Viertelfinal-Wahnsinn

Deutschland triumphiert mit Sommermärchen-Trick im Elfer-Krimi

  • schließen

Die DFB-Frauen und Frankreich liefern sich eine irre Viertelfinal-Schlacht. Deutschland spielt ab Minute 13 in Unterzahl. Der Ticker zum Nachlesen.

SCHLUSS: Eine komplett verrückte Partie geht bis zum Äußersten – und wird passenderweise durch die Hexerin Ann-Katrin Berger entschieden. Die Torhüterin der DFB-Frauen zeigte heute eine absolute Weltklasse-Leistung. Und steht völlig verdient im Halbfinale der EM. Gegner dort: Der amtierende Weltmeister Spanien.

Aufstellung DeutschlandBerger - Linder (20. Kleinherne), Hendrich, Knaak, Kett (114. Cerci) - Minge, Senß (120. Däbritz), Nüsken, Brand (120. Dallmann), Bühl - Hoffmann (98. Schüller)
Aufstellung FrankreichPeyraud-Magnin - de Almeida (112. N'Dongala), Mbock (85. Sombath), Lakrar, Bacha - Geyoro (112. Majri), Jean-Francois, Karchaoui - Diani (67. Baltimore), Katoto (77. Mateo), D. Cascarino (77. Malard)
Tore0:1 Geyoro (15.), 1:1 Nüsken (25.), 2:1 im Elfmeterschießen

Update, 20.07.2025: Es war ein Abend, an dem Heldinnen geboren wurden – allen voran Ann-Katrin Berger, die bereits in der Verlängerung mit einer spektakulären Parade das 1:1 festhielt. Nach dem Schlusspfiff sank sie auf die Knie – all die harte Arbeit hatte sich ausgezahlt. Mit ihrer entscheidenden Rettung im Elfmeterschießen gegen Alice Sombath sicherte sie Deutschland den Einzug ins Halbfinale. Und das trotz einer frühen Roten Karte für Kathrin Hendrich in der 13. Minute und einem zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand.

Der Jubel übermannte die 34-Jährige – in den Interviews nach dem Elfmeterschießen verriet sie, dass sie beim Elfmeterschießen gar nicht auf den Spickzettel auf ihrer Trinkflasche geschaut hatte – der enthielt Hinweise zu den französischen Schützinnen. „Tatsächlich habe ich kein einziges Mal draufgeschaut.“, so die DFB-Heldin nach der Partie.

„Ich mache das eher intuitiv und orientiere mich an der Spielerin selbst“, erklärte sie. „Ich war ehrlich gesagt ein bisschen unzufrieden mit mir, weil ich manchmal zu früh gesprungen bin. Aber am Ende hat alles gepasst.“

Ihren ersten Satz nach dem Spiel richtete die Matchwinnerin direkt an ihren größten Fan: „Das ist für dich, Opa!“, rief sie in die Kamera. Der 92-Jährige hatte bereits beim Vorrundensieg gegen Dänemark im Stadion mitgefiebert. Noch einmal will er nur kommen, so berichtete Berger kürzlich – wenn Deutschland das Finale erreicht. Das findet am kommenden Sonntag ebenfalls in Basel statt.

Erstes Siegerinterview vom Bundestrainer: Christian Wück ist emotional, aber sachlich zugleich. Die Erleichterung ist ihm deutlich anzumerken. Mit seinem besten Spruch erinnert er an Per Mertesacker auf dem Weg zum WM-Titel 2024: „Ich glaube, wir brauchen jetzt drei Tage Eistonne!“

Elfmeterschießen: BERGEEEER! Deutschlands Torhüterin hält gegen Sombath. DEUTSCHLAND STEHT IM HALBFINALE!

Der Moment der Entscheidung: Berger hält, die Mitspielerinnen rennen auf sie zu

Elfmeterschießen: Nerven aus Stahl! In der regulären Spielzeit war Nüsken noch vom Punkt gescheitert – jetzt trifft sie. 6:5!

Elfmeterschießen: N‘Dongala verlädt Berger. 5:5.

Elfmeterschießen: Klara Bühl in den Winkel. Überragend, war der sicher! 5:4 Deutschland.

