VonLars Pollmannschließen- Luca Hartmannschließen
Gareth Southgate tritt als Englands Nationaltrainer zurück. Wer wird sein Nachfolger bei den Three Lions? Zwei deutsche Trainer gelten als Kandidaten.
London – Paukenschlag bei der englischen Nationalmannschaft am Dienstag, zwei Tage nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien: Trainer Gareth Southgate gibt seinen Posten als Nationaltrainer auf.
In einer emotionalen Botschaft verabschiedet er sich nach acht Jahren als Trainer und zwei verlorenen EM-Finals in Folge von den Fans. „Es hat mir alles bedeutet, und ich habe alles gegeben. Aber es ist Zeit für eine Veränderung und für ein neues Kapitel. Das Finale in Berlin am Sonntag war mein letztes Spiel“, teilte er mit.
Trotz EM-Finaleinzug: Southgate tritt als England-Trainer zurück
Bei der Europameisterschaft in Deutschland hatte es die englische Fußballnationalmannschaft bis zum Finale geschafft, musste sich jedoch letztlich Spanien beugen. Trotz einer verbesserten Leistung in der K.o.-Phase unter Southgate, war die Kritik an der Spielweise der Three Lions in ihrem Heimatland deutlich hörbar. Ein Rückzug des Trainers war immer wieder im Gespräch und wurde von Fans teils öffentlich gefordert.
Die weitläufige Meinung in England war, dass Southgate, trotz seiner Verdienste, am Ende eines Zyklus angekommen ist und seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht verlängern sollte, um Raum für einen neuen Trainer zu schaffen – genau das hat der 53-Jährige am Dienstag vorzeitig getan.
Deutsche Trainer als Nachfolger von Southgate gehandelt
Schon vor Southgates Rücktritt wurde in England fleißig über die Nachfolge diskutiert, mit der endlich der letzte Schritt zu einem großen Titel gelingen soll. Als Favorit gilt Graham Potter, der ehemalige Trainer von Brighton & Hove Albion und des FC Chelsea. Aber auch Eddie Howe von Newcastle United hat Befürworter.
Jedoch werden auch mehrere deutsche Trainer als Nachfolger gehandelt. Es wäre von enormer Bedeutung, wenn ein deutscher Trainer die Rolle übernehmen würde, angesichts der großen historischen und fußballerischen Rivalität mit Deutschland. In der Vergangenheit gab es bereits zwei ausländische Trainer, den Schweden Sven-Göran Eriksson und den Italiener Fabio Capello. Die Diskussionen würden jedoch noch intensiver werden, sollte ein Trainer aus Deutschland die Rolle übernehmen.
Klopp als England-Nationalcoach im Gespräch
Die stolzen Engländer könnten jedoch darüber hinwegsehen, wenn Jürgen Klopp nach seinem Abschied vom FC Liverpool die Nachfolge von Southgate antreten würde. Der Startrainer hat kürzlich offenbar eine Anfrage der USA entschieden abgelehnt. Nach den anstrengenden Jahren bei Liverpool möchte Klopp eine Pause einlegen, selbst das Ende seiner Trainerkarriere hat er nicht ausgeschlossen.
Trotzdem ist auf der Insel bereits eine Klopp-Kampagne im Gange. Der einflussreiche Fernsehmoderator und ehemalige Rekordtorschütze der englischen Nationalmannschaft, Gary Lineker, forderte den Verband in seinem Podcast ‚The Rest is Football‘ auf, bei Klopp alle Hebel in Bewegung zu setzen. Auch die Tageszeitung The Guardian bezeichnet Klopp als „perfekten Nachfolger“ für Southgate.
Spektakuläre Nachfolge? Ex-Bayern-Trainer Tuchel soll an England-Posten interessiert sein
Ob Klopp sich für ein Engagement bei den Three Lions begeistern könnte, bleibt abzuwarten. Bei einem anderen deutschen Kandidaten für den Posten scheint die Antwort auf diese Frage bereits festzustehen: Laut der Boulevardzeitung The Sun ist Thomas Tuchel sehr an der Position des englischen Nationaltrainers interessiert. Tuchel soll bereits nach der WM 2022 seine Bereitschaft signalisiert haben, den Posten zu übernehmen.
Tuchel hat nach seinem Engagement beim FC Chelsea immer wieder in höchsten Tönen von seiner Zeit auf der Insel geschwärmt, obwohl sie abrupt endete, als die neuen Besitzer der Blues den Champions-League-Sieger durch Potter ersetzten. Mit seinen Erfolgen bei Paris Saint-Germain, Chelsea und beim FC Bayern hat Tuchel den nötigen Lebenslauf, um einen ernsthaften Kandidaten darzustellen.
Allerdings ist Tuchel sicherlich nicht der große „Menschenfänger“, wie Klopp oft bezeichnet wird. Ob die stolze Fußballnation England auch bei Tuchel bereit wäre, seine deutsche Nationalität zu übersehen, ist wohl fraglich.
Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa



