Sportfotografin brachte Franz Beckenbauer um den Verstand: „heile Familien-Welt zerstört“
VonChristoph Klaucke
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Franz Beckenbauer verließ einst Frau und Kinder für eine andere Frau. Die Beziehung mit der Sportfotografin Diana Sandmann schlug hohe Wellen. Das Paar flüchtete nach New York.
München – Franz Beckenbauer schloss dreimal den Bund der Ehe – jeweils mit einer Sekretärin. Eine Frau im Leben von Beckenbauer, der am 7. Januar verstorben ist, war jedoch anders. Die Rede ist von Diana Sandmann, die Sportfotografin und Künstlerin brachte den Kaiser um den Verstand. Zunächst aber musste sich das Liebespaar in der Öffentlichkeit verstecken, danach verlebten die beiden in Amerika eine unbeschwerte Zeit. Heiraten wollte Beckenbauer die Sandmann trotzdem nie.
Beckenbauers komplizierter Beginn der Beziehung mit Diana Sandmann
Beckenbauer war während seiner Zeit beim FC Bayern München mit seiner ersten Frau Brigitte, die 2021 starb, verheiratet. In die Ehe brachte der gebürtige Münchner einen Sohn mit, zwei weitere folgten. Nach elf Jahren Beziehung trat eine neue Frau in Beckenbauers Leben, Diana Sandmann erinnert sich an den komplizierten Anfang.
„Privat kennengelernt habe ich ihn auf der Hochzeit vom Robert Schwan (Manager beim FC Bayern und von Beckenbauer, Anm.d.Red.). Der Anfang der Beziehung war sehr kompliziert. Anders kann ich das jetzt nicht ausdrücken“, erzählt Sandmann in der ARD-Dokumentation „Beckenbauer – Legende des deutschen Fußballs“, in der Walter Beckenbauer Gänsehaut-Aussagen über seinen Bruder Franz trifft. „Mein Vater hatte große Bedenken, dass seine einzige Tochter sich in einen verheirateten Mann mit drei Kindern verliebt hat. Das war zur damaligen Zeit und noch dazu die Öffentlichkeit … Das war nicht leicht. Und davor hat er mich gewarnt“, erklärt Sandmann, die zu diesem Zeitpunkt bereits geschieden war.
Links: Franz Beckenbauer und seine damalige Lebensgefährtin Diana Sandmann bei einem Bundesligaspiel 1988. Rechts: Sandmann als Sportfotografin im Olympiastadion beim FC Bayern.
Franz Beckenbauer musste Beziehung zu Diana Sandmann geheim halten
Sandmann war eine Pionierin in ihrem Beruf: „Nach meiner Scheidung habe ich zu arbeiten begonnen als Sportfotografin. Ich war zu Beginn die einzige Sportfotografin. Das war eine reine Männerdomäne. Ich war da relativ alleine auf weiter Flur als Frau.“ So lernte sie auch Franz Beckenbauer kennen, „die Beziehung musste aber geheim gehalten werden, weil zu dem Zeitpunkt war der Franz so eine bekannte Persönlichkeit in München.“
„Da konntest du auch nicht irgendwohin zum Kaffeetrinken gehen, ohne dass er erkannt wurde. Oder er konnte auch nicht anrufen bei uns in der Presseagentur und nach mir fragen, weil man nach dem ersten Wort seine Stimme erkannt hat. Das war damals halt so. Und insofern haben wir uns irgendwie einfach an Plätzen getroffen, wo uns keiner finden konnte“, so die damalige Sportfotografin, die heute als Malerin ein eigenes Atelier hat. Lange konnte die Beziehung jedoch nicht geheim gehalten werden, irgendwann bekam auch die Presse Wind von der Affäre – natürlich ein Skandal.
Franz Beckenbauer: Karriere und Leben des Kaisers in Bildern
Sportfotografin brachte Franz Beckenbauer um den Verstand – und „zerstörte heile Familien-Welt“
„Man hat natürlich schon mitbekommen, dass damals einfach das Idol einer Familie und drei Kindern, also eine heile Welt, dass das zerstört war“, sagt Sandmann rückblickend. „Und das ist am leichtesten, wenn man da eine Person findet, auf die man das schieben kann. Ich konnte dann auch eigentlich nicht mehr wirklich fotografieren oder auf den Fußballplatz gehen. Und die Gemüsefrau hat mir nichts mehr verkauft, weil einer Hure verkauft man ja nichts.“
Beckenbauer trat die Flucht nach Amerika zu Cosmos New York an, wo er mit dem Brasilianer Pelé zusammenspielte. „Seine Ehefrau Brigitte ist mitgeflogen nach Amerika im Mai 77’. Und dann haben die das dort geklärt und ich bin dann im Juni oder Juli nach New York“, erinnert sich Sandmann in der ARD-Doku „Beckenbauer – Legende des deutschen Fußballs“. Ein mutiger Schritt, wie Sandmann findet. „Das war ja alles neu, das Privatleben war neu, alles war neu.“ Die Entscheidung sollte sich jedoch bezahlt machen.
Freiheit in New York: Franz Beckenbauer liebte Sportfotografin Diana Sandmann
„In Amerika konnte er das erste Mal eigentlich wirklich wie ein freier Mensch leben“, erklärt Sandmann, die bis 1988 mit Beckenbauer zusammen war. Der Weltmeister schwärmte immer wieder, wie er unerkannt die Fifth Avenue entlangspazieren konnte.
Zur Heirat kam es allerdings nicht. „Das hätte einen Riesenwirbel verursacht“, sagte Sandmann einst im Interview mit der GALA. „Ein Nationalheld lässt sich nicht scheiden.“ Der Trauschein sei ihr aber nicht wichtig gewesen, später sei man irgendwie „darüber hinweggekommen“. Eine andere Ex-Frau von Franz Beckenbauer verabschiedet den Kaiser mit emotionaler Nachricht. (ck)