Elfmeterschießen: Jean-Francois ganz lässig zum Ausgleich.

Elfmeterschießen: Torhüterin Berger ist mutig, tritt als fünfte Schützin selbst an – und trifft. 4:3.

Elfmeterschießen: Baltimore souverän für Frankreich. Alles wieder in der Reihe, 3:3.

Elfmeterschießen: Ist das bitter. Däbritz, die wie Dallmann ebenfalls erst in der 120. Minute ins Spiel kam, scheitert an der Latte.

Elfmeterschießen: Malard trifft für Frankreich zum erneuten Anschluss.

Elfmeterschießen: Auch Knaak ist souverän. 3:1 Deutschland!

Elfmeterschießen: Karchaoui trifft. Frankreich verkürzt.

Elfmeterschießen: Herausragender Elfmeter der erst vor wenigen Augenblicken eingewechselten und bald wohl den Verein wechselnden Dallmann. 2:0 Deutschland!

Elfmeterschießen: Berger zaubert weiter! Und pariert gegen Majri, die einen merkwürdigen Anlauf wählt.

Elfmeterschießen: 1:0 Deutschland! Minge trifft.

Ende: Schluss, Aus. Das Spiel geht tatsächlich ins Elfmeterschießen. Nochmal zur Erinnerung: Deutschland spielte seit der 13. Minute in Unterzahl.

120. Minute +3: Latte! Frankreich zieht aus der Distanz ab, Berger reißt die Fäuste hoch. Zu ihrem Glück knallt das Leder gegen die Oberkante der Latte.

116. Minute: Deutschlands Torhüterin Berger wäre aufs Elfmeterschießen vorbereitet. Die TV-Kameras fangen ihre Trinkflasche ein, auf der die französischen Schützinnen mit ihren Elfmeter-Vorlieben notiert sind. Im Stile von Jens Lehmann beim Sommermärchen 2006.

112. Minute: Frankreich wechselt mittlerweile zum sechsten Mal. Richtig gehört: Sechster Wechsel! Die Verlängerung macht den Extra-Slot möglich. Bei Deutschland kommt derweil Cerci für Kett.

110. Minute: Noch zehn Minuten fehlen bis zum zweiten Elfmeterschießen bei dieser EM. Im ersten setzte sich England am Donnerstag gegen Schweden durch.

105. Minute – Halbzeit: Die erste Hälfte der Verlängerung ist vorbei. Auch in den hinzugefügten zwei Minuten Nachspielzeit brannte nichts an in der deutschen Defensive.

103. Minute: Berger verhindert mit einer Riesenparade ein unfassbares Eigentor. Dieser Flug geht in die Geschichte ein.

98. Minute: Jetzt kommt Lea Schüller. Endlich, ist man irgendwie geneigt zu sagen mit Blick auf ihre Mega-Torquote für die Nationalmannschaft. Allerdings soll das keineswegs als Kritik an Christian Wück gelten, denn dessen Aufstellung ist bis hierhin komplett aufgegangen.

95. Minute: Das deutsche Fahnenmeer taucht wieder hinter dem Tor der Französinnen auf. Die Fans haben auch allen Grund zum Jubeln, denn der deutsche Auftritt ist weiterhin klasse.

91. Minute: Keine Wechsel zu Beginn der Verlängerung. Heißt: Christian Wück hat weiterhin vier Möglichkeiten für frische Kräfte.

Ende der regulären Spielzeit – Verlängerung: Seit der 13. Minute spielt Deutschland in Unterzahl, muss direkt nach dem Platzverweis (wegen Haareziehen) den Rückstand hinnehmen – und kämpft sich mit einer unglaublichen Moral in die Verlängerung. Weitere 30 Minuten EM-Fight warten auf die DFB-Frauen.

90. Minute +4: Die Hälfte der Nachspielzeit hat Deutschland problem- und schadlos überstanden.

90. Minute: Es gibt acht (!) Minuten obendrauf als Nachspielzeit.

89. Minute: Bitte nicht! Plötzlich sitzt Torhüterin Berger auf dem Boden. Sie hält sich den rechten, hinteren Oberschenkel und lässt die Physios auf den Platz kommen.

