Abgang oder Verbleib?

Ex-Bayern-Star Alaba am Scheideweg: Bleibt er bei Real – oder geht er?

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David Alaba hadert bei Real Madrid mit seiner Zukunft: hochdotierter Vertrag, unklare Perspektive und die Frage, ob er sich noch einmal durchsetzen kann.

Madrid – Vier Jahre ist es inzwischen bereits her, da wechselte David Alaba ablösefrei vom FC Bayern zu Real Madrid. Der Österreicher avancierte beim spanischen Rekordmeister auf Anhieb zum Stammspieler, gewann in seiner Debütsaison sogar die Champions League. Seither hat sich jedoch einiges getan. Alabas Standing bei den Königlichen ist ein weitaus anderes als noch vor paar Jahren.

David Alaba steht bei Real Madrid noch bis 2026 unter Vertrag.

Alaba steht im August 2025 an einem kritischen Punkt seiner Karriere. Nach einer langen Verletzungsmisere trainiert der 33-Jährige bei den Blancos zwar wieder voll mit, wirkt motiviert und körperlich bereit für die neue Saison. Gleichzeitig sendet die Vereinsführung aber Signale für einen strategischen Reset: Alabas mächtiger Vertrag bis 2026 und dessen jüngste Verletzungshistorie lassen ihn sportlich wie finanziell zur heiklen Variable werden.

Real Madrid würde David Alaba wohl gerne abgeben

Die Chronik, die zu diesem Dilemma führte, ist bekannt – und brutal. Im Dezember 2023 riss sich Alaba das vordere Kreuzband im linken Knie, die anschließende Reha zog sich über ein Jahr bis zum Comeback im Januar 2025 hin. Danach kamen nur wenige Einsätze zustande; insgesamt waren es in der zweiten Saisonhälfte rund 600 Minuten über alle Wettbewerbe, immer wieder unterbrochen von muskulären Problemen und erneuten Beschwerden.

Ende April 2025 folgte ein Innenmeniskusriss, Ende Juni eine Wadenverletzung – seit Anfang August trainiert er wieder ohne sichtbare Einschränkungen mit der Mannschaft. Finanziell ist Alaba ein Schwergewicht: Laut der spanischen Sportzeitung AS zählt der frühere Bayern-Profi bei Real mit einem taxierten Jahresnettogehalt von 10,5 Millionen Euro zu den Spitzenverdienern. Demnach wäre dem Klub an einem zeitnahen Abschied gelegen, um die Gehaltsliste zu entlasten.

