Champions League am Dienstag

Eintracht Frankfurt vor dem Neapel-Duell: Eiszeit am Vesuv

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Brisantes Champions-League-Duell in Neapel: Die Eintracht bricht alle diplomatischen Beziehungen ab, muss aber vor allem sportlich wieder in die Spur kommen.

Frankfurt/Neapel – Am Fuße des Vesuvs herrscht Eiszeit. Und auch eine gewisse Leere. Wenn der Frankfurter Bundesligist am Dienstag (18.45 Uhr/DAZN) beim italienischen Vertreter SSC Neapel in der Champions League antritt, wird die Eintracht-Mannschaft nämlich so ziemlich auf sich alleine gestellt sein. Auf ihre Fans müssen die Hessen aufgrund eines Dekrets der Präfektur Napolis verzichten. Und auch das Team hinterm Team ist schmal aufgestellt.

Die Eintracht muss die Reise ins Stadio Diego Armando Maradona ohne Fans antreten – das will und wird sich der Klub nicht länger gefallen lassen.

Der einflussreiche Eintracht-Boss Axel Hellmann boykottiert die Reise ganz bewusst und demonstrativ, ein Zeichen, ein stiller Protest. Alle diplomatischen Beziehungen zwischen den Klubs sind eingestellt. Auch der obligatorische Empfang samt stilechtem Mittagessen zwischen den Abgeordneten der Vereine entfällt. Auf politischem Terrain bewegen sich die Temperaturen gefühlt rund um den Nullpunkt.

Frankfurt gegen Neapel: Die UEFA „hat auch die Schnauze voll“

Die Eintracht-Delegation vor Ort besteht aus Sportchef Markus Krösche sowie dem für Fanbelange zuständigen Vorstand Philipp Reschke. Schmalspuriger kann ein Programm vor einem großen Spiel in der Königsklasse nicht ausfallen. Mehr Sparflamme geht kaum. Die Eintracht ist ob des abermaligen Ausschlusses ihrer Fans (wie schon 2023) stinksauer.

Sie stört sich nicht nur an der dadurch entstehenden Wettbewerbsverzerrung, sondern auch an der Willkür, mit der die Behörden – in Abstimmung mit dem Klub, wie allseits vermutet – in einen hochpreisigen Wettbewerb eingreifen. Die Eintracht will sich das nicht länger gefallen lassen und bohrt bei der UEFA hinein ins dicke Brett, damit solchen Beschlüssen auf anderem Sektor begegnet werden kann.