85. Minute: Noch fünf Minuten sind in der regulären Spielzeit zu absolvieren, dann hätte die DFB-Elf zumindest schon einmal die Verlängerung erreicht.

82. Minute: Eine verrückte Statistik wird soeben eingeblendet: 317 zu 91 komplettierte Pässe für Frankreich. Und trotzdem: Die Wück-Elf macht das, vor allem mit Blick auf die Unterzahl seit der 13. Minute, hervorragend!

79. Minute: 34.128! Die Zahl des Abends. Der St. Jakob-Park ist restlos ausverkauft.

77. Minute: Doppelwechsel bei den Französinnen in der Offensive. Da kommt jetzt nochmal frischer Wirbel auf die deutsche Abwehrreihe zu.

74. Minute: Die nächste Hiobsbotschaft für Nüsken. Es ist zwar noch weit weg, aber: Sollte Deutschland das Halbfinale erreicht, dann fehlt sie dort gelbgesperrt.

69. Minute: Erst die Tor-Heldin, jetzt der Pechvogel. Nüsken tritt zum Elfmeter an – und zeigt einen schwachen Strafstoß. Peyraud-Magnin hält das Unentschieden für Frankreich fest.

68. Minute: Elfmeter für Deutschland! Rausgeholt von Jule Brand.

67. Minute: Der französische Coach wechselt zum ersten Mal. Es kommt die schnelle Baltimore, die diese Saison mit dem FC Chelsea das Double holte.

63. Minute: Frankreich schnürt Deutschland nun mächtig ein. Immer wieder wird es in den vergangenen Minuten brenzlig. Doch noch steht das Unentschieden.

59. Minute: Wieder ist es zunächst Berger, die mit einem großartigen Reflex zur Stelle ist. Kurz darauf ist der Ball allerdings im Netz. Frankreich jubelt gefühlt minutenlang, viele glauben an die 2:1-Führung. Doch plötzlich das Signal vom VAR! Olofsson wird zum Check gerufen – und entscheidet zum Glück – aber auch zurecht – auf Abseits.

Deutschlands Torhüterin Berger feiert eine ihrer Paraden

56. Minute: Starke Parade von Cascarino. Die DFB-Elf ist weit aufgerückt, verliert dann aber in der Vorwärtsbewegung den Ball. Berger taucht ab und pariert.

53. Minute: Gute Freistoßsituation für die Französinnen aus 18 Metern. Immerhin gut für Deutschland: Der Ball befindet sich unmittelbar neben der Torauslinie. Frankreich probiert es mit einer kurzen Variante, aber die DFB-Frauen sind hellwach und spritzen dazwischen.

50. Minute: Ann-Katrin Berger spielt erneut klasse mit. Die Torhüterin kommt weit aus dem Strafraum heraus und klärt die brenzlige Situation.

46. Minute: Weiter geht es mit der zweiten Halbzeit. Beide Teams kommen unverändert aus der Kabine.

Halbzeit: Vorne weg – den DFB-Frauen muss an dieser Stelle mal ein deutliches Kompliment gemacht werden. Zwar war der Platzverweis nach dem völlig unnötigen „Zopfziehen“ durch Hendrich selbstverschuldet, doch die Reaktion auf den frühen und unnötigen Rückstand war stark. Denn die Wück-Elf schaffte nicht nur den Ausgleich, sondern stand in der Folge auch äußerst stabil. Die Megagrätsche von Ersatzkapitänin Minge quasi mit dem Halbzeitpfiff war sinnbildlich für die ersten 45 Minuten aus deutscher Sicht.

45. Minute: Die turbulente erste Hälfte bekommt nochmal einen Nachschlag. Vier Minuten gibt es obendrauf.

40. Minute: Frankreich jubelt – aber Deutschland darf dennoch durchatmen. Der Reihe nach: Der Ball ist nach Hacken-Vollendung in der Mitte im Netz, Cascarino machte das ganz elegant. Allerdings entscheidet Schiedsrichter Olofsson auf Abseits. Zurecht.

37. Minute: Das deutsche Team macht es in Unterzahl tatsächlich ausgezeichnet. Frankreich findet aktuell kaum ein Mittel gegen die deutsche Defensive.