Tränen, Trauer und Unmut: Die emotionalsten Abschiede beim FC Bayern München

Am 23. Mai 2015 absolvierte Bastian Schweinsteiger gegen Mainz 05 sein letztes Pflichtspiel für den FC Bayern. Es war gleichzeitig sein 500. Bundesligaspiel.
Am 23. Mai 2015 absolvierte Bastian Schweinsteiger gegen Mainz 05 sein letztes Pflichtspiel für den FC Bayern. Es war gleichzeitig sein 500. Bundesligaspiel. © IMAGO / photoarena/Eisenhuth
Rund drei Jahre später wurde Schweinsteiger dann auch mit einem offiziellen Abschiedsspiel verabschiedet. In einem Freundschaftsspiel trat der FCB gegen Schweinsteigers damaliges Team Chicago Fire an.
Rund drei Jahre später wurde Schweinsteiger dann auch mit einem offiziellen Abschiedsspiel verabschiedet. In einem Freundschaftsspiel trat der FCB gegen Schweinsteigers damaliges Team Chicago Fire an. © Philippe Ruiz
Gleich mehrere Bayern-Abschiede erlebte Claudio Pizarro. Der Peruaner verließ den FCB 2017 nach sechs Jahren in Richtung FC Chelsea. Nach einem Zwischenstopp in Bremen kehrte er 2012 zum FC Bayern zurück.
Gleich mehrere Bayern-Abschiede erlebte Claudio Pizarro. Der Peruaner verließ den FCB 2007 nach sechs Jahren in Richtung FC Chelsea. Nach einem Zwischenstopp in Bremen kehrte er 2012 zum FC Bayern zurück. © IMAGO / Lackovic
2015 war dann aber endgültig Schluss. Nach mehr als 200 Spielen und 87 Toren sagte Pizarro den Bayern-Fans „adios“.
2015 war dann aber endgültig Schluss. Nach mehr als 200 Spielen und 87 Toren sagte Pizarro den Bayern-Fans „adios“. © IMAGO / MIS
2017 gab es einen weiteren emotionalen Bayern-Abschied. Kapitän Philipp Lahm beendete seine Karriere beim deutschen Rekordmeister.
2017 gab es einen weiteren emotionalen Bayern-Abschied. Kapitän Philipp Lahm beendete seine Karriere beim deutschen Rekordmeister. © IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne
Der Weltmeister von 2014 verabschiedete sich auch beim FCB mit einem Titel. Mit seiner Mannschaft sicherte er sich die Deutsche Meisterschaft. Es war die achte Meisterschaft seiner Karriere.
Der Weltmeister von 2014 verabschiedete sich auch beim FCB mit einem Titel. Mit seiner Mannschaft sicherte er sich die Deutsche Meisterschaft. Es war die achte Meisterschaft seiner Karriere. © IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne
Mit seinem Abschied war Lahm an diesem Tag nicht alleine. Auch Xabi Alonso sagte dem Rekordmeister an diesem Tag Lebewohl.
Mit seinem Abschied war Lahm an diesem Tag nicht alleine. Auch Xabi Alonso sagte dem Rekordmeister an diesem Tag Lebewohl. © photoarena / Thomas Eisenhuth
Gemeinsam gewannen die beiden Weltstars beim FCB drei Meisterschaften, den DFB-Pokal und den Supercup. Zwei grandiose Karrieren, die ein gemeinsames Ende fanden.
Gemeinsam gewannen die beiden Weltstars beim FCB drei Meisterschaften, den DFB-Pokal und den Supercup. Zwei grandiose Karrieren, die ein gemeinsames Ende fanden. © photoarena / Thomas Eisenhuth
Ein Abschied, der zu Tränen rührte. 2019 war nach 12 Jahren beim FCB für Franck Ribéry Schluss. Der Franzose wechselte in die Serie A zum AC Florenz.
Ein Abschied, der zu Tränen rührte. 2019 war nach 12 Jahren beim FCB für Franck Ribéry Schluss. Der Franzose wechselte in die Serie A zum AC Florenz. © IMAGO / Nordphoto
Gemeinsam mit David Alaba bildete der Flügelspieler auf der linken Seite ein europaweit gefürchtetes Duo. Der Abschied des Fanlieblings war daher besonders emotional.
Gemeinsam mit David Alaba bildete der Flügelspieler auf der linken Seite ein europaweit gefürchtetes Duo. Der Abschied des Fanlieblings war daher besonders emotional. © Imago/photoarena / Thomas Eisenhuth
Vor allem auch, weil am selben Tag eine weitere Bayern-Legende in den Ruhestand ging. Arjen Robben verabschiedete sich damals in den vorübergehenden Ruhestand.
Vor allem auch, weil am selben Tag eine weitere Bayern-Legende in den Ruhestand ging. Arjen Robben verabschiedete sich damals in den vorübergehenden Ruhestand. © Imago/ photoarena / Thomas Eisenhuth
Robben war genau wie Ribéry eine Identifikationsfigur der Münchener. Unvergessen: Sein Siegtor im Champions-League-Finale 2013 gegen den BVB.
Robben war genau wie Ribéry eine Identifikationsfigur der Münchener. Unvergessen: Sein Siegtor im Champions-League-Finale 2013 gegen den BVB. © Imago/ photoarena / Thomas Eisenhuth
Aller guten Dinge sind drei: Mit Rafinha wurde am selben tag noch ein weiterer Akteur offiziell verabschiedet. Der Brasilianer lief von 2011 bis 2019 für den FCB auf.
Aller guten Dinge sind drei: Mit Rafinha wurde am selben Tag noch ein weiterer Akteur offiziell verabschiedet. Der Brasilianer lief von 2011 bis 2019 für den FCB auf. © IMAGO / Bernd Müller
Besonders traurig: Rafinha kam bei seinem letzten Spiel nicht zum Einsatz, saß 90 Minuten nur auf der Bank. Eine harte Entscheidung des damaligen Trainers Niko Kovac.
Besonders traurig: Rafinha kam bei seinem letzten Spiel nicht zum Einsatz, saß 90 Minuten nur auf der Bank. Eine harte Entscheidung des damaligen Trainers Niko Kovac. © IMAGO / photoarena/Eisenhuth
2021 sagte ein weiteres Bayern-Urgestein Adieu. Nach 13 Jahren und unzähligen Titeln zog es David Alaba zu Real Madrid.
2021 sagte ein weiteres Bayern-Urgestein Adieu. Nach 13 Jahren und unzähligen Titeln zog es David Alaba zu Real Madrid. © Frank Hoermann / SVEN SIMON
Alaba konnte sich zwar mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft vom Rekordmeister verabschieden. Allerdings musste diese vor leeren Corona-Rängen gefeiert werden.
Vor leeren Corona-Rängen konnte sich auch Alaba mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft vom Rekordmeister verabschieden. © Imago/ Frank Hoermann / SVEN SIMON
Das gleiche Schicksal ereilte Jérôme Boateng und Javi Martinez. Der langjährige deutsche Nationalspieler und der Spanier wurden ebenfalls ohne Zuschauer verabschiedet.
Das gleiche Schicksal ereilte Jérôme Boateng und Javi Martinez. Der langjährige deutsche Nationalspieler und der Spanier wurden ebenfalls ohne Zuschauer verabschiedet. © IMAGO / Poolfoto
Der Gewinn der Meisterschaft dürfte ihnen aber wohl dennoch Trost gespendet haben. Javi Martinez sagte bei seiner Verabschiedung: „Ich habe diesen Verein gelebt, immer alles für ihn gegeben.“
Der Gewinn der Meisterschaft dürfte ihnen aber wohl dennoch Trost gespendet haben. Javi Martinez sagte bei seiner Verabschiedung: „Ich habe diesen Verein gelebt, immer alles für ihn gegeben.“ © IMAGO / Sven Simon
Einen etwas unrühmlicheren Abschied erlebte Robert Lewandowski. Am 14. Mai 2022 stand er das letzte mal für den FC Bayern auf dem Platz. Nach dem Spiel sagte er: „Es ist gut möglich, dass das mein letztes Spiel für die Bayern war.“
Einen etwas unrühmlicheren Abschied erlebte Robert Lewandowski. Am 14. Mai 2022 stand er das letzte mal für den FC Bayern auf dem Platz. Nach dem Spiel sagte er: „Es ist gut möglich, dass das mein letztes Spiel für die Bayern war.“ © IMAGO/Teresa Kröger
Wenige Wochen später verkündete er dann: „Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei.“ Das sorgte für Spannungen mit der Vereinsführung. Lewandowski wechselte daraufhin zum FC Barcelona.
Wenige Wochen später verkündete er dann: „Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei.“ Das sorgte für Spannungen mit der Vereinsführung. Lewandowski wechselte daraufhin zum FC Barcelona.  © IMAGO/Alexander Pohl

