Fans sauer wegen hohen Preisen

UEFA hofft auf 2,3 Milliarden Euro Einnahmen: So viel kosten die Tickets bei der EM 2024

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Die Ticketpreise für die EM 2024 in Deutschland stehen fest.
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Die Ticketpreise für die EM 2024 in Deutschland stehen fest. Die Fans sind sauer über die teils hohen Kosten für den Stadionbesuch.

Frankfurt – Drei Wochen vor dem Verkaufsstart der Tickets für die EM 2024 in Deutschland haben die UEFA und Organisatoren am Dienstag (12. September) die Eintrittspreise bekannt gegeben. Es wird nicht billig für die Fans.

EM 2024
Austragungsort:Deutschland
Teilnehmende Mannschaften:24
Zeitraum:14. Juni – 14. Juli

Erste Verkaufsphase für Tickets der EM 2024 startet am 3. Oktober

Die Euphorie rund um die deutsche Nationalmannschaft ist nach der Entlassung von Bundestrainer Hansi Flick aktuell nicht auf dem Höhepunkt. Trotzdem dürften viele Fans aus Deutschland, aber auch aus ganz Europa dem 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit entgegenfiebern, wenn die ersten Tickets für die Europameisterschaft verkauft werden.

Allerdings müssen sich die Fans beim Ticketkauf für die EM im kommenden Jahr in Deutschland (14. Juni bis 14. Juli) auf eine enorme Preisspanne einstellen und teilweise tief in die Tasche greifen. Die günstigsten Eintrittskarten in den regulären Segmenten kosten 30 Euro, die teuersten 1000. Trotz der teilweise gesalzenen Preise in Zeiten großer ökonomischer Probleme erwarten die Organisatoren eine komplett ausverkaufte Endrunde.

UEFA hofft auf 2,3 Milliarden Euro Einnahmen: So viel kosten die Tickets bei der EM 2024

Der Online-Verkauf auf Euro2024.com beginnt am 3. Oktober. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) rechnet mit Erlösen von über 300 Millionen Euro aus dem Ticketgeschäft. Die Gesamteinnahmen der zweiten EM-Endrunde in Deutschland nach 1988 sollen sich auf 2,3 Milliarden belaufen.

„Es soll ein großes Fest wie bei der WM 2006 werden“, sagte Organisationsboss Martin Kallen. Kritik an den Preisen, die einer vierköpfigen Familie im günstigsten Fall 120 Euro für ein Vorrundenspiel abverlangen, weist der Schweizer zurück: „Die Nachfrage wird viel größer sein als das Angebot. Wenn es zu günstig ist, landen zu viele Karten auf dem Schwarzmarkt.“