Nicht nur Bayern-Youngster Karl: Die größten deutschen U17-Talente

Football : 2025 UEFA European Under-21 Championship qualification -France v Estonia
Während die Spieler des 2008er-Jahrgang bereits in der U19-Bundesliga spielen, ist dieser Jahrgang gleichzeitig auch für die U17-WM spielberechtigt. Auf diese Weise umgeht die FIFA die Gefahr, dass Spieler nicht an der U17-WM teilnehmen können, bloß, weil sie im falschen Jahr geboren wurden. Somit führt diese Liste auch Spieler auf, die Stand 29. Oktober 2025 bereits 17 Jahre alt sind. Der deutsche Talentepool aus diesen U17-Spielern ist immens. © IMAGO/ALLILI_MOURAD
Fussball 1.Bundesliga, Borussia Moenchengladbach - FC Bayern München
Der bekannteste und beste des 2008er-Jahrgangs ist Lennart Karl. Der Offensivmann des FC Bayern erhält regelmäßige Einsatzzeiten beim deutschen Rekordmeister und traf bereits sowohl in der Bundesliga als auch der Champions League. © IMAGO/Heiko Blatterspiel
GER, Bayern, Muenchen, FC Bayern Muenchen -  FC Bruegge, in der Allianz Arena, Muenchen, Champions League, 3. Spieltag, 22.10.25,
Auch Karls Teamkollege Wisdom Mike durfte bereits in der Bundesliga und der Champions League debütieren. Auch wenn der Außenstürmer noch nicht auf die Einsatzzeiten von Karl kommt, gilt auch Mike als großer Hoffnungsträger. © IMAGO/Michael Nibel
Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig
Stürmer Can Güner schoss die U17 von Borussia Mönchengladbach in der vergangenen Saison zur Meisterschaft. Neben dem DFB buhlen auch die Türkei und Argentinien um den Angreifer. Eigentlich entschied sich Güner für die DFB-Auswahl. Der er für die U17-WM allerdings nur auf Abruf nominiert wurde, entschloss er sich kurzerhand für die junge „Albiceleste“ aufzulaufen, die ihm einen festen Kaderplatz anboten. Eine endgültige Entscheidung ist bei einem der größten deutschen Sturmtalente wohl noch nicht gefallen. © IMAGO/Revierfoto
BV Borussia Dortmund U19 - 1. FSV Mainz 05 U19
Mussa Kaba ist auch durch seine Statur eine echte Erscheinung. Der 1,97-große Sechser spielt bereits mit 16 Jahren in der Regionalliga West für die Zweitvertretung des BVB und gilt als eines der größten Juwelen des Klubs. © IMAGO/Patrick Ahlborn
Eintracht Frankfurt - Galatasaray SK
Alexander Staff scheint eine eingebaute Torgarantie zu haben. Der Mittelstürmer von Eintracht Frankfurt trifft regelmäßig in der Youth League, der U19-Bundesliga und sämtlichen U-Nationalmannschaften des DFB. Als Belohnung gab es 2025 die goldene Fritz-Walter-Medaille als Auszeichnung für den besten Spieler des Jahrgangs 2008 – noch vor Bundesligaspieler Lennart Karl. © IMAGO/Joaquim Ferreira
Borussia Mönchengladbach U17 - RB Leipzig U17
Als Torhüternation hat Deutschland jährlich eine große Auswahl hochkarätiger Torwarttalente. Marcello Trippel von Borussia Mönchengladbach gilt das der beste Keeper seines Jahrgangs und spielt seit der U15 für die deutsche Juniorennationalmannschaft. © IMAGO/Fotografie73
Fussball U 17 WM - Vorbereitung Testspiel Oesterreich - Deutschland
Einen ähnlichen Werdegang beim DFB hat auch Ben Hawighorst von Bayer Leverkusen. Der Innenverteidiger gehört seit Jahren zum festen Stamm des Nationalkaders seines Jahrgangs und läuft regelmäßig als Kapitän auf. © IMAGO/Markus Ulmer
Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig
Neben ihm verteidigt beim DFB in der Regel Elias Vali Fard. Der Kapitän von Borussia Mönchengladbachs U19 gewann 2025 die Fritz-Walter-Medaille in Bronze. © IMAGO/Revierfoto
Berlin, Deutschland, 17.10.2025: Stadion Alte Försterei: 7. Spieltag, Saison 2025/26, 1. Fußball-Bundesliga: Union Berli
Als vergangener deutscher U17-Meister stellt Borussia Mönchengladbach eine Vielzahl vielversprechender Talente des 2008er Jahrgangs. Auch Wael Mohya gehörte zu diesem Team. Der offensive Mittelfeldmann durfte bereits im DFB-Pokal debütieren und entthronte damit Karlheinz Pflipsen als jüngster Gladbach-Profi in der langen Historie des Traditionsklubs. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
CALCIO
Wohin der Weg für Innenverteidiger Matteo Palma letztlich geht, ist noch unklar. Der gebürtige Berliner schloss sich bereits 2022 der Jugend des italienischen Traditionsvereins Udinese Calcio an. In der vergangenen Saison debütierte der Defensivmann für die Italiener. Nach Einsätzen für die italienische U15-Nationalmannschaft läuft Palma seit 2023 für die DFB-Junioren auf. Eine endgültige Verbandsentscheidung hat der vielversprechende Verteidiger aber noch nicht getroffen. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
AS Roma - Eintracht Frankfurt
Auch Eba Bekir Is ist eines der großen U17-Talente, die schon in einer A-Mannschaft ran durften. Der defensive Mittelfeldspieler ist der jüngste eingesetzte Spieler von Eintracht Frankfurt in der Europa League und gilt als großer Hoffnungsträger – für die SGE und den DFB. © IMAGO/HMB Media/Claus
Testspiel Hertha 03 - Hertha BSC 2025/26
Yunus Ünal von Hertha BSC bespielt als Linksverteidiger die Krisenposition des DFB in der letzten Dekade. Ob der Linksfuß dieses Problem eines Tages wirklich lösen kann, bleibt abzuwarten, zumal Ünal auch immer wieder auf den offensiven Außen eingesetzt wird. © IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch
