Eintracht-Goldjunge vor Chance: Burkardt-Schock könnte Weg freimachen
VonChristopher Michel
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Bei Eintracht Frankfurt herrscht Unklarheit über Jonathan Burkardts Ausfall. Ersatz ist Mangelware. Bekommt nun ein junges Eigengewächs seine Chance?
Frankfurt – Am Champions-League-Mittwoch gab es nicht nur Frust bei Eintracht Frankfurt. Wenige Kilometer entfernt vom Waldstadion hat die sehr talentierte U19 den Nachwuchs von Atalanta Bergamo empfangen. Am Ende stand in einem rassigen und hart umkämpften Duell ein 3:2-Erfolg. Ein Name tauchte dreimal auf der Anzeigetafel auf: Alexander Staff. Es war ein Dreierpack in typischer Torjägermanier.
Der gebürtige Dieburger ist derzeit einer der Goldjungen der Hessen. Er hat zuletzt die Fritz-Walter-Medaille gewonnen und sticht heraus. Seine Performance gegen Atalanta war bemerkenswert. Staff agierte nicht nur als Angreifer, sondern phasenweise auch als Spielmacher. Der 17-Jährige hat in den vergangenen Monaten einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht.
Setzt die Eintracht jetzt auf Eigengewächs Alexander Staff?
In diesem Moment ist das passiert, was nicht passieren durfte. Die Alternativen sind rar gesät. Michy Batshuayi und Elye Wahi haben keinerlei Impact, Jessic Ngankam war lange verletzt und ist Verkaufskandidat. Die Lösung mit Jean-Matteo Bahoya oder Ansgar Knauff? Das reicht nicht. Mit Can Uzun fehlt zudem ein Akteur, der die Rolle ausfüllen könnte, verletzt. Und der Transfermarkt ist bis 1. Januar geschlossen.
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Toppmöller wird mit Sicherheit auch Staff in seine Überlegungen einbeziehen. Das Eigengewächs erhielt viel Lob nach dem großartigen Auftritt gegen Bergamo. NLZ-Leiter Alexander Richter sagte: „Wir hatten einen überragenden Alexander Staff. Er war immer da, wo der Ball herunterfällt und erzielt drei Tore.“
U19-Trainer Alexander Meier gab zu: „Staff hat uns mit seinen Toren gerettet.“ Der Frankfurter Fußballgott äußerte sich zuletzt ausführlich im exklusiven Interview mit Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports, über das Juwel: „Wenn der Zeitpunkt für die ersten Minuten bei den Profis gekommen ist, hat sicherlich auch niemand etwas dagegen. Aber bis dahin arbeiten wir hart auf diesen Tag hin – bei Alex Staff wie auch bei anderen Talenten in unserem NLZ.“
Meier erklärte: „Bei Alex sehen wir Fortschritte dahingehend, dass er aktiver am Spiel teilnimmt und Bälle besser festmacht. Sein Torriecher zählt natürlich auch zu seinen Stärken, genau wie seine tolle Einstellung, sich immer verbessern zu wollen.“ Das große Vorbild von Staff ist Harry Kane. Vom Superstar des FC Bayern München hat er sich schon einige Dinge abgeschaut.
Der Sprung zu den Profis ist natürlich riesengroß. Staff zeigt allerdings in der Youth League sein großes Potenzial. Er hat in vier Partien fünf Treffer erzielt und zwei vorbereitet. Die einzige Partie, in der die Hessen torlos blieben, fiel in den Zeitraum, in dem er an der für den DFB enttäuschend verlaufenden U17-Weltmeisterschaft teilnahm. Dort blitzte das Können von Staff zwar nur punktuell auf.
Eintracht-Talent Staff hat Potenzial
Die Qualitäten und Fähigkeiten vor dem gegnerischen Gehäuse sind jedoch unbestritten vorhanden, zudem auch das Mindset. Ein Einbau hätte die vollste Unterstützung vom Umfeld. Die Eintracht befindet sich – trotz Platz sechs in der Bundesliga – in einer kniffligen Lage. Nach dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal droht auch das Aus in der Königsklasse.
Somit geht es in dieser Phase darum, den Anschluss an die vordersten Ränge nicht abreißen zu lassen. Am Sonntag (17.30 Uhr) gastiert der VfL Wolfsburg in Frankfurt. Das ist, völlig unabhängig von der Situation bei den Niedersachsen, traditionell eine sehr unangenehme Aufgabe. Ein Kaderplatz für Staff könnte dann wie ein kleiner Push an tristen Wintertagen sein.
Hat die Eintracht diesen Mut? Der Verein sehnt sich nach einem Jugendspieler, der den Durchbruch auf höchster Ebene schafft. Die Voraussetzungen, diesen Versuch zu wagen, sind nun gegeben. Im Angriff gibt es, unabhängig von der Personalie Burkardt, Bedarf. Und im eigenen Stall liefert ein Angreifer. Wenn nicht jetzt – wann dann?