VonMarcel Schwenkschließen- Luca Hartmannschließen
Der Pro-Palästina-Post von Noussair Mazraoui sorgt weiter für Aufregung. Makkabi-Präsident Alon Meyer prangert erneut das Verhalten des FC Bayern an.
Update vom 22. Oktober, 9.50 Uhr: Im „Sportstudio“ des ZDF hat Alon Meyer, Präsident des jüdischen Turn- und Sportverbandes Makkabi Deutschland, seine Kritik am FC Bayern München in der Causa Noussair Mazraoui erneuert.
Dass der Post des Abwehrspielers ohne Konsequenzen geblieben ist, sei „absolut indiskutabel und inakzeptabel“. „Wenn die Spitzensportler, wenn die Vorzeigesportler dieses Vereins, die Millionen verdienen, so etwas posten. Sie konterkarieren unsere Arbeit, die wir taktisch machen. Wir bauen Brücken, wir wollen Vorurteile abbauen und die werden hier mit einem Post mit Füßen getreten“, so Meyer, der zudem ergänzte: „Wir müssen durch diese Posts Hass und Hetze ertragen.“
Für die Reaktion von Bundesliga-Konkurrent Mainz 05, der am Samstagabend mit 1:3 gegen den FCB verlor, hatte der Makkabi-Boss indes Lob übrig. Der Klub hatte unter der Woche die Suspendierung von Anwar El-Ghazi verkündet, nachdem dieser einen israelfeindlichen Post absetze.
Update vom 18. Oktober, 9.41 Uhr: Alon Meyer ist ob des Pro-Palästina-Beitrags von Noussair Mazraoui enttäuscht. Laut dem Präsidenten von Makkabi Deutschland, dem jüdischen Turn- und Sportverband, werde beim FC Bayern üblicherweise „jedes Gramm Nudeln abgewogen“, äußert sich Meyer gegenüber dem Bezahlsender Sky.
Auf dem Gebiet der sozialen Medien seien die Spieler allerdings nicht geschult. „So ein Posting kann immens viel Schaden anrichten. Ich erwarte von einem Topklub, dass man sich auch da professionalisiert.“
Ein klarer Rüffel an die Bayern und deren Medienabteilung. Viele Fußballer könnten nicht abschätzen, welche Wirkung ihre Beiträge hätten, beschwert sich Meyer weiter. „Das Problem ist, dass diese Spieler, die Millionen verdienen, den Sinn von ‚Free Palestine‘ nicht verstehen.“ Dabei sei die Solidarität, die mit einem Post bekundet werden möchte, „vollkommen in Ordnung“.
„Free Palestine“ bedeutet gemäß Meyer jedoch „ein freies Palästina vom Fluss bis zum Meer gegen das Existenzrecht Israels und das geht nun mal nicht“.
Wegen Pro-Palästina-Post: FC Bayern kündigt Gespräch mit Noussair Mazraoui an
Update vom 16. Oktober, 16.30 Uhr: Der FC Bayern München hat nach dem Wirbel um einen Pro-Palästina-Beitrag von Noussair Mazraoui ein Gespräch mit dem Verteidiger angekündigt. „Der FC Bayern hat mit Noussair Mazroui nach seinen Instagram-Posts am Sonntag umgehend Kontakt aufgenommen. Der Spieler befindet sich derzeit mit der Nationalmannschaft von Marokko in Afrika. Nach seiner Rückkehr ist ein ausführliches persönliches Gespräch mit der Clubführung in München vorgesehen“, teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit.
„Unabhängig davon weiß jeder, auch jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter, jede Spielerin und jeder Spieler, für welche Werte der FC Bayern steht. Wir haben diese bereits direkt nach dem Terroranschlag auf Israel in einem Beitrag öffentlich und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Wir sorgen uns um unsere Freunde in Israel und stehen an ihrer Seite. Zugleich hoffen wir auf ein friedvolles Zusammenleben aller Menschen im Nahen Osten“, so der Verein. Ob Konsequenzen für Mazraoui folgen, ist offen.
Der 25-Jährige hatte in den sozialen Netzwerken ein Video verbreitet, in dem den Palästinensern im Konflikt mit Israel ein Sieg gewünscht wird. Der marokkanische Nationalspieler teilte einen kurzen Clip, in dem eine Stimme im Stil eines Gebets sagt: „Gott, hilf unseren unterdrückten Brüdern in Palästina, damit sie den Sieg erringen. Möge Gott den Toten Gnade schenken, möge Gott ihre Verwundeten heilen.“
Nach Mazraouis Pro-Palästina-Äußerungen: Bundestagsabgeordneter fordert drastische Konsequenzen
Update, 16. Oktober, 9.54 Uhr: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger fordert jetzt Konsequenzen für Mazraouis Pro-Palästina-Äußerungen. „Der Verein von Kurt Landauer, der von den Nazis als ‚Juden-Club‘ bezeichnet wurde, darf das nicht so stehen lassen“, schrieb Steiniger, der auch im Sportausschuss des Bundestags sitzt, auf X (ehemals Twitter). Landauer, seines Zeichens Jude, war 1913/1914, von 1919 bis 1933 sowie von 1947 bis 1951 Präsident des FC Bayern und prägte den Verein maßgeblich. 2013 wurde er posthum zum Ehrenvorsitzenden des Clubs ernannt.
