, der heute von vielen noch als der beste Fußballer aller Zeiten angesehen wird. Doch wie konnte der Coup gelingen? Das hatte vor allem mit seinem Vertrag zu tun. Denn auch nach seiner aktiven Zeit verdiente der Brasilianer durch einen auf 14 Jahre datierten PR-Vertrag.  © imago stock&people
Gerd Müller posiert mit einem Wimpel.
„Ich habe früher schon gesagt, dass ich nie in die USA gehen werde – und daran hat sich auch nichts geändert“, sagte Gerd Müller kurz vor seinem Wechsel über den großen Teich. Im März 1979 unterzeichnete er einen Vertrag bei den Fort Lauderdale Strikers. Auch hier soll das Geld den Bomber der Nation am Ende überzeugt haben. Noch heute ist Müller in der Region in bester Erinnerung geblieben. © imago sportfotodienst
Johann Cruyff im Training in den USA.
Der wohl größte niederländische Fußballer aller Zeiten folgte Ende der Siebziger auch dem Ruf des Geldes und wechselte erst zu den Los Angeles Aztecs und später zu den Washington Diplomats. In L.A. wurde avancierte er sogar zum Spieler des Jahres. Anschließend ließ er seine Karriere in Europa ausklingen. © imago sportfotodienst
Walter Zenga im Tor in New England.
Der dreimalige Welttorhüter Walter Zenga verließ Italien während seiner gesamten Karriere nie, bis er 1997 zu New England Revolution wechselte. Dort wurde es relativ ruhig um ihn und er ließ seine Karriere eher locker ausklingen.  © IMAGO
Lothar Matthäus In New York.
Den New York Metro Stars (heute New York Red Bulls) gelang im Jahr 2000 mit der Verpflichtung von Lothar Matthäus ein echter Coup. Sportlich war der Deutsche zwar nicht mehr auf dem aller höchsten Niveau, doch vor allem die Vorstellung, in dem der Europameister und Weltmeister sein Sprachtalent zur Schau stellte, bleiben bis heute in Erinnerung. © imago sportfotodienst
David Beckham wird in L.A. vorgestellt.
In den Medien wurde die MLS erst durch den Wechsel des wohl populärsten Fußball-Star der Welt wirklich relevant. Sechs Jahre lang schnürte David Beckham seine Fußball-Schuhe für L.A. Galaxy und war vor allem für einen Trend verantwortlich, den es in den Folge-Jahren öfter gegeben hatte. Da die Major League Soccer im Winter bis in den März pausierte, ließ sich der Engländer mehrmals für wenige Monate zum AC Mailand ausleihen. 2011 feierte in den USA dann sogar die Meisterschaft. © IMAGO/Andy Johnstone, pacificcoastnews / Avalon
Thierry Henry in New York.
Seit der Übernahme von Red Bull ist er der wohl größte Star, der bis heute bei den New York Red Bulls gespielt hat: Thierry Henry. Die französische Legende spielte von 2010 bis 2014 in der Metropole an der Ostküste und steuerte in 135 Pflichtspielen überragende 93 Scorerpunkte bei. Zwischendurch lief er noch einmal kurzzeitig für den FC Arsenal auf. © imago sportfotodienst
Thorsten Frings und Frank Rost in den USA.
Zwei Urgesteine von Werder Bremen wollten auch unbedingt nach Nordamerika. Frank Rost war von 2011 bis 2012 Teamkollege von Thierry Henry in New York, während Frings zwar nicht in die USA wechselte, mit Toronto allerdings trotzdem in der MLS spielte.  © imago sportfotodienst
Steven Gerrard in L.A.
Nach seinem tränenreichen Abschied beim FC Liverpool wollte Vereinsikone Steven Gerrard bei L.A. Galaxy zum Erfolg führen. Nach 18 Monaten beendete er seine aktive Laufbahn, ohne für große Furore zu sorgen und startete kurz danach seine Trainerkarriere auf der Insel. © IMAGO/Gary A. Vasquez
Andrea Pirlo in New York.
Andrea Pirlo war ein wahrer Maestro auf dem Fußballfeld, führte vor allem den AC Mailand und Juventus Turin zu zahlreichen Titeln, begann dann aber 2015 nochmal ein neues Abenteuer beim neu gegründeten Team New York City FC. Er war damit Teil eines wahren Star-Teams. © imago sportfotodienst
David Villa in New York.
Denn auch David Villa unterschrieb im selben Jahr in New York. Der spanische Weltklassenstürmer hatte zuvor aber nicht mal mehr in Europa gespielt, sondern lief in Australien für Melbourne City auf. In den USA zeigte er seinen Torriecher mit 80 Toren in 124 Spielen. Danach vollendete der Spanier seine Weltreise und wechselte nach Japan zu Vissel Kobe. © JOEL MARKLUND
Frank Lampard in New York.
Vor allem Chelsea-Fans wird die Zeit von Frank Lampard in den USA böse aufstoßen. Denn schon 2014 unterschrieb der Engländer beim New York City FC, obwohl die noch nicht mal den Spielbetrieb aufgenommen hatten. Also wechselte er zum anderen Klub der Eigentümergesellschaft – zu Manchester City. Viele Fans nehmen ihm den Wechsel bis heute übel. 2016 beendete er dann im Trikot der Amerikaner seine Laufbahn. © imago sportfotodienst
Kaka in Orlando.
Auch der ehemalige Weltfußballer Kaka hatte seine besten Zeiten schon hinter sich, als er sich dem Projekt Orlando City anschloss. Zwar konnte er 24 Pflichtspieltreffer in 75 Spielen erzielen, richtig erfolgreich war das Team allerdings nichtl. © Gerardo Mora
