Von Peter Grad
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Der einjährige Vertragspoker um Dayot Upamecano tritt nun offensichtlich in die entscheidende Phase ein. Der FC Bayern will Planungssicherheit und zieht deshalb eine klare Linie.
München - Beim FC Bayern ist im Vertragspoker mit Dayot Upamecano ist eine Grundsatzentscheidung gefallen. Nachdem sich die Gespräche mit dem französischen Vize-Weltmeister – mit Unterbrechungen – bereits über ein Jahr hinziehen, haben ihm die Verantwortlichen des Rekordmeisters jetzt tatsächlich ein Ultimatum gestellt. Nach Informationen der BILD muss sich der 27-Jährige bis Mitte Februar entscheiden, ob er das Vