Neapel-Reise sorgt bei Eintracht Frankfurt für Frust
VonChristopher Michel
schließen
Frust statt Euphorie: Eintracht Frankfurt reist ohne Fans nach Neapel. Für den Champions-League-Wettbewerb stellt dies einen erheblichen Verlust dar.
Frankfurt – Eintracht Frankfurt hat auf internationaler Bühne auch mithilfe der Anhängerschaft in den vergangenen Jahren oftmals für spektakuläre Bilder gesorgt. Allerdings war schon bei der Auslosung für die Gruppenphase der Champions League klar: SSC Neapel hätte es nicht sein müssen. Dabei ging es nicht unbedingt um die sportliche Qualität des Kontrahenten.
Zu präsent waren die Erinnerungen aus dem Frühjahr 2023. Für das Rückspiel im Achtelfinale der Königsklasse hatte das Innenministerium zunächst allen Anhängern aus Deutschland den Zugang zum Stadio Diego Armando Maradona verwehrt. Nachdem ein Eilantrag der Eintracht vor Gericht erfolgreich und der Bann für ungültig erklärt worden war, sprach die Präfektur der Stadt am Vesuv ein Verkaufs-Verbot für Anhänger aus Frankfurt aus.
Eintracht-Fans dürfen wieder nicht nach Neapel reisen
Dennoch kam es zwischen den Fangruppen beider Seiten zu Krawallen im Zentrum von Neapel. Gegenseitige Provokationen endeten in chaotischen Zuständen. Das öffentliche Interesse an der Frage danach, welche Gruppierung die Zusammenstöße auslöste, war gering. Daher gab es von Außenstehenden auch Verständnis für die Ende September verkündete Entscheidung von Präfekt Michele di Bari.
Wieder dürfen keine Eintracht-Fans dabei sein, wenn ihre Mannschaft im Stadio Diego Armando Maradona antritt. Die UEFA lehnte den Antrag auf Spielverlegung oder Geisterspiel ab. Frankfurt kämpft zwar, mithilfe anderer Vereine – vor allem aus England und Spanien – darum, zukünftig mehr Druck auf die Ausrichter ausüben zu können.
Nicht nur Bayern-Youngster Karl: Die größten deutschen U17-Talente
Denn nach Informationen von Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports, sollen die Verantwortlichen von Napoli auf diese Entscheidung des Präfekten gedrängt haben. Für den Spitzenklub der Serie A ist es ein Vorteil, wenn die Gegner ohne Anhängerschaft kommen. Die Eintracht ihrerseits zieht auch eine Konsequenz.
Frankfurt reist neben dem Sport nahezu ohne Delegation an, Vorstandssprecher Axel Hellmann oder Präsident Mathias Beck halten sich fern. Die Vereinsbosse aus Neapel und Frankfurt haben sich nichts mehr zu sagen, es herrscht Eiszeit. Ein gemeinsames Abendessen, wie es auf dieser Bühne sonst üblich ist, wird es somit nicht geben. Es ist eine Frust- und keine Lustreise.
Vorstand Philipp Reschke sagte schon vor Wochen: „Der völlig unterschiedliche Umgang der teilnehmenden Länder und Nationalverbände mit Hochrisikospielen an den jeweiligen Standorten ist mittlerweile zu einem echten Problem für die europäische Fankultur und die Integrität der europäischen Klubwettbewerbe geworden.“
Diesmal ist nicht davon auszugehen, dass Fans der Eintracht in Neapel erscheinen. „Aus Deutschland haben die Ultras-Gruppen dem Verein und den lokalen Behörden außerdem mitgeteilt, dass sie das Verbot des Innenministeriums respektieren werden, und bestätigt, dass keine Delegation anreisen wird“, berichtet das Portal calciofinanza.
Rein sportlich ist viel Druck auf dem Kessel in diesem Aufeinandertreffen. Neapel belegt den 24. und Eintracht Frankfurt den 23. Rang. Für den Verlierer der Partie wird es im Rennen um die Playoffs immer schwieriger. Die Hessen haben zuletzt gegen Atlético Madrid und Liverpool jeweils 1:5-Niederlagen einstecken müssen.