Manchester United riskiert auf dem Transfermarkt „All-in“. Trainer Ruben Amorim kann sein Wunschsystem implementieren. Scheitern darf das freilich nicht.
Manchester – 153,20 Millionen Euro hat Manchester United auf dem Transfermarkt bislang investiert.
Führende Köpfe bei den Red Devils unter Druck
Matheus Cunha und Bryan Mbeumo kamen von den Wolverhampton Wanderers und dem FC Brentford. Nicht jeder Mitarbeiter im Klub des englischen Traditionsvereins hätte solch hohe Summen an Klubs aus der Premier-League-Mittelklasse überwiesen. Doch sie sollen im Optimalfall Schlüsselspieler im 3-4-2-1-System von Trainer Ruben Amorim werden.
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Der Portugiese wurde mit einer lange nicht gekannten Machtfülle ausgestattet. Amorim rennt den Erwartungen bislang hinterher. 17 Siege, acht Remis und 17 Niederlagen bedeuten nach 42 Partien als Chefcoach von Manchester einen Schnitt von 1,4 Punkten pro Partie. Das ist definitiv viel zu wenig für die Ansprüche eines Vereins, der seit 2013 auf den 21. Meistertitel wartet.
Geschäftsführer Omar Berrada und der Sportliche Leiter Jason Wilcox stehen unter Druck. Sie verpflichteten für elf Millionen Euro im November vergangenen Jahres mit Amorim einen großen Namen von Sporting Lissabon. Er erklärte bei seinem Antritt: „Das Wichtigste für mich ist im Moment, die Prinzipien, die Identität und den Charakter, den wir in der Vergangenheit hatten, wiederherzustellen.“
Manchester nimmt 150 Millionen Euro für zwei Spieler in die Hand
Gelungen ist ihm das bisher noch nicht. Die Saison endete auf einem enttäuschenden 15. Platz, das Europa-League-Endspiel gegen die Tottenham Hotspur ging mit 0:1 verloren. Viel tiefer kann ein erfolgsverwöhnter Klub wie United kaum noch fallen. Es gilt, den Weg zurück in die Spitzengruppe zu finden. Die Red Devils haben sich bei der Suche nach neuem Personal bewusst in der Premier League umgesehen.
Knapp 150 Millionen Euro für Cunha und Mbeumo sind einerseits viel Geld, ein Vabanquespiel. Andererseits kommen mit ihnen 23 (Cunha) und 29 (Mbeumo) Scorerpunkte. Das Duo soll die einzige Spitze in Szene setzen. Wer das zukünftig sein wird? Rasmus Höjlund und Joshua Zirkzee konnten die Zweifel an ihrer Tauglichkeit für Manchester noch nicht beseitigen.
Absolut Fussball, das Fußball-Portal von Home of Sports, weiß vom gesteigerten Interesse an Benjamin Sesko (RB Leipzig. Neben ihm stehen noch Nicolas Jackson (FC Chelsea) und Ollie Watkins (Aston Villa) im Fokus der Red Devils. Reicht das für den Angriff auf die obersten Plätze?
Nur vier Premier-League-Teams haben mehr Marktwert als Manchester United
Laut der Online-Plattform transfermarkt.de muss sich United (870 Millionen Euro) marktwerttechnisch hinter Manchester City (1,34 Mrd. Euro), FC Chelsea (1,26), Arsenal (1,21) und Liverpool (1,08) einordnen. Und doch ist der Abstand zum Rest der Liga noch gewaltig. Obwohl die Red Devils seit mehr als einem Jahrzehnt in der nationalen Liga den Ansprüchen hinterherrennen, sind sie weiter ein „massive Club“, wie Mbeumo bei seiner Präsentation schwärmte.
Dennoch befindet sich Manchester auch seit dem Wechsel zu Ineos-Gründer Sir Jim Ratcliffe auf Identitätssuche. „Jugend, Mut, Erfolg“, dieser Slogan wurde einst mit dem Klub aus dem Nordwesten Englands in Verbindung gebracht. Es wird sich zeigen, ob die jetzt gezogenen Schlüsse den Klub zu Erfolgen führen können.
Und der Umbruch auf allen Ebenen jedenfalls ist noch nicht abgeschlossen. Marcus Rashford, Alejandro Garnacho, Tyrell Malacia (Fenerbahce war an ihm interessiert) oder Antony könnten dringend benötigte Millionen einbringen. Scheitert dieses Projekt Amorim, dann werden erneut Köpfe rollen. Es ist der x-te Drahtseilakt bei den Red Devils.