Das machen die DFB-Stars vom Sommermärchen 2006 heute

Timo Hildebrand, damals VfB Stuttgart: Der Ex-DFB-Keeper engagiert sich seit seinem Karrieende für soziale Themen und arbeitete zuletzt mit der Firma Gillette, um auf mentale Gesundheit bei Männern aufmerksam zu machen.
Timo Hildebrand, damals VfB Stuttgart: Der Ex-DFB-Keeper engagiert sich seit seinem Karrieende für soziale Themen und arbeitete zuletzt mit der Firma Gillette, um auf mentale Gesundheit bei Männern aufmerksam zu machen.  © imago sportfotodienst
Oliver Kahn, damals FC Bayern München: Der Titan bestritt bei der Heim-WM als Nummer zwei sein letztes Länderspiel und ist heute Vorstandsvorsitzender beim deutschen Rekordmeister.
Oliver Kahn, damals FC Bayern München: Der Titan bestritt bei der Heim-WM als Nummer zwei sein letztes Länderspiel und ist heute Vorstandsvorsitzender beim deutschen Rekordmeister. © imago sportfoto
Jens Lehmann, damals Arsenal FC: Die deutsche Nummer eins von 2006 arbeitete nach seinem Karriereende im Trainerteam von Arsène Wenger, als TV-Experte und war kurzzeitig im Aufsichtsrat von Hertha BSC.
Jens Lehmann, damals Arsenal FC: Die deutsche Nummer eins von 2006 arbeitete nach seinem Karriereende im Trainerteam von Arsène Wenger, als TV-Experte und war kurzzeitig im Aufsichtsrat von Hertha BSC. © Imago images
Arne Friedrich, damals Hertha BSC: Der Verteidiger absolvierte nach seiner Karriere einen Trainerlehrgang und war von 2019 bis 2021 als Performance Manager und Sportdirektor bei der Hertha aktiv.
Arne Friedrich, damals Hertha BSC: Der Verteidiger absolvierte nach seiner Karriere einen Trainerlehrgang und war von 2019 bis 2021 als Performance Manager und Sportdirektor bei der Hertha aktiv. © imago sportfotodienst
Robert Huth, damals Chelsea FC: „The Berlin Wall“ absolvierte nach seiner Karriere den Masterstudiengang „Sporting Directorship“ und machte einen Pilotenschein.
Robert Huth, damals Chelsea FC: „The Berlin Wall“ absolvierte nach seiner Karriere den Masterstudiengang „Sporting Directorship“ und machte einen Pilotenschein. © Imago images
Marcell Jansen, damals Borussia Mönchengladbach: Der Außenverteidiger beendet mit 29 Jahren seine Karriere und ist heute Präsident des Hamburger SV, während er als Amateurkicker weiter aktiv ist.
Marcell Jansen, damals Borussia Mönchengladbach: Der Außenverteidiger beendet mit 29 Jahren seine Karriere und ist heute Präsident des Hamburger SV, während er als Amateurkicker weiter aktiv ist. © imago sportfotodienst
Philipp Lahm, damals FC Bayern München: Der Weltmeister von 2014 ist Chef des Organisationskomitees für die EM 2024 in Deutschland und sportlicher Berater beim VfB Stuttgart.
Philipp Lahm, damals FC Bayern München: Der Weltmeister von 2014 ist Chef des Organisationskomitees für die EM 2024 in Deutschland und sportlicher Berater beim VfB Stuttgart. © Imago images
Per Mertesacker, damals Hannover 96: Der Innenverteidiger ist seit 2018 Leiter der Arsenal Academy und zudem als Experte beim ZDF im Einsatz.
Per Mertesacker, damals Hannover 96: Der Innenverteidiger ist seit 2018 Leiter der Arsenal Academy und zudem als Experte beim ZDF im Einsatz. © imago sportfotodienst
Jens Nowotny, damals Dinamo Zagreb: Der heute 48-Jährige ist Co-Trainer der deutschen U19-Nationalmannschaft.
Jens Nowotny, damals Dinamo Zagreb: Der heute 48-Jährige ist Co-Trainer der deutschen U18-Nationalmannschaft. © imago sportfoto
Michael Ballack, damals Chelsea FC: Der „Capitano“ war schon bei zahlreichen TV-Sendern als Experte aktiv. Seit 2022 gehört er dem DAZN-Team an.
Michael Ballack, damals Chelsea FC: Der „Capitano“ war schon bei zahlreichen TV-Sendern als Experte aktiv. Seit 2022 gehört er dem DAZN-Team an. © IMAGO/Mark Leech
Tim Borowski, damals Werder Bremen: Borowski ist Teil des Expertenteams von DAZN.
Tim Borowski, damals Werder Bremen: Borowski ist Teil des Expertenteams von DAZN. © Imago images
Torsten Frings, damals Werder Bremen: Der Mittelfeldabräumer startete nach seiner Karriere die Trainerlaufbahn und war zuletzt 2021 Cheftrainer beim SV Meppen in der 3. Liga.
Torsten Frings, damals Werder Bremen: Der Mittelfeldabräumer startete nach seiner Karriere die Trainerlaufbahn und war zuletzt 2021 Cheftrainer beim SV Meppen in der 3. Liga. © imago sportfotodienst
Thomas Hitzlsperger, damals VfB Stuttgart: „Hitz the Hammer“ arbeitete nach seiner Profilaufbahn als Experte und war bis 2021 Sportvorstand beim VfB Stuttgart.
Thomas Hitzlsperger, damals VfB Stuttgart: „Hitz the Hammer“ arbeitete nach seiner Profilaufbahn als Experte und war bis 2021 Sportvorstand beim VfB Stuttgart. © Imago images
Sebastian Kehl, damals Borussia Dortmund: Der langjährige BVB-Spieler ist seit dieser Saison Sportdirektor der Borussen.
Sebastian Kehl, damals Borussia Dortmund: Der langjährige BVB-Spieler ist seit dieser Saison Sportdirektor der Borussen. © imago sportfotodienst
Bernd Schneider, damals Bayer 04 Leverkusen: „Schnix“ ist heute Hauptberuflich als Spielerberater tätig.
Bernd Schneider, damals Bayer 04 Leverkusen: „Schnix“ ist heute hauptberuflich als Spielerberater tätig. © Imago images
Bastian Schweinsteiger, damals FC Bayern München: Der Rio-Weltmeister ist heute als ARD-Experte tätig und wird auch die DFB-Elf bei der WM in Katar begleiten.
Bastian Schweinsteiger, damals FC Bayern München: Der Rio-Weltmeister ist heute als ARD-Experte tätig und wird auch die DFB-Elf bei der WM in Katar begleiten. © imago sportfotodienst
Gerald Asamoah, damals Schalke 04: Seit 2019 ist Asamoah Teammanager der Lizenzspielermannschaft des FC Schalke 04.
Gerald Asamoah, damals Schalke 04: Seit 2019 ist Asamoah Teammanager der Lizenzspielermannschaft des FC Schalke 04. © Imago images
Mike Hanke, damals VfL Wolfsburg: Der Ex-Stürmer ist Investor und Gesellschafter von tivela.com – einem Fußball-Lifestyleportal für Profifußballspieler, Fans und Marken.
Mike Hanke, damals VfL Wolfsburg: Der Ex-Stürmer ist Investor und Gesellschafter von tivela.com – einem Fußball-Lifestyleportal für Profifußballspieler, Fans und Marken. © imago sportfotodienst
Miroslav Klose, damals Werder Bremen: Der WM-Rekordtorjäger schlug nach seiner Karriere die Trainerlaufbahn ein und ist aktuell Trainer des österreichischen Bundesligisten SCR Altach.
Miroslav Klose, damals Werder Bremen: Der WM-Rekordtorjäger schlug nach seiner Karriere die Trainerlaufbahn ein und ist aktuell Trainer des österreichischen Bundesligisten SCR Altach. © imago sportfotodienst
Oliver Neuville, damals Borussia Mönchengladbach: Der Stürmer ist als Co-Trainer bei seinem Ex-Klub tätig und kümmert sich dort hauptsächlich um die spanisch-, französisch- und italienischsprechenden Spieler.
Oliver Neuville, damals Borussia Mönchengladbach: Der Stürmer ist als Co-Trainer bei seinem Ex-Klub tätig und kümmert sich dort hauptsächlich um die spanisch-, französisch- und italienischsprechenden Spieler. © Imago images
David Odonkor, damals Borussia Dortmund: Der pfeilschnelle Außenstürmer tritt heute immer wieder in zahlreichen TV-Shows auf.
David Odonkor, damals Borussia Dortmund: Der pfeilschnelle Außenstürmer tritt heute immer wieder in zahlreichen TV-Shows auf. © imago sportfotodienst
Lukas Podolski, damals 1. FC Köln: Der Prinz ist der einzige WM-Teilnehmer von 2006, der heute noch als Profi aktiv ist. Podolski steht in seiner Heimat beim polnischen Erstligisten Górnik Zabrze unter Vertrag.
Lukas Podolski, damals 1. FC Köln: Der Prinz ist der einzige WM-Teilnehmer von 2006, der heute noch aktiv ist. Podolski steht in seiner Heimat beim polnischen Erstligisten Górnik Zabrze unter Vertrag. © imago sportfotodienst
Christoph Metzelder, damals Borussia Dortmund: Der Innenverteidiger war auch Teil des WM-Kaders machte zuletzt mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam.
Christoph Metzelder, damals Borussia Dortmund: Der Innenverteidiger war auch Teil des WM-Kaders machte zuletzt mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam. © imago sportfotodienst