32. Minute: Noch ein kurzer Blick in die Statistikbücher. Den bis dahin letzten Treffer gegen Frankreich – im Februar 2024 – erzielte übrigens Giulia Gwinn.

27. Minute: Apropos Klara Bühl gegen Frankreich: Das scheint zu passen. Denn 2019 feiert Bühl gegen die Französinnen ihr Debüt. Jetzt die wichtige Vorlage zum Ausgleich.

25. Minute: Was ist denn hier los? Eine Riesen-Antwort der deutschen Elf. Klara Bühl bringt die Ecke rein, Nüsken sprintet auf den kurzen Pfosten und verlängert das Ding wunderbar ins lange Eck. Ein perfekter Kopfball zum 1:1!

Die Teamkolleginnen feiern Sjoeke Nüsken

25. Minute: Erstmals seit dem Platzverweis traut sich Deutschland nach vorn. Hoffmann gehts ins Eins-gegen-Eins, wird aber noch abgedrängt. Eckball.

20. Minute: Erster Wechsel bei der deutschen Elf. Für die angeschlagene Linder geht es nicht mehr weiter, dafür kommt Sophia Kleinherne.

15. Minute: Geyoro tritt zum Strafstoß an. Der ist nicht gut geschossen, Deutschlands Torhüterin ist mit der linken Hand am Ball – hat aber Pech und kann den Ball nicht aus dem Tor lenken. 1:0 Frankreich!

13. Minute: Riesen-Schockmoment für Deutschland. Hendrich zieht nach einer Hereingabe am Zopf ihr Gegnerin. Elfmeter und Rote Karte. Eine unglaubliche Szene.

9. Minute: Gute Nachrichten, zumindest vorerst: Linder ist zurück auf dem Platz.

7. Minute: Sorgen um Sarai Linder. Die Defensivspezialistin wird mittlerweile seit knapp vier Minuten behandelt und muss am linken Fuß bandagiert werden. Ein Ausfall der Wolfsburgerin wäre extrem bitter.

4. Minute: Deutschland macht früh Druck und versucht von Beginn an, schnörkellos und schnell nach vorne zu spielen. Daran hatte bestimmt auch die Motivationsrede von Giulia Gwinn ihren Anteil. Die Kapitänin heizte den DFB-Frauen unmittelbar von Anpfiff nochmal ein und sitzt während des Spiels auf der Bank.

1. Minute: Anpfiff. Schiedsrichterin Olofsson eröffnet die Partie. Jetzt geht es drum!

Update, 20.55 Uhr: Die Spielerinnen kommen auf den Platz. Ein riesiges deutsches Fahnen-Meer hinter dem einen Tor empfängt die DFB-Elf. Nun werden die Hymnen gespielt: Erst die deutsche, dann die französische.

Update, 20.51 Uhr: So richtig auf einen Favoriten festlegen wollte sich im Vorfeld niemand. Auch die Buchmacher nicht, wo die Quoten nur minimal Richtung Frankreich tendieren. Bundestrainer Wück allerdings macht auf Understatement: „Für mich zählt nur die Leistung bei der EM. Deshalb sehe ich die Französinnen in der Rolle des Favoriten.“

Update, 20.38 Uhr: Die Schwedin Tess Olofsson leitet die Partie. Die 37-Jährige, ausgebildete Polizistin, ist seit 2015 FIFA-Schiedsrichterin und pfiff bereits den Vorrunden-Auftakt der Französinnen gegen Titelverteidiger England (2:1). Bei Olympia 2024 pfiff Olofsson neben dem Frauen-Finale zwischen Brasilien und den USA (0:1) in der Gruppenphase auch ein Männer-Spiel. Im November 2020 war sie in ihrer Heimat zudem die erste Frau, die in der zweiten Männer-Liga (Superettan) zum Einsatz kam.

Für die DFB-Frauen ist Olofsson ein gutes Omen: Unter ihrer Leitung gab es in sieben Spielen vier Siege, zuletzt im April in der Nations League beim lockeren 4:0 in Schottland. Zweimal gab es ein Remis, die einzige Niederlage kassierte Deutschland in der WM-Qualifikation im April 2022 (2:3 in Serbien).