Steiniger richtete einen klaren Wunsch an die Münchner Verantwortlichen: „Lieber FC Bayern: bitte sofort rausschmeißen. Zudem sollten alle staatlichen Möglichkeiten genutzt werden, ihn aus Deutschland zu verweisen“, forderte der CDU-Politiker die sofortige Ausweisung des Marokkaners.
„Unmenschlich“: FCB-Star Mazraoui rechtfertigt sich für Pro-Palästina-Statement
Update, 15. Oktober, 21.55 Uhr: Mazraoui rechtfertigt sich im Gespräch mit Bild: „Mein Standpunkt ist, dass ich mich für Frieden und Gerechtigkeit in dieser Welt einsetzen werde. Das bedeutet, dass ich immer gegen alle Arten von Terrorismus, Hass und Gewalt sein werde. Und das ist etwas, hinter dem ich immer stehen werde. Unschuldige Menschen werden täglich getötet, durch diesen schrecklichen Konflikt, der aus dem Ruder gelaufen ist. Wir müssen alle dagegen sein und uns dagegen aussprechen. Das ist einfach nur unmenschlich.“
Erstmeldung: München – Nach den Angriffen der radikalislamischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober haben sich die Bayern-Stars Daniel Peretz und Noussair Mazraoui zum Krieg in Israel geäußert. Besonders die Pro-Palästina-Postings von Verteidiger Mazraoui irritieren und sorgen für Unruhe – besonders weil Torhüter-Kollege Peretz Israeli ist.
| Noussair Mazraoui | |
|---|---|
| Geboren: | 14. November 1997 (Alter: 25 Jahre) in Leiderdorp, Niederlande |
| Position: | Rechtsverteidiger |
| Spiele für den FC Bayern: | 35 |
Bayern-Verteidiger Mazraoui irritiert mit Pro-Palästina-Post
Mazraoui postete am Samstagabend auf seinem Instagram-Kanal ein Video, welches einen Koran-Vers beinhaltet. „Und denke nicht, Allah sei dem gegenüber achtlos, was diejenigen tun, die Unrecht begehen. Er hält sie nur bis zu dem Tag zurück, an dem die Augen in Horror erstarren werden“, heißt es darin.
Weitere Posts zeigen einige seiner Nationalmannschaftskollegen, wie beispielsweise Hakim Ziyech, die sich mit palästinensischer Flagge zeigen und ihre Solidarität mit der Region bekunden. Auch die Beiträge des Verteidigers können als Solidaritätsbekundung gewertet werden. Aktuell befindet sich Mazraoui mit der marokkanischen Nationalelf auf Länderspielreise.
Israel-Torwart Peretz trauert
Besonders pikant sind die Beiträge des Marokkaners, weil er nächste Woche in München auch wieder auf seinen Teamkollegen Daniel Peretz treffen wird. Der 23-Jährige muss wohl vorerst nicht aktiv im Krieg eingreifen. Er äußerte sich in den vergangenen Tagen aber mehrfach, verurteilte die Angriffe der Hamas und trauerte mit seinen israelischen Landsleuten.
„Wir alle waren Zeugen – und sind es immer noch – unmenschlicher Massaker. Israel ist ein Leuchtturm der Macht, Widerstandskraft und Hoffnung“, das Land werde sich durchsetzen, schrieb Peretz. „Mein Herz ist mit dem ganzen Volk. Bleibt stark und passt auf Euch auf. Wir werden auch darüber hinwegkommen.“
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UEFA verschiebt Israel-Spiele
In Folge der Angriffe hatte die UEFA alle in Israel angesetzten Spiele auf unbestimmte Zeit verschoben. Das für letzten Donnerstag geplante EM-Quali-Spiel in Tel Aviv gegen die Schweiz wurde auf den 15. November verschoben und auch das für Sonntag geplante Spiel der israelischen Nationalmannschaft im Kosovo wurde abgesetzt. Auch, weil den Spielern von den heimischen Behörden wegen Sicherheitsbedenken Reisen ins Ausland verboten wurden.
Somit hält sich Bayerns-Ersatztorwart Peretz derzeit in München auf dem Trainingsgelände fit. Im Sommer wechselte er vom israelischen Topklub Maccabi Tel Aviv an die Säbener Straße, feierte im Pokal gegen Münster sein Debüt in der Startelf. Seine Freundin sorgte jüngst für einen Gänsehautmoment.
Unklar ist, wie sich Peretz bei der Rückkehr von Mazraoui verhalten wird. Der FC Bayern äußerte sich bisher nicht zu den Postings des Marokkaners. (LuHa)
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