Eine Verlängerung steht nicht zur Debatte. Entsprechend soll Real eine hohe Abfindung für eine vorzeitige Vertragsauflösung sondiert haben. Alaba soll sich mit dem Gedanken, das Handtuch zu werfen, aber nicht anfreunden können. Der Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft will dem Vernehmen nach unbedingt in Madrid bleiben, in seinem letzten Vertragsjahr um seinen Platz im Team von Trainer Xabi Alonso kämpfen wollen.

Hat David Alaba bei Real Madrid noch eine Chance?

Alonso, von 2014 bis 2017 Alabas Mitspieler beim FC Bayern, dürfte in der Innenverteidigung jedoch auf die Achse um Antonio Rüdiger und den nach einem Kreuzbandriss genesenen Éder Militão setzen; der aufstrebende Dean Huijsen, für knapp über 60 Millionen Euro aus Bournemouth gekommen, drängt darüber hinaus in die Startelf. Und daneben bewies der ebenfalls junge Raúl Asencio bereits in der Vorsaison Stammspieler-Qualitäten.

Mit dem Verbleib bei Real geht Alaba zumindest sportlich ins Risiko. Zu Saisonstart wird ihm wohl nichts anderes bleiben als die Ersatzbank. Alabas Trumpf im Ärmel: Er gilt als flexibel einsetzbarer Spieler, kann als Innenverteidiger, Linksverteidiger oder sogar im defensiven Mittelfeld spielen. Die jüngere Vergangenheit bei Real lehrt gut genug: Durch unvorhergesehene Ereignisse wie Verletzungen könnte Alaba doch noch unverhofft seine Chance nutzen.

Alaba gilt als Leader, als Kämpfer, als jemand, der sich nicht unterkriegen lässt, eine Gewinner-Mentalität besitzt. Nur müssen sich die Umstände bei Real auch so fügen, damit Alaba Trainer Alonso und der Vereinsführung seinen Wert unter Beweis stellen kann. Mit seinen 33 Jahren scheint für ihn erstmal nur die kurzfristige Zukunft bis Sommer 2026 zu zählen. Bis dahin will Alaba alles geben.

Rubriklistenbild: © IMAGO / NurPhoto

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