Update, 20.25 Uhr: Luxus übrigens für den französischen Trainer. Trotz des 5:2-Erfolgs gegen Niederlande wechselt Laurant Bonadej gleich viermal. Denn: Gegen den starken Gegner verzichtete er tatsächlich auf ein Stamm-Quartett – und dennoch sprang der Kantersieg bei heraus.

Update, 20.12 Uhr: Die höchste deutsche EM-Pleite aller Zeiten hat dann wohl doch Spuren hinterlassen. Zwar hatte Frauen-Bundestrainer Christian Wück noch angekündigt, „nicht alles über den Haufen zu werfen“ – gefühlt hat er es aber doch gemacht. Weiteres Beispiel neben der Versetzung von Schüller auf die Bank: Das EM-Debüt von Franziska Kett.

Update, 20.00 Uhr: Noch eine Stunde bis zum Anpfiff. Das wird heute eine gigantische Atmosphäre. Der St. Jakob-Park ist bereits jetzt außerordentlich gut besucht.

Update, 19.45 Uhr: Wie immer werden pünktlich und auf die Minute genau 75 Minuten vor Spielbeginn die Aufstellungen bekanntgegeben. Bundestrainer Wück haut mal so richtig einen raus – und setzt Topstürmerin Lea Schüller vorerst auf die Bank.

Update, 19.30 Uhr: In exakt 90 Minuten geht es in Basel los. Die DFB-Elf will vor sicherlich prall gefüllter Kulisse den Einzug in das Halbfinale schaffen.

Erstmeldung, 19. Juli, 17.00 Uhr: Basel – Es ist das erste Alles-oder-Nichts-Spiel. Als stünden die deutschen Frauen bei der EM in der Schweiz nicht ohnehin schon genug unter Druck, endete das letzte Gruppenspiel gegen Schweden dann auch noch in einem 1:4-Desaster. Doch obwohl besonders die Defensive mächtig ins Wanken geriet, wird der Fokus abermals nach vorne gerichtet. Alle Ergebnisse und Partien im Überblick finden Sie in unserem EM-Spielplan.

Die deutschen Fußballerinnen wollen nämlich Torjägerin Lea Schüller im EM-Viertelfinale gegen Frankreich besser einsetzen. „Das ist im Fokus. Lea hat ja eine beeindruckende Torquote. Sie ist eine Stürmerin, die nicht oft am Ball sein muss, um dann effizient zu sein“, sagte Co-Trainerin Maren Meinert bei einer DFB-Pressekonferenz in Zürich.

DFB-Stürmerin Schüller mit beeindruckender Torquote

Die 27 Jahre alte Schüller kann zwar auf zwei Turniertore verweisen, war aber in bisher allen drei Spielen über lange Phasen untergetaucht und wurde jeweils für die Leipzigerin Giovanna Hoffmann ausgewechselt. Die Stürmerin vom FC Bayern München kann bis dato auf stattliche 54 Tore in 78 Länderspiele verweisen.

Giulia Gwinn zwischen Himmel und Hölle – Verletzungen, Erfolge und Privates der DFB-Kapitänin

