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Pfiffe wegen Handspiel: Jetzt meldet sich Cucurella selbst zu Wort

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Vor dem EM-Finale zwischen Spanien und England hat Marc Cucurella über die Pfiffe gesprochen. Der Linksverteidiger fand klare Worte.

München – Es war der Aufreger des EM-Viertelfinals zwischen Deutschland und Spanien. Ein Handspiel von Marc Cucurella im spanischen Strafraum blieb unbestraft, obwohl der Schuss von Jamal Musiala womöglich zur 2:1-Führung für Deutschland im Tor gelandet wäre. Stattdessen blieb es in der Verlängerung beim Unentschieden, ehe Mikel Merino in der 119. Minute den Siegtreffer für die Iberer erzielte.

Cucurella reagiert auf Pfiffe im EM-Halbfinale

Im darauffolgenden Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich wurde Cucurella in der Münchner Allianz Arena konsequent vom Publikum mit Buhrufen und Pfiffen begleitet. Vor dem Finale gegen England (Sonntag, 21 Uhr) blickt der Linksverteidiger im Interview mit The Athletic auf einen für ihn persönlich denkwürdigen Abend zurück.

„Am Anfang war ich überrascht. Das wurde mir zum ersten Mal bewusst, als mein Name vor dem Spiel verlesen wurde und viele Leute anfingen zu buhen“, sagt Cucurella.

Marc Cucurella wurde im EM-Halbfinale ausgepfiffen

Grundsätzlich hätten die Pfiffe keinen Einfluss auf ihn gehabt, „aber gleichzeitig fand ich es ein bisschen traurig, dass einige Leute zu diesem Spiel kamen, nur um einen einzelnen Spieler auszubuhen. Einige Leute haben Karten verschwendet, die an Fans hätten gehen können, die das Spiel wirklich genossen hätten.“

Bereits unmittelbar nach dem 2:1-Sieg gegen Frankreich hatte Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente die Pfiffe gegen seinen Schützling heruntergespielt. „Was sie gemacht haben, ist, ihn noch mehr zu motivieren. Er ist ein Profi und weiß mit Druck umzugehen“, so der 63-Jährige, der betonte: „Diese Leute repräsentieren weder den Sport noch Deutschland. Deutschland als Gastgeberland ist außergewöhnlich.“

Cucurella blickt zurück: „Es ist unangenehm“

Cucurella schildert indes, in der Premier League gegen Trotzreaktionen des Publikums abgehärtet worden zu sein. Im Sommer 2022 wechselte der 25-Jährige von Brighton & Hove Albion zum FC Chelsea, die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte nahm einen ähnlichen Verlauf wie im EM-Halbfinale.

„Es war ein weiterer Abend, an dem die Buhrufe jedes Mal, wenn ich den Ball berührte, sehr laut waren, also habe ich mich daran gewöhnt“, sagt Cucurella. Daran habe er sich nach dem ersten Mal gewöhnen müssen: „Ich will nicht sagen, dass es ein unerträgliches Gefühl ist, aber es ist unangenehm. Jetzt habe ich mich mehr daran gewöhnt.“ Insofern geht Cucurella unbelastet in das Finale.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Gonzales Photo/Frederikke Jensen

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