Eintracht macht Schluss: Für diesen Betrag darf Nkounkou wechseln
VonChristopher Michel
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Niels Nkounkou hat den Durchbruch bei Eintracht Frankfurt nicht geschafft. Für den Franzosen soll es künftig in der Serie A beim AC Turin weitergehen.
Frankfurt – Nach zwei Jahren bei Eintracht Frankfurt ist Schluss: Niels Nkounkou verlässt die Hessen in Richtung Italien. Der 24-jährige Linksverteidiger wird per Leihe (0,5 Millionen Euro) mit Kaufpflicht zum FC Turin wechseln, sofern er den Medizincheck besteht. Die Kaufpflicht soll sich nach Informationen von Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports, auf sechs Millionen Euro belaufen.
Das ist ein durchaus ordentlicher Betrag für einen Spieler, der zuletzt sportlich nicht mehr zu überzeugen wusste und bereits in Turin angekommen ist. Was als vielversprechender Transfer begann, entwickelte sich für die Eintracht insgesamt zu einer durchwachsenen Angelegenheit. Nkounkou war im Sommer 2023 für 7,5 Millionen Euro von der AS Saint-Étienne nach Frankfurt gewechselt.
Nkounkou konnte Eintracht nur in der ersten Saison helfen
Während der Linksaußen in seiner ersten Saison mit sechs Scorerpunkten noch wichtige Dienste leistete und den Weg in die Europa League ebnete, konnte er in der vergangenen Spielzeit der Mannschaft kaum noch helfen. Unter Trainer Dino Toppmöller fungierte der als Typ in der Kabine und bei Fans beliebte Linksfuß bestenfalls als Rotationsspieler. Einerseits wurde die Konkurrenz immer größer.
Andererseits sorgten die häufigen leichten Fehler des Franzosen für Unmut. Ballverluste in gefährlichen Zonen, unkonzentriert geführte Zweikämpfe und mangelnde Konstanz prägten sein Spiel in der zweiten Saison. Nkounkou hatte keine Linie in seinem Spiel, patzte zu häufig und war gelb-rot-gefährdet. Die erhoffte Weiterentwicklung blieb aus.
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Der bevorstehende Abgang kommt daher für beide Seiten zur rechten Zeit. Nkounkou erhält in Turin die Chance auf einen Neustart in der Serie A, während die Eintracht Platz für andere Lösungen schafft. Die Vereinsführung hat bereits entsprechend geplant und verfügt über mehrere interne Optionen für die linke Abwehrseite.
Allen voran ist Nathaniel Brown wieder bereit für die Startelf. Der 22-Jährige hatte die Vorbereitung verletzungsbedingt verpasst, jetzt aber schon zwei Jokereinsätze gesammelt. Er soll auf der linken Seite wieder Platzhirsch werden. Zudem bietet Arthur Theate, primär Innenverteidiger, die nötige Flexibilität für die Außenbahn - eine Variante, auf die Toppmöller gerne zurückgreift.
Als weitere Alternative steht Elias Baum bereit, der seine Vielseitigkeit bereits unter Beweis gestellt hat. Der 19-Jährige aus der eigenen Jugend könnte von Nkounkous Abgang profitieren und den nächsten Entwicklungsschritt machen. Für Turin bedeutet die Verpflichtung einen Versuch, Nkounkous ursprüngliches Potenzial zu heben.
Die Eintracht kann sich über eine ordentliche Transfersumme freuen und hat gleichzeitig ein Problem elegant gelöst. Aus den ursprünglich 7,5 Millionen Euro Investition wurde zwar ausnahmsweise keine Marktwertexplosion. Dennoch können noch rund sechs Millionen Euro Erlös in die Kasse wandern. Das ist ein überschaubarer Verlust für einen Spieler, der nur phasenweise wichtig wurde.