Ihre Fußballbegeisterung entwickelte sich von klein auf. Gwinn, die auch Bastian Schweinsteiger als eines ihrer Idole benennt, im passenden Bayern-Dress.
Ihre Fußballbegeisterung entwickelte sich von klein auf. Gwinn, die auch Bastian Schweinsteiger als eines ihrer Idole benennt, im passenden Bayern-Dress. © IMAGO / MIS; Instagram @giuliagwinn
Jedoch sollte es nicht beim Zuschauen bleiben. Den Vorbehalten ihrer Eltern zum Trotz schnürte Giulia bald selbst die Fußballschuhe und legte damit den Grundstein für ihre Karriere.
Jedoch sollte es nicht beim Zuschauen bleiben. Den Vorbehalten ihrer Eltern zum Trotz schnürte Giulia bald selbst die Fußballschuhe und legte damit den Grundstein für ihre Karriere. © IMAGO; Instagram @giuliagwinn
Über Friedrichshafen und Ravensburg ging es weiter nach Südbaden. Beim SC Freiburg startete 2015 ihre Profilaufbahn. Bis 2019 sollte sie im Schwarzwald bleiben.
Über Friedrichshafen und Ravensburg ging es weiter nach Südbaden. Beim SC Freiburg startete 2015 ihre Profilaufbahn. Bis 2019 sollte sie im Schwarzwald bleiben. © Oliver Zimmermann
Ihre Befähigung für große Aufgaben blieb nicht unbemerkt. Im November 2017 debütierte sie unter Steffi Jones in der A-Nationalmannschaft – beim 4:0-Sieg der DFB-Frauen über Frankreich.
Ihre Befähigung für große Aufgaben blieb nicht unbemerkt. Im November 2017 debütierte sie unter Steffi Jones in der A-Nationalmannschaft – beim 4:0-Sieg der DFB-Frauen über Frankreich. © Oliver Baumgart
In Freiburg musste sie jedoch auch lernen, schmerzhafte Niederlagen zu verdauen. In der Saison 2018/19 blieb der große Coup aus, als der SC im Endspiel des DFB-Pokals im Müngersdorfer Stadion mit 0:1 gegen den VfL Wolfsburg verlor.
In Freiburg musste sie jedoch auch lernen, schmerzhafte Niederlagen zu verdauen. In der Saison 2018/19 blieb der große Coup aus, als der SC im Endspiel des DFB-Pokals im Müngersdorfer Stadion mit 0:1 gegen den VfL Wolfsburg verlor. © Peter Hartenfelser via www.imago-images.de
Die Niederlage setzte zugleich einen Schlusspunkt unter das Kapitel SC Freiburg. Als ihr Herzensverein Bayern München anklopfte, folgte sie dem Ruf in die bayerische Landeshauptstadt.
Die Niederlage setzte zugleich einen Schlusspunkt unter das Kapitel SC Freiburg. Als ihr Herzensverein Bayern München anklopfte, folgte sie dem Ruf in die bayerische Landeshauptstadt. ©  IMAGO / kolbert-press; Instagram @giuliagwinn
Statt sich als ‚die Neue‘ am Campus unterzuordnen, wird sie beim FC Bayern sofort zur tragenden Säule. In der Saison 2019/20 absolvierte sie alle Partien für die Münchnerinnen von Beginn an.
Statt sich als ‚die Neue‘ am Campus unterzuordnen, wird sie beim FC Bayern sofort zur tragenden Säule. Vor und nach ihrer Verletzungspause absolvierte sie alle Partien für die Münchnerinnen von Beginn an. © kolbert-press/Ulrich Gamel via www.imago-images.de
Dann jedoch erlitt der fulminante Aufstieg einen herben Rückschlag: Im EM-Qualifikationsspiel gegen Irland am 19. September 2020 zog sie sich einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu und fiel mehrere Monate aus.
Dann jedoch erlitt der fulminante Aufstieg einen herben Rückschlag: Im EM-Qualifikationsspiel gegen Irland am 19. September 2020 zog sie sich einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu und fiel mehrere Monate aus. © UWE KRAFT via www.imago-images.de
In ihrer verletzungsbedingten Abwesenheit wird der FC Bayern 2021 Meister. Bei den Feierlichkeiten ist Gwinn dennoch selbstverständlich mit dabei.
In ihrer verletzungsbedingten Abwesenheit wird der FC Bayern 2021 Meister. Bei den Feierlichkeiten ist Gwinn dennoch selbstverständlich mit dabei. © Sven Leifer via www.imago-images.de
Bei der EM 2022 ist Gwinn zurück im Kreis der Nationalmannschaft. Nach dem Finale wählt die UEFA sie in die Elf des Turniers.
Bei der EM 2022 ist Gwinn zurück im Kreis der Nationalmannschaft. Nach dem Finale wählt die UEFA sie in die Elf des Turniers. © IMAGO/Eibner/Memmler
Die Europameisterschaft endet jedoch mit einer herben Enttäuschung: Im Finale unterliegt das DFB-Team England mit 2:1.
Die Europameisterschaft endet jedoch mit einer herben Enttäuschung: Im Finale unterliegt das DFB-Team England mit 2:1. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl
Im Oktober desselben Jahres der nächste Schock: Im Training vor dem Test-Länderspiel gegen Frankreich im Oktober 2022 in Dresden verletzte sie sich erneut am Knie. Ihre Teamkolleginnen tragen sie jedoch symbolisch bei sich.
Im Oktober desselben Jahres der nächste Schock: Im Training vor dem Test-Länderspiel gegen Frankreich im Oktober 2022 in Dresden verletzte sie sich erneut am Knie. Ihre Teamkolleginnen tragen sie jedoch symbolisch bei sich. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Bert Harzer
2023 folgt der nächste Meistertitel, zu dem sie auf dem Feld kaum beitragen kann. Dennoch bringt sie positive Energie in den Kreis der Mannschaft ein.