Fans müssen für EM-Tickets tief in die Tasche greifen

In der ersten Verkaufsphase bis zum 26. Oktober werden 1,2 Millionen Tickets angeboten. Wenn es wie erwartet zu Überbuchungen kommt, entscheidet das Los. Nach der Gruppenauslosung am 2. Dezember wird eine weitere Million Eintrittskarten an die Fans der qualifizierten Mannschaften über die nationalen Verbände verkauft.

Von den 2,7 Millionen Eintrittskarten für die 51 Spiele in den zehn Stadien gibt es 270.000 Tickets direkt hinter den Toren für 30 Euro zu haben. In die Preiskategorie unter 60 Euro fallen insgesamt eine Million Eintrittskarten. Die Tickets, die es nur in digitaler Form geben wird, gelten rund um die jeweiligen Partien gleichzeitig als Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr.

Fans wüten über hohe Ticketpreise bei der EM 2024

Nicht alle Fans sind jedoch bereit, sich ein Ticket für die EM zu besorgen, manch einer schaut lieber zu Hause im heimischen Garten. „Lieber schön mit Freunden grillen und ein Bierchen trinken“, schreibt ein User auf Instagram. „Die Preise sind ja wohl an Dreistigkeit kaum zu überbieten“, echauffiert sich ein Fan.

„Gibt es auch eine Option ‚Ticket nur für Spiele ohne Deutschland?‘ Sozusagen ein Nicht-Deutschland-Ticket?“, heißt es in einem Kommentar in Anspielung auf die schwache Form des DFB-Teams. „Naja als Deutschland Fan braucht man sowieso nur Tickets für die Gruppenphase“, witzelt ein anderer User.

Ticketbesitzer der EM 2024 dürfen für knapp 30 Euro mit der Deutschen Bahn fahren

Pro Person dürfen vier Karten geordert werden, eine Tauschbörse ist geplant. Bereits jetzt haben sich Interessierte aus 170 Ländern registriert. Um der angestrebten Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen, hat die UEFA eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn getroffen. Fernreisen in der 2. ICE-Klasse kosten für Ticketbesitzer knapp 30 Euro pro Fahrt.

Für Rollstuhlfahrer stehen 42.000 Plätze für 30 Euro zur Verfügung, ihre Begleitpersonen können kostenlos ins Stadion. 10.000 Tickets spendiert die UEFA an sogenannte „benachteiligte“ Kinder. Die restlichen knapp 500.000 Tickets gehen unter anderem an Sponsoren, VIP‘s und Funktionäre.

EM 2024: Tickets für Edelfans kosten bis zu 2300 Euro

Zur Verfügung stehen bereits die Tickets für die Edelfans. Die Lounges und Skyboxen kosten zwischen 1250 und 2300 Euro pro Begegnung. Zudem gibt es sogenannte Premium-Angebote, für die zwischen 400 und 2000 Euro pro Karte fällig werden. Derweil muss der DFB das Gehalt von Hansi Flick weiter zahlen, der Bundestrainer hat noch Vertrag. (ck/sid)

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