Beinahe-Transfer nach Dortmund

Ein Tor kostete den BVB den Superstar der Klub-WM – aktueller Wert: 120 Millionen

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Cole Palmer hat die FIFA Klub-WM entschieden. Kaum zu glauben: Der 120-Millionen-Mann wollte eigentlich zum BVB, wurde jedoch zu seinem Glück gezwungen.

East Rutherford/Dortmund – Als Cole Palmer nach dem Finale der FIFA Klub-WM den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers aus den Händen von US-Präsident Donald Trump überreicht bekam – und der skandalumwobene Politiker sich auch noch zwischen die jubelnden Profis drängte – schaute der Mittelfeldspieler reichlich verdutzt.

Dabei war es die Krönung eines kometenhaften Aufstiegs. Für Fans des FC Chelsea ein Moment puren Glücks nach dem Überraschungserfolg gegen Paris Saint-Germain.

Für die Anhänger von Borussia Dortmund ist es der Ausgangspunkt eines faszinierenden Gedankenspiels: Der neue Superstar des englischen Fußballs hätte schließlich beinahe das schwarzgelbe Trikot getragen.

Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund

Gregor Kobel
Stammtorhüter Gregor Kobel hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und bleibt bis 2028 gesetzt. © IMAGO/Madeleine Fantini
Patrick Drewes
Patrick Drewes unterschrieb am 26. Juni 2025 seinen Vertrag beim BVB bis 2027 – als neue Nummer 3 hinter Gregor Kobel und Alexander Meyer. © IMAGO/RHR-FOTO
Silas Ostrzinski
Auch Silas Ostrzinski hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ist als zukünftige Nummer eins bei der U23 fest eingeplant. Sein Vertrag läuft bis 2027. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Alexander Meyer
Ersatztorwart Alexander Meyer steht seit 2022 beim BVB unter Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft am 30.06.2027 aus.  © IMAGO/Jess Stiles
Yan Couto
Der Brasilianer Yan Couto kam zunächst als Leihe vom Manchester City, ehe Dortmund frühzeitig die Kaufpflicht zog – sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2030. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Waldemar Anton
Waldemar Anton wechselte im Sommer 2024 von VfB Stuttgart zum BVB – Vertrag bis zum 30.06.2028. © IMAGO/Marco Bader
Nico Schlotterbeck
Abwehrchef Nico Schlotterbeck ist seit Sommer 2022 gesetzt in Dortmund – sein aktueller Vertrag läuft bis 2027, doch der BVB plant bereits eine vorzeitige Verlängerung bis 2030 inklusive einer Gehaltsverdopplung. © IMAGO/Revierfoto
Ramy Bensebaini
Der algerische Außenverteidiger Ramy Bensebaini kam 2023 ablösefrei und unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Niklas Süle
Niklas Süles Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026. Im März gab der Verein bekannt, dass sich die Wege im Sommer trennen werden.  © IMAGO/Marco Bader
Julian Ryerson
Der Norweger Julian Ryerson verlängerte ebenfalls vorzeitig seinen Vertrag bis 2028 und hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft etabliert. © IMAGO/Marco Bader
Almugera Kabar
Das BVB-Talent Almugera Kabar erhielt im Februar 2025 seinen ersten Profivertrag bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Filippo Mane
Der italienische Innenverteidiger Filippo Mane hat ebenfalls Anfang 2025, seinen ersten Profivertrag bis 2028 unterschrieben. © IMAGO/Katie Stratman
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat einen bis 2027 gültigen Kontrakt.
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat seinen bis 2027 gültigen Kontrakt langfristig verlängert. Über die genaue Laufzeit ist nichts bekannt. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO
Daniel Svensson
Der zunächst ausgeliehene Daniel Svensson kam Anfang Februar 2025 vom FC Nordsjælland – Dortmund zog frühzeitig die Kaufoption, sein Vertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2029. © IMAGO/Katie Stratman
Salih Özcan
Salih Özcan unterschrieb 2022 seinen Vierjahresvertrag bis 2026. Dieser wird nicht verlängert, sodass der türkische Nationalspieler den BVB im Sommer verlässt. © IMAGO/Hesham Elsherif
Felix Nmecha
Der Mittelfeldspieler Felix Nmecha kam 2023 für knapp 30 Mio.€ vom VfL Wolfsburg. Im März 2026 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2030. ©  IMAGO / Nicolo Campo
Julian Brandt
Julian Brandts Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026 – dann endet nach sieben Jahren seine Zeit beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Carney Chukwuemeka
Der Engländer Carney Chukwuemeka unterschrieb nach seiner Leihe vom FC Chelsea fest beim BVB. Er ist noch bis 2030 gebunden. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer wechselte 2023 vom FC Bayern nach Dortmund – sein Vertrag läuft regulär bis 2027, der BVB hat wohl vorerst keine Vertragsverlängerung geplant. © IMAGO/Marco Bader
Emre Can
Der Vertrag des Kapitäns läuft nach der Saison 2025/26 aus. Berichten zufolge verlängert er nach seiner schweren Kreuzbandverletzung allerdings um ein weiteres Jahr.  © IMAGO/Madeleine Fantini
Kjell Wätjen
Das Dortmunder Talent unterschrieb 2024 seinen ersten Profivertrag – für die Saison 2025/2026 wird der 19-Jährige, für die Spielpraxis an den VfL Bochum ausgeliehen. Sein BVB-Kontrakt läuft noch bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Jobe Bellingham
Der 19-jährige Jobe Bellingham unterzeichnete im Juni 2025 einen Fünfjahresvertrag bis 2030 und bereitet sich momentan bei der Klub-WM auf die Bundesliga-Saison 2025/26 vor. © IMAGO / Nicolo Campo
Karim Adeyemi
Karim Adeyemi wechselte im Sommer 2022 von RB Salzburg zum BVB – sein Vertrag läuft noch bis 2027. Immer wieder rankten sich Abgangsgerüchte um den Flügelspieler. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Maximilian Beier
Der 21-jährige Maximilian Beier wechselte im August 2024 von Hoffenheim zum BVB, nachdem er dort mit 16 Bundesligatoren glänzte – sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2029. © IMAGO/Marco Bader
Verlässt Serhou Guirassy den BVB?
Torjäger Serhou Guirassy kam im Juli 2024 vom VfB Stuttgart und lieferte seitdem bei den Borussen ab – sein Vertrag läuft noch bis 2028. ©  IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto
Julien Duranville
Julien Duranville ist noch bis 2028 an Dortmund gebunden. In der Rückrunde der Saison 2025/26 spielt er auf Leihbasis beim FC Basel. © IMAGO/Madeleine Fantini
Cole Campbell
Cole Campbell unterschrieb 2024 einen Profivertrag in Dortmund – sein Vertrag läuft noch bis 2028. Auch er ist 2025/26 ausgeliehen und verbringt die Rückrunde bei der TSG Hoffenheim. © IMAGO/Katie Stratman
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030.
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030. © IMAGO/Jordi Mergen