2023 folgt der nächste Meistertitel, zu dem sie auf dem Feld kaum beitragen kann. Dennoch bringt sie positive Energie in den Kreis der Mannschaft ein. © IMAGO/Michaela Merk
Und bei den traditionellen Feierlichkeiten am Marienplatz beweisen die Bayern-Frauen, dass sie ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen.
Und bei den traditionellen Feierlichkeiten am Marienplatz beweisen die Bayern-Frauen, dass sie ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen. © IMAGO/Karsten Lauer
Das Auf und Ab ihrer Karriere muss Gwinn dabei nicht allein durchstehen – sie ist mit Constantin Frommann liiert.
Das Auf und Ab ihrer Karriere muss Gwinn dabei nicht allein durchstehen – sie ist mit Constantin Frommann liiert. © IMAGO
Mit dem ehemaligen Torwart, der in der Jugend des SC Freiburg ausgebildet wurde, lässt es sich auch hervorragend über Fußball fachsimpeln.
Mit dem ehemaligen Torwart, der in der Jugend des SC Freiburg ausgebildet wurde, lässt es sich auch hervorragend über Fußball fachsimpeln. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler
Während ihrer Abstinenz vom Spielfeld bleibt ihre Meinung gefragt. Die WM 2023 begleitet sie als Expertin im ZDF.
Während ihrer Abstinenz vom Spielfeld bleibt ihre Meinung gefragt. Die WM 2023 begleitet sie als Expertin im ZDF. © IMAGO/Martin Hoffmann
In der Saison 2023/24 sollte es wieder aufwärts gehen. Gwinn bestritt insgesamt 48 Pflichtspiele für den FC Bayern und das DFB-Team. Am Ende der Bundesliga-Saison stand zudem der nächste Meistertitel – lediglich das Pokalfinale ging gegen die Rivalinnen aus Wolfsburg verloren.
In der Saison 2023/24 sollte es wieder aufwärts gehen. Gwinn bestritt insgesamt 48 Pflichtspiele für den FC Bayern und das DFB-Team. Am Ende der Bundesliga-Saison stand zudem der nächste Meistertitel – lediglich das Pokalfinale ging gegen die Rivalinnen aus Wolfsburg verloren. © IMAGO/Oliver Zimmermann
Typisch bayerisch: Auch bei den FCB-Frauen fliegen zum Titel Weißbierduschen durch die Luft.
Typisch bayrisch: Auch bei den FCB-Frauen fliegen zum Titel Weißbierduschen durch die Luft. © IMAGO/Kirchner/David Inderlied
In der Saison 2024/25 setzt sich der Erfolgslauf fort: Neben der Meisterschaft holen die Bayern-Frauen auch den Pokal und den Supercup. In der Champions League müssen Gwinn & Co. im Viertelfinale gegen Lyon die Segel streichen.
In der Saison 2024/25 setzt sich der Erfolgslauf fort: Neben der Meisterschaft holen die Bayern-Frauen auch den Pokal und den Supercup. In der Champions League müssen Gwinn & Co. im Viertelfinale gegen Lyon die Segel streichen. © IMAGO/Merk
Ein Schnappschuss vom DFB-Pokal für das Erinnerungsalbum.
Ein Schnappschuss vom DFB-Pokal für das Erinnerungsalbum. © IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel
Im Februar 2025 wird Gwinn eine große Ehre zuteil – nachdem sie das Amt der Kapitänin bereits ‚auf Probe‘ ausgeübt hatte, wird sie von Bundestrainer Christian Wück zur dauerhfaten Nachfolgerin von Alexandra Popp im DFB-Team ernannt.
Im Februar 2025 wird Gwinn eine große Ehre zuteil – nachdem sie das Amt der Kapitänin bereits ‚auf Probe‘ ausgeübt hatte, wird sie von Bundestrainer Christian Wück zur dauerhfaten Nachfolgerin von Alexandra Popp im DFB-Team ernannt. © IMAGO/Laci Perenyi
Zwischenzeitlich sorgte sie noch anderweitig für Aufsehen: Da Erinnerungen gut festgehalten gehören, veröffentlichte sie zusammen mit Julien Wolff ihr Buch ‚Write Your Own Story‘, in dem sie ihren Weg vom Bolzplatz bis an die Weltspitze erzählt.
Zwischenzeitlich sorgte sie noch anderweitig für Aufsehen: Da Erinnerungen gut festgehalten gehören, veröffentlichte sie zusammen mit Julien Wolff ihr Buch ‚Write Your Own Story‘, in dem sie ihren Weg vom Bolzplatz bis an die Weltspitze erzählt. ©  IMAGO / Beautiful Sports; Instagram @giuliagwinn
Für die EM 2025 in der Schweiz liegen viele Hoffnungen auf der 26-Jährigen. Bereits im ersten Spiel folgt ein großer Schock: Bei einer riskanten Abwehraktion zieht sie sich eine Innenbandverletzung zu, die ihr erstes Turnier als DFB-Kapitänin abrupt beendet.
Für die EM 2025 in der Schweiz liegen viele Hoffnungen auf der 26-Jährigen. Bereits im ersten Spiel folgt ein großer Schock: Bei einer riskanten Abwehraktion zieht sie sich eine Innenbandverletzung zu, die ihr erstes Turnier als DFB-Kapitänin abrupt beendet. © IMAGO/Laci Perenyi
Nach dem Ereignis ist die Anteilnahme von Fans und Medien enorm. Auf die Unterstützung ihrer Teamkolleginnen kann sie sich ohnehin verlassen, stand sie doch nicht zuletzt dem Kollektiv vor, das mit guter Laune und viel Teamgeist zum Turnier gereist ist.
Nach dem Ereignis ist die Anteilnahme von Fans und Medien enorm. Auf die Unterstützung ihrer Teamkolleginnen kann sie sich ohnehin verlassen, stand sie doch nicht zuletzt dem Kollektiv vor, das mit guter Laune und viel Teamgeist zum Turnier gereist ist. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler

