Ex-Bayern-Star Alaba am Scheideweg: Bleibt er bei Real – oder geht er?
VonAdrian Kühnel
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David Alaba hadert bei Real Madrid mit seiner Zukunft: hochdotierter Vertrag, unklare Perspektive und die Frage, ob er sich noch einmal durchsetzen kann.
Madrid – Vier Jahre ist es inzwischen bereits her, da wechselte David Alaba ablösefrei vom FC Bayern zu Real Madrid. Der Österreicher avancierte beim spanischen Rekordmeister auf Anhieb zum Stammspieler, gewann in seiner Debütsaison sogar die Champions League. Seither hat sich jedoch einiges getan. Alabas Standing bei den Königlichen ist ein weitaus anderes als noch vor paar Jahren.
Alaba steht im August 2025 an einem kritischen Punkt seiner Karriere. Nach einer langen Verletzungsmisere trainiert der 33-Jährige bei den Blancos zwar wieder voll mit, wirkt motiviert und körperlich bereit für die neue Saison. Gleichzeitig sendet die Vereinsführung aber Signale für einen strategischen Reset: Alabas mächtiger Vertrag bis 2026 und dessen jüngste Verletzungshistorie lassen ihn sportlich wie finanziell zur heiklen Variable werden.
Real Madrid würde David Alaba wohl gerne abgeben
Die Chronik, die zu diesem Dilemma führte, ist bekannt – und brutal. Im Dezember 2023 riss sich Alaba das vordere Kreuzband im linken Knie, die anschließende Reha zog sich über ein Jahr bis zum Comeback im Januar 2025 hin. Danach kamen nur wenige Einsätze zustande; insgesamt waren es in der zweiten Saisonhälfte rund 600 Minuten über alle Wettbewerbe, immer wieder unterbrochen von muskulären Problemen und erneuten Beschwerden.
Ende April 2025 folgte ein Innenmeniskusriss, Ende Juni eine Wadenverletzung – seit Anfang August trainiert er wieder ohne sichtbare Einschränkungen mit der Mannschaft. Finanziell ist Alaba ein Schwergewicht: Laut der spanischen Sportzeitung AS zählt der frühere Bayern-Profi bei Real mit einem taxierten Jahresnettogehalt von 10,5 Millionen Euro zu den Spitzenverdienern. Demnach wäre dem Klub an einem zeitnahen Abschied gelegen, um die Gehaltsliste zu entlasten.
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Eine Verlängerung steht nicht zur Debatte. Entsprechend soll Real eine hohe Abfindung für eine vorzeitige Vertragsauflösung sondiert haben. Alaba soll sich mit dem Gedanken, das Handtuch zu werfen, aber nicht anfreunden können. Der Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft will dem Vernehmen nach unbedingt in Madrid bleiben, in seinem letzten Vertragsjahr um seinen Platz im Team von Trainer Xabi Alonso kämpfen wollen.
Hat David Alaba bei Real Madrid noch eine Chance?
Alonso, von 2014 bis 2017 Alabas Mitspieler beim FC Bayern, dürfte in der Innenverteidigung jedoch auf die Achse um Antonio Rüdiger und den nach einem Kreuzbandriss genesenen Éder Militão setzen; der aufstrebende Dean Huijsen, für knapp über 60 Millionen Euro aus Bournemouth gekommen, drängt darüber hinaus in die Startelf. Und daneben bewies der ebenfalls junge Raúl Asencio bereits in der Vorsaison Stammspieler-Qualitäten.
Mit dem Verbleib bei Real geht Alaba zumindest sportlich ins Risiko. Zu Saisonstart wird ihm wohl nichts anderes bleiben als die Ersatzbank. Alabas Trumpf im Ärmel: Er gilt als flexibel einsetzbarer Spieler, kann als Innenverteidiger, Linksverteidiger oder sogar im defensiven Mittelfeld spielen. Die jüngere Vergangenheit bei Real lehrt gut genug: Durch unvorhergesehene Ereignisse wie Verletzungen könnte Alaba doch noch unverhofft seine Chance nutzen.
Alaba gilt als Leader, als Kämpfer, als jemand, der sich nicht unterkriegen lässt, eine Gewinner-Mentalität besitzt. Nur müssen sich die Umstände bei Real auch so fügen, damit Alaba Trainer Alonso und der Vereinsführung seinen Wert unter Beweis stellen kann. Mit seinen 33 Jahren scheint für ihn erstmal nur die kurzfristige Zukunft bis Sommer 2026 zu zählen. Bis dahin will Alaba alles geben.