Die Geschichte von Palmers Fast-Wechsel zum BVB im Sommer 2023

Im Sommer 2023 waren die Vorzeichen für einen Transfer von Palmer zum BVB ideal. Der Verein hatte durch den Verkauf von Jude Bellingham ein prall gefülltes Konto und stand bei englischen Talenten dank der Erfolgsgeschichten von Jadon Sancho und Bellingham selbst an der Spitze der Wunschliste.

Dortmund war die logische nächste Stufe für Palmer, der bei Manchester City über den Talentstatus nicht hinauskam. Berichte über das Interesse des BVB konkretisierten sich schnell, wobei zunächst eine moderate Ablöse von rund 15 Millionen Euro oder eine Leihe über gleich zwei Jahre im Raum standen – durchaus klassische BVB-Modelle für ein Talent, das den Durchbruch suchte.

Cole Palmer schoss ein Tor, das alles veränderte

Die Dynamik des potenziellen Transfers kippte innerhalb weniger Tage im August 2023. Palmers Ausgleichstor für Man City im UEFA-Supercup gegen Sevilla war der Katalysator. Dieses Tor, noch dazu nach der schweren Verletzung von Kevin De Bruyne, zeigte seinen Wert auf der größten Bühne und veränderte die Haltung von Startrainer Pep Guardiola.

Plötzlich war eine Leihe vom Tisch. Guardiola stellte ein Ultimatum: Palmer bleibt oder wird teuer verkauft. Dabei verdoppelte sich die Preisforderung laut Medienberichten schlagartig auf über 30 Millionen Pfund. Das machte den Deal für den BVB wirtschaftlich unmöglich.

US-Präsident Donald Trump mischte sich unter die feiernden Profis des FC Chelsea nach dem Finale der FIFA Klub-WM.

Palmer hätte sich gerne zum BVB verleihen lassen

Bemerkenswert ist indes: Guardiola und Palmer widersprechen sich in ihrer Erzählung des Transfers deutlich. Der Katalane zeichnete später das Bild eines Spielers, der unbedingt wegwollte: „Er hat zwei Saisons lang darum gebeten, gehen zu dürfen“, erklärte der Trainer und fügte hinzu: „Ich sagte: Bleib. Er wollte gehen. Was können wir tun?!“

Palmer selbst betont, sein Plan sei nie ein permanenter Abschied gewesen. „Ich wollte einfach nur verliehen werden“, betonte Palmer in einem Interview. Über den Wechsel zu Chelsea sagte er sogar: „Ich wollte gar nicht zu Chelsea gehen. Ich wurde überredet.“ Wäre es nach Palmer gegangen, hätte sein Wechsel zum BVB also mit einiger Wahrscheinlichkeit geklappt.

Ein „Sliding Doors“-Moment für den BVB

Stattdessen musste sich der BVB zurückziehen. Chelsea hingegen nutzte das schier endlose Transferbudget und verpflichtete Palmer für eine Ablöse von anfänglich 40 Millionen Pfund. Das war viel Geld für ein Talent ohne große Spielpraxis bei Manchester City. Heute wirkt es wie ein Pappenstiel.

In seiner Debütsaison 2023/24 explodierte Palmer mit 22 Toren und 11 Vorlagen in der Premier League. In der mit der Klub-WM endgültig abgelaufenen Spielzeit 2024/25 bestätigte Palmer seine Weltklasse mit 17 Toren und 8 Vorlagen auf dem Weg zum kuriosen Double aus UEFA Conference League und FIFA Klub-WM.

Sein Marktwert wird heute auf 120 Millionen Euro geschätzt. Die Frage, was mit dieser Kreativität und Torgefahr beim BVB möglich gewesen wäre, bleibt ein faszinierendes „Was-wäre-wenn“-Szenario.

Vielleicht ist auch das eine Überlegung der Dortmunder Verantwortlichen, wenn es um einen potenziellen Transfer von James McAtee geht, der bei Man City wie einst Palmer nicht die erwünschten Spielanteile erhält.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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