Schweinsteiger bei Chicago Fire.
Natürlich darf auch Bastian Schweinsteiger in dieser Liste nicht fehlen. Der Deutsche zeigte auch bei Chicago Fire seine Führungsqualitäten. Schweinsteiger wurde sogar teilweise in der Innenverteidigung eingesetzt, konnte sein Team allerdings nur in seiner Debüt-Saison in die Playoffs bringen.  © IMAGO/Aaron Doster
Zlatan Ibrahimovic im Trikot von L.A.
Zlatan Ibrahimović ist einer der wenigen Spieler, die eigentlich noch viel zu gut waren, um in die USA zu gehen. Trotzdem unterschrieb der Schwede 2018 bei L.A. Galaxy und hob die eher durchwachsenen Kalifornier auf ein anderes Level. In 58 Pflichtspielen erzielte er 53 Tore, konnte sich aber nicht mit einem Titel belohnen. Nach seiner Zeit in den USA zeigte er auch beim AC Mailand weiter starke Leistungen. © IMAGO/JAVIER ROJAS
Wayne Rooney bei DC United.
Wayne Rooney wechselte 2018 nach einer erfolgreichen Zeit auf der Insel zu D.C. United. Fans wird immer seine spektakuläre Vorlage nach einer Hammer-Grätsche gegen Orlando City im Kopf bleiben. United gewann in der 96. Minute mit 3:2. In den Playoffs war allerdings bereits in der ersten Runde gegen Columbus Crew im Elfmeterschießen Schluss. Rooney verschoss dabei seinen Elfer. © Olivier Douliery
Hany Mukhtar in Nashville.
Ex-Herthaner Hany Mukhtar würden eigentlich die Wenigsten hier erwarten. Doch der ehemalige U21-Nationalspieler wurde in der Saison 21/22 nicht nur bester Torschütze, sondern auch zum besten Spieler der Liga gewählt. In Nashville gehört der 30-Jährige bis heute zu den absoluten Leistungsträgern. © Kevin Langley via www.imago-images.de
Higuain bei Inter Miami.
Bevor Inter Miami zum spannendsten Projekt der MLS wurde, war bereits ein Welt-Star dort. Zwischen 2020 und 2022 spielte Ex-Real-Star Gonzalo Higuain für den Klub. In 68 Spielen erzielte er 29 Tore. © IMAGO/Rich Graessle/Icon Sportswire
Xherdan Shaqiri bei Chicago Fire.
Xherdan Shaqiri schwankte in seiner Karriere immer wieder zwischen Weltklasse und Kreisklasse. Vor allem beim FC Liverpool und bei großen Turnieren mit der Schweiz sorgte er für Furore. Nach 2 Jahren bei Chicago Fire ist er mittlerweile wieder zurück beim FC Basel. © IMAGO/Rich Graessle/Icon Sportswire
Roman Bürki bei Saint Louis City.
Bereits seit 2023 spielt Roman Bürki in den USA. Der Ex-Dortmund-Star ist Stammtorhüter bei St. Louis City und gehört seitdem zu den besten Keepern der Liga. © IMAGO/BILL GREENBLATT
Lionel Messi bei Inter Miami.
Neben Pele und Beckenbauer ist Messi der wohl größte Spieler, der je in die USA gewechselt ist. David Beckham hat mit seinem Projekt Inter Miami viel vor und verpflichtete ihn nicht nur, weil er immer noch überragend ist (38 Tore in 44 Spielen), sondern auch, weil er einige seiner Weggefährten nach Florida lockte. © IMAGO/Eduardo Carmim, Eduardo Carmim / SPP
Luis Suarez bei Inter Miami.
Zu den Bekanntesten gehört ganz sicher Luis Suarez. Der ehemalige Weltklasse-Stürmer, der allerdings immer wieder mit wilden Aktionen für viel Kritik sorgte, ist neben Messi der Offensiv-Star der Mannschaft auch er glänzt mit 22 Toren in 35 Pflichtspielen, seit er 2024 nach Miami gewechselt ist. © IMAGO/Kevin Schultz
Sergio Busquets bei Inter Miami.
Und dann ist da natürlich noch Sergio Busquets, das ehemalige heimliche Hirn vom FC Barcelona. Auf ihn ist immer Verlass, seine Passsicherheit ist immer noch herausragend und gemeinsam mit Messi, Suarez und Co. sorgt er dafür, dass Inter Miami ein ganz klarer Titelanwärter in dieser Saison ist. © IMAGO/Jose Breton
Jordi Alba bei Inter Miami.
Vierter und Letzter der ehemaligen Barça-Stars, die mittlerweile das Trikot von Inter Miami tragen, ist Jordi Alba. Der Linksverteidiger wechselte im Sommer 2023 ablösefrei vom FC Barcelona nach Miami, wo er Messi wie zu besten Zeiten die Tore auflegt. © IMAGO/Rich Graessle/Icon Sportswire
Hugo Lloris beim LAFC.
Zu diesen Anwärtern zählt auch der LAFC und das liegt auch am starken Rückhalt. Hugo Lloris, Weltmeister-Keeper von 2018, verließ Tottenham im Januar 2024 nach über 11 Jahren und lässt seine Karriere ruhig aber ambitioniert in Kalifornien ausklingen. © IMAGO/Matt Krohn
Olivier Giroud beim LAFC.
Auch bei einem ehemaligen Weltmeister dachte man, dass er in den USA seine letzten Schritte im Profi-Fußball geht. Doch nach einem Jahr beim LAFC verlässt Giroud Lloris und Co. und kehrt nach Frankreich zurück. Beim OSC Lille will er noch mal in Europa zeigen, was er draufhat. © IMAGO/Graham Hughes
Marco Reus bei L.A. Galaxy.
Und dann ist da natürlich noch Marco Reus. Die Ikone von Borussia Dortmund entschied sich 2024 zu einem Wechsel in die USA. Bei L.A. Galaxy läuft es für ihn persönlich sehr wechselhaft, doch in der letzten Saison feierte er mit dem Team den ersten Meistertitel seiner Karriere. © IMAGO/Ariana Ruiz