Fussball 2.Bundesliga, Karlsruher SC - 1.FC Kaiserslautern
Ein Profi-Debüt im Derby kann nicht jeder Spieler in seiner Vita wissen – Eymen Laghrissi schon. Der Stürmer des Karlsruher SC wurde gegen Kaiserslautern eingewechselt und konnte sogar eine Torvorlage beisteuern. Die Offensivqualitäten des Angreifers sind vielversprechend. © IMAGO/Ralf Brueck
SSV Ulm 1846 Fußball vs FC Bayern Muenchen II - Friedly Match
2024 ging Gibson Adu für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag von Unterhaching zum FC Bayern. Es folgte eine Rückliehe und eine Leihgeschäft nach Österreich zu Altach. Der Stürmer hat eine große Veranlagung, hinkt gegen seine Teamkameraden Mike und Karl allerdings noch etwas zurück. © IMAGO/Harry Langer/DeFodi Images
3.Liga: Viktoria Köln - DSC Arminia Bielefeld; 13.04.2025
Der Weg von Daniel Richter führte den Außenstürmer von der Jugend von Arminia Bielefeld bis in die 2. Bundesliga. Auch wenn der Stammplatz noch auf sich warten lässt, gilt Richter als die Zukunft der Arminia. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Buriakov
GER, 3. Liga, SSV Ulm 1846 vs SSV Jahn Regensburg
Bereits mit 16 Jahren debütierte Ben Kieffer für Jahn Regensburg in der 2. Bundesliga. Der Innenverteidiger lief in der Abstiegssaison gleich fünfmal für den Klub auf. So gehörte der gebürtige Regensburger im Oktober 2025 auch erstmals zum Kader einer deutschen Juniorenauswahl. © IMAGO/nordphoto GmbH / Hafner
DEU, DFL, 2. FBL, Hertha BSC vs. Paderborn,
Auch wenn Kennet Eichhorn zum Jahrgang 2009 gehört, führt kein Weg am Mittelfeldmann vorbei. Bereits mit 16 Jahren hat sich der Teenager einen Stammplatz bei Hertha BSC in der 2. Bundesliga erkämpft – eine außerordentliche Leistung. © IMAGO/nordphoto GmbH / Engler
Torwart Tjark Möbius (1. FC Magdeburg) - 2. Fußball Bundesliga Saison 2025-2026 Training 1. FC Magdeburg an der Avnet Ar
Tjark Möbius muss hingegen noch auf sein Debüt in der 2. Bundesliga warten. Der 1,90-lange Keeper vom 1.FC Magdeburg ist ebenfalls ein großes Torwarttalent aus Deutschland. © IMAGO/Christian Schroedter
1. FC Nürnberg II - SV Viktoria Aschaffenburg
Der gebürtige Nürnberger Tino Kusanovic ist der jüngste Spieler, der je für den FCN ein Pflichtspiel bestritten hat. Der Stürmer geht allerdings aktuell für Kroatien auf Torejagd. Der DFB muss sich also erst um das Sturmtalent bemühen. Der Weg zurück ist aber noch nicht verbaut. © IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr
Nassim El Massoudi (Bayer 04 Leverkusen 2) Hallenfussball ,Junioren, U12, Internationa , Betzingen, 30.11.2019, Foto:TBa
Genauso ist die Lage auch bei Nassim El Massoudi. Der Innenverteidiger von Bayer Leverkusen ist bereits eine feste Größe der marokkanischen Juniorennationalmannschaft und gewann bereits den Afrika Cup mit dem Team. Ihn aus dem Verband der Nordafrikaner loszueisen, könnte besonders kompliziert sein. So könnte eines der größten deutschen Abwehrtalente ohne Einsatz für den DFB bleiben. © Baur/ Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de
Borussia Mönchengladbach U19 - TSV 1860 München U19
Strenggenommen ist Josiah Uwakhonye zu alt für diese Liste. Der 2007er-Jahrgang wird allerdings erst im Dezember 18. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach befindet sich jedoch in Höchstform. In der U19-Bundesliga trifft der Stürmer wie am Fließband. Und auch bei seinen Einsätzen in der Regionalliga West für die U23 der Gladbacher war Uwakhonye bereits mehrfach erfolgreich. © IMAGO/Fotografie73
29-03-25, Regionalliga West, 27. Spieltag, SC Wiedenbrück - FC Gütersloh, 2024/2025
Ebenfalls in der Regionalliga West ist Vigo Wernet aktiv. Unter Sascha Mölders hat sich der erst 16-Jährige, der erst kurz vor dem Jahreswechsel 17 wird, einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld erobert. Daher durfte der Teenager auch erstmals für die U18 des DFB auflaufen und könnte zu einem echten Senkrechtstarter werden – ganz ohne Bundesliga-NLZ. © IMAGO/Jens Dünhölter
Fussball, Regionalliga Bayern, TSV Buchbach - SpVgg Unterhaching
Wesely Krattenmacher geht in der Regionalliga Bayern bei Unterhaching einen ähnlichen Weg. In der vierten Liga gehört der Offensivspieler regelmäßig zum Kader und auch immer wieder zur Startelf. Einen Einsatz für den DFB durfte der Youngster allerdings noch nicht feiern. © IMAGO/Sven Leifer
Fußball, Herren, Saison 2025/2026, 3. Luckenwalder Turmpokal, Werner-Seelenbinder-Stadion Luckenwalde, Spiel: FSV 63 Luckenwalde vs. F.C. Hansa Rostock U19,
Stürmer Tom Bader spielte ebenfalls noch nie in einem Nachwuchstrikot des DFB. Dennoch weist der Angreifer von Hansa Rostock zu Saisonbeginn eine herausragende Scorrerquote von zwei Torbeteiligungen pro Partie auf. Das macht ich automatisch für den DFB interessant. © IMAGO/Creativ Sportpicture/Lukas Thoms
Fussball U 17 WM - Vorbereitung Testspiel Oesterreich - Deutschland
Faik Skar schloss sich 2022 der Jugend von RB Leipzig an. Seither spielt der offensive Mittelfeldspieler auch für die deutsche Juniorenauswahl. Ein Verbandswechsel nach Frankreich, zur Türkei oder nach Kamerun ist für den gebürtigen Berliner allerdings noch möglich. © IMAGO/Markus Ulmer

