Kein Schnee in Nove Mesto

Trauerspiel bei Biathlon-WM droht: „Es gibt keinen Plan B“

  • schließen

Die Biathlon-WM ist für die Skijäger das Highlight der Saison. Doch bei den Titelkämpfen in Tschechien herrschen schlechte Bedingungen. Ein Wetter-Fiasko bahnt sich an.

Nove Mesto – Die Vorfreude auf die Biathlon-WM wird durch schlechtes Wetter getrübt. Wobei man wohl eher sagen muss, dass das Wetter zu gut ist, genauer gesagt zu warm. Denn im tschechischen Nove Mesto, wo ab Mittwoch (7. Februar) die Titelkämpfe der Skijäger stattfinden, herrschen deutlich zu hohe Temperaturen – Schnee gibt es nicht. Der Weltmeisterschaft droht ein Trauerspiel.

Hohe Temperaturen, Regen und Wind: Biathlon-WM in Nove Mesto könnte ungemütlich werden

Athleten und Organisatoren dürfte das zu milde Klima bei der Biathlon-WM in Nove Mesto vor große Herausforderungen stellen. „Das Wetter ist im Moment nicht günstig, das ist eine Tatsache. Aber wir glauben, dass wir bereit sind“, sagte Wettkampfleiter Vlastimil Jakes der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit herrschen deutliche Plusgrade, auch nachts gibt es keinen Frost mehr, ab Mittwoch ist sogar Regen angekündigt, es könnte stürmisch werden. Am Montag wurde das Training wegen zu starkem Wind abgesagt. „Wir beobachten die Wettervorhersage ständig und hoffen auf eine Verbesserung in der zweiten WM-Woche“, sagte Jakes. Keine allzu rosigen Aussichten für das Wintersport-Event in Tschechien.

Bei der Biathlon-WM im tschechischen Nove Mesto ist es viel zu warm.

Trauerspiel bei Biathlon-WM droht: „Es gibt keinen Plan B“

Auch der Biathlon-Weltverband setzt auf etwas kältere Temperaturen in der zweiten WM-Hälfte. „Wir machen uns keine Sorgen. Die Schneedepots sind gut gefüllt. Einen Plan B gibt es nicht und wäre jetzt auch nicht mehr umsetzbar“, teilte IBU-Kommunikationsdirektor Christian Winkler auf dpa-Anfrage mit.

In Gefahr sind die Wettkämpfe nicht, es wurde genügend Kunstschnee vorproduziert. „Wir haben noch 50 000 Kubikmeter Schnee im Depot. Wir machen uns keine Sorgen wegen Schneemangels, aber bei schlechtem Wetter wie Temperaturen über null und Regen wird die Qualität des Schnees nicht so gut sein wie bei Minusgraden“, sagte Jakes.

Geisenberger, Frenzel & Co.: Diese deutschen Wintersport-Stars haben 2023 ihre Karriere beendet

Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
Biathletin Denise Herrmann-Wick jubelt vor dem Holmenkollen.
Es war der Paukenschlag in der Wintersport-Saison 2022/23: Ex-Langläuferin und Biathletin Denise Herrmann-Wick beendete als amtierende Olympiasiegerin ihre Karriere. © IMAGO/VEGARD GRØTT
Eric Frenzel wird von Sportler der Nordischen Kombination verabschiedet.
Ein ganz großer deutscher Sportler verlässt die Nordische Kombination: Eric Frenzel. 2014 und 2018 wurde er Olympiasieger. © IMAGO/GEPA pictures/ Patrick Steiner
Nico Ihle beim Eisschnelllauf.
Der Eisschnellläufer Nico Ihle beendete seine lange Karriere mit 37 Jahren. Sein größter Erfolg: Die WM-Silbermedaille 2017 in Gangneung. ©  via www.imago-images.de
Die deutsche Biathletin Luise Müller beim IBU Cup in Pokljuka.
Die deutsche Nachwuchs-Hoffnung im Biathlon, Luise Müller (22), verkündete völlig überraschend ihr Karriereende. © IMAGO/Harald Deubert
Der deutsche Skifahrer Julian Rauchfuss bei der Abfahrt.
Eine Silbermedaille nahm Technik-Spezialist Julian Rauchfuss bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking mit nach Hause. © IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
Die Biathletin Vanessa Hinz am Schießstand bei ihrem letzten Rennen in Obertilliach
Von Verletzungen und Rückschlägen in der Saison 2022/23 verfolgt: Vanessa Hinz. Die 31-jährige Biathletin hörte 2023 nach ihrem letzten Rennen beim IBU Cup in Obertilliach auf. WM-Silber 2020 im Einzel ist einer ihrer größten Triumpfe. © Harald Deubert/imago
Der deutsche Sportler Jonas Dobler beim Skilanglauf.
Jonas Dobler (Skilanglauf) beendete nach zehn Jahren im Weltcup seine Karriere. © IMAGO/Eibner/Memmler
Nolan Seegert tanzt mit seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase auf dem Eis.
Der 30-jährige Nolan Seegert beendete seine Karriere als Paarläufer aufgrund der Trennung von seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase (l.). © IMAGO/Stephanie Gouiran
Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
Der 30-jährige Paul Fentz beim Eiskunstlauf.
Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
Der deutsche Skirennfahrer David Ketterer beendete den Weltcup in Chamonix auf dem 22. Platz.
Mit David Ketterer haben gleich drei deutsche DSV-Asse ihre Ski nach dieser Saison abgeschnallt. Der 29-jährige gebürtige Donaueschinger kämpfte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen - 2022 wurde „Kette“ zudem Vater.  © Mario Buehner/GEPA pictures/imago

Kein Schnee bei Biathlon-WM: Organisatoren haben vorgesorgt – bizarre Bilder erwartet

Auf den Strecken rund um die Vysocina Arena liegt ein Meter Kunstschnee. Zum Schutz und mit Blick auf den WM-Start am kommenden Mittwoch mit der Mixed-Staffel (hier geht es zum Sendeplan der Biathlon-WM) sind alle Strecken und auch der gesamte Stadionbereich abgedeckt.

Das schlechte Wetter werde sich natürlich auch auf den optischen Aspekt der WM auswirken. Schnee liegt in Nove Mesto nicht, nur die präparierten Strecken deuten auf den anstehenden Saison-Höhepunkt der Skijäger hin. Für Dorothea Wierer könnte es das letzte große Highlight werden, die Biathlon-Ikone lässt ihre Zukunft offen – Karriereende nach der Saison? (ck/dpa)

Rubriklistenbild: © Lubos Pavlicek/Imago

Kommentare