„Wir wollen Lea mit ins Spiel bringen, sie ist eine unglaublich wichtige Spielerin, macht Tore mit sehr wenigen Kontakten“, erklärte auch Mittelfeldspielerin Sjoeke Nüsken vor der Partie gegen die Französinnen am Samstag (21 Uhr – alle TV-Infos hier) in Basel. „Wenn wir unsere Flankenqualität noch ein bisschen besser hinbekommen, dass wir Lea besser in Szene setzen, dann hoffen wir, dass sie auch mehr Tore schießt.“

DFB-Außenstürmerinnen bisher im Fokus

Im deutschen Team standen bisher mehr die Außenstürmerinnen Klara Bühl und Jule Brand im Fokus. „Wir haben ja auch dahinter Spielerinnen im defensiven Mittelfeld, die durchaus torgefährlich werden können. Das sollten wir natürlich auch noch einsetzen“, sagte Meinert. Die 51 Jahre alte Assistentin von Bundestrainer Christian Wück war als Spielerin schon dreimal Europameisterin.

DFB-Stürmerin Lea Schüller (l.) soll im EM-Viertelfinale gegen Frankreich noch besser in Szene gesetzt werden.

Das DFB-Team war nach eineinhalb freien Tagen am Dienstag wieder ins Training auf dem Sportplatz in Zürich-Buchlern eingestiegen – bei strömendem Regen. Wück hielt zu Beginn eine gestenreiche Ansprache im Spielerinnenkreis. Er nahm zudem Kapitänin Janina Minge vom VfL Wolfsburg und deren Stellvertreterin Nüsken (FC Chelsea) extra für ein paar Worte zur Seite. Nach dem 1:4 gegen Schweden zum Vorrundenabschluss gab es beim achtfachen Europameister einiges aufzuarbeiten. (rele)

Rubriklistenbild: © IMAGO

Kommentare