Entweder dadurch, dass in einem solchen Fall die Fans beider Klubs ausgeschlossen werden oder das Spiel an einem neutralen Ort ausgetragen wird. Beides wäre nicht im Sinne des gastgebenden Vereins. Eintracht-Vorstand Reschke meint es ernst und baut seine Initiative auf eine breite Basis. „Wir sind die Speerspitze“, sagt er.

Aber internationale Partner seien offen für den Vorstoß der Eintracht, allen voran der FC Liverpool. „Sie haben gesagt: ,Passt auf, macht ihr den Speer, wir schieben Euch von hinten hindurch durch die Tür mit unseren Beziehungen.‘ Wir sind dabei, einen Stein zu höhlen, um gemeinsam mit der Uefa konstruktiv an einer Regelwerkänderung zu arbeiten.“ Denn: Der Verband habe „auch die Schnauze gestrichen voll, dass er sich alle zwei Wochen in ein Fernsehmeeting in Rom dazuschalten muss.

Dabei geht es auch darum ob Gästefans in europäischen Klubwettbewerben ausgeschlossen werden. Das findet er auch nicht gut.“ Konkret und aktuell hat dieser Vorstoß noch keine Relevanz. Die Eintracht wird in Neapel ohne Fans auskommen müssen, die Mannschaft muss es auch so richten.

Zum Spiel

Neapel: Milinkovic-Savic - di Lorenzo, Rrahmani, Buongiorno, Olivera - Zambo Anguissa, Lobotka, McTominay - Politano, David Neres - Höjlund.

Frankfurt: Zetterer - Kristensen, Koch, Theate - Doan, Skhiri, Chaibi, Brown - Knauff, Bahoya - Burkardt.

Schiedsrichter: Pinheiro (Portugal).

Der Eintracht fehlen: Uzun, Hojlund, Baum (alle Muskelverletzung).