Bevorstehender Transfer: Müller und Vancouver müssen nur noch Details klären

Eine ungewöhnliche Situation, die nun die Führung der Liga selbst auf den Plan ruft. Nach Informationen der BILD hat sich die MLS eingeschaltet, um eine Einigung zwischen den Vereinen zu ermöglichen. Dem Bericht zufolge will man auf Liga-Ebene verhindern, dass ein Wechsel von Müllers Strahlkraft an internen Ablöseforderungen scheitert. Der Weltmeister gilt als potenzielles Aushängeschild der gesamten Liga – sein Wechsel genießt höchste Priorität. Die Gespräche zwischen MLS und Cincinnati laufen, um eine Lösung im Sinne aller Beteiligten zu finden. Vancouver soll auf eine für den Klub tragbare Ablösesumme hoffen dürfen.

Thomas Müller

Mit Müller selbst sind laut Bericht nur noch letzte vertragliche Details zu klären. Der Offensivspieler will in jedem Fall nach Kanada – angepeilt ist ein Vertrag bis Ende 2026. Eine Entscheidung könnte bereits in den kommenden Tagen fallen. Klar ist: Sollte der Transfer klappen, würde Thomas Müller als einer der größten europäischen Stars der letzten Jahre in die MLS wechseln – und damit für gewaltige Aufmerksamkeit sogen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)

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