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Nagelsmann hat die Nationalspieler für die ersten Partien der WM-Qualifikation benannt. Ein Offensivspieler von Eintracht Frankfurt wurde nicht nominiert.
Frankfurt – Julian Nagelsmann hat seinen Kader für die nächsten Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft benannt – und dabei sorgt eine Personalie besonders in Frankfurt für Gesprächsstoff: Jonathan Burkardt, der in den vergangenen Wochen mit starken Leistungen bei Eintracht Frankfurt auf sich aufmerksam gemacht hat, steht nicht im aktuellen Aufgebot.
Der Bundestrainer begründete die Entscheidung auch. „Ich finde, Jonathan hat das in Frankfurt okay gemacht in den ersten Wochen. Er braucht aber noch Zeit, sich dort zu finden. Die Fußstapfen sind auch recht groß. Zudem waren die Eindrücke bei uns nicht so gut, wie sie im Klub waren“, sagte Nagelsmann.
Eintracht-Star nicht für WM-Qualifikation nominiert
„Wenn die Eindrücke so gewesen wären wie in Mainz über die ganze Saison, wäre er wieder dabeigewesen. In den Spielen, die er bei uns gemacht hat, war der Eindruck aber nicht so, dass wir sagen, er muss zwingend mit. Deshalb haben wir uns für zwei andere Profile entschieden. Jonathan weiß, was ich von ihm verlange und für ihn ist die Tür mehr als nur einen Spalt offen“, so der Bundestrainer weiter.
Die Nominierung folgt dem bekannten Muster: Nagelsmann setzt auf einen Kern aus international erfahrenen Kräften, ergänzt um formstarke Spieler, die kurzfristig Impulse geben können. In der Offensive konkurrieren etablierte Namen und variabel einsetzbare Angreifer um wenige Slots. Der Bundestrainer betont seit Amtsantritt die Bedeutung von Positionsprofilen: Manche Partien erfordern physische Präsenz und Tiefgang, andere eher Verbindungsspiel und Pressingresistenz.
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Die kommenden Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft werden Nagelsmanns Ansatz erneut auf die Probe stellen. Im Fokus stehen richtungsweisende Tests, in denen Feinabstimmung, Variabilität und Stabilität gleichermaßen gefragt sind. Gerade gegen taktisch gut organisierte Gegner muss Deutschland im letzten Drittel Lösungen finden und defensiv Kompaktheit wahren.
Hierbei sind Automatismen zwischen Mittelfeld und Angriff entscheidend, weshalb der Bundestrainer auf bewährte Abläufe und vertraute Kombinationen setzt. Für Außenstehende mag die eine oder andere Nicht-Nominierung überraschend sein; aus Trainersicht steht jedoch die Gesamtarchitektur des Teams über der Einzelleistung. Burkardt bleibt damit eng am Radar – aber vorerst Zuschauer. (smr)
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