Das wird schwer genug. Denn: Die Hessen kommen nun nicht gerade aus ihrer besten Phase – eine solche hatten sie eigentlich nur zu Saisonbeginn. Seitdem geht es mal ein bisschen nach oben, gefühlt aber bis auf wenige Ausreißer eher nach unten. Auch das dämmrige 1:1 vom Samstag beim 1. FC Heidenheim war kein Stimmungsaufheller, ganz im Gegenteil. Von den letzten sieben Pflichtspielen hat die Eintracht nur eines gewinnen können, 2:0 gegen St. Pauli, aber viermal verloren. In der Bundesliga rangiert sie auf Platz acht, hinter Aufsteiger Köln und der TSG Hoffenheim. Das war mal anders geplant. Und auch in der Königsklasse ist sie zuletzt zweimal unter die Räder gekommen, 1:5 gegen Atletico, 1:5 gegen Liverpool.

Man fragt sich, wofür die Eintracht im Herbst 2025 eigentlich steht und wie sie zum Erfolg kommen will? Schon einige Male hat sie in dieser Saison Spiele abgerissen, die so gar nicht Eintracht-like waren. Wucht, Resilienz und Aufmüpfigkeit suchte man da vergebens. Oder, wie am Samstag in Heidenheim: Lösungen gegen massiert verteidigende Kontrahenten. Zumindest in diese Verlegenheit wird sie in Italien nicht kommen.

Und man fragt sich überhaupt: Wie soll diese Mannschaft jetzt beim italienischen Meister bestehen? Der ist in der Serie A wieder Spitzenreiter, spielt aktuell zwar nicht die Sterne vom Himmel, aber generell in einer anderen Liga als die Eintracht.

Jede Niederlage hinterlässt Spuren

Für die Frankfurter steht mal wieder ein bisschen was auf dem Spiel. Eine neuerliche Niederlage in der Champions League würde merklich auf die Stimmung drücken, gar keine Frage. Denn wenn man im Zirkel der Besten regelmäßig auf die Mütze bekommt, könnte sich schnell die Erkenntnis einschleichen, dass man vielleicht gar nicht zu den Besten gehört. Das weiß man am Main natürlich auch so, und doch hinterlässt jedes Negativerlebnis, jede Niederlage Spuren. Das ist nicht gut fürs Selbstvertrauen. Und das ist elementar im Sport.

Zumal die Eintracht ohne ihre Einzelkönner Omar Marmoush und Hugo Ekitiké einfach nicht mehr so stark und unberechenbar ist wie zuvor. Mit einem Jonathan Burkardt im Zentrum, einem klassischen Mittelstürmer, muss man eben anders spielen. Wenn er denn spielen kann, der Ex-Mainzer, der immer wieder mal geschont werden muss. Das Blöde: Alternativen wie Elye Wahi oder Michy Batshuayi sind eben keine.

Die Eintracht verfällt in alte Muster

Das alles wusste man, das hat Dino Toppmöller sehr früh angesprochen, doch die geplante Umstellung des Spielstils klappt nicht so wirklich. Die Frankfurter verfallen in alte Muster, das Spiel ist schleppender, breiter, nicht mehr so brachial und vertikal. Was aktuell damit zu tun haben könnte, dass es zurzeit generell unrund läuft.

Ritsu Doan etwa sucht nach seiner Form, wurde aber in den beiden letzten Spielen auch als verkappter Rechtsverteidiger aufgeboten. Hugo Larsson bleibt hinter seinen Möglichkeiten, Ellyes Skhiri ist Ellyes Skhiri, Ansgar Knauff spielt mal so und mal so, Mario Götze enttäuschte in Heidenheim vollends, und hinten stabilisiert sich das Team erst wieder. So langsam. Kontertore gibt’s dennoch zuhauf. Vertrackt: Jetzt fällt auch noch Spielmacher Can Uzun mit einem Muskelfaserriss aus.

Die Eintracht ist unter Zugzwang, auch Trainer Dino Toppmöller ist jetzt gefragt. Er muss seine Mannschaft in die Spur und Konstanz in die Leistungen bringen. Erfolgserlebnisse sind da immer hilfreich. Und sie sind für die Eintracht noch aus einem anderen Grund wichtig, einem ganz profanen.

Will sie in der Champions League bei diesem Hammerprogramm überhaupt die Chance wahren, in die Playoffs einzuziehen, muss sie so langsam anfangen, Punkte einzufahren. Zum Vergleich: Der VfB Stuttgart holte in der vergangenen Saison in der Ligaphase drei Siege und zehn Zähler – und kam am Ende auf Rang 26 ins Ziel. Das Aus für die Schwaben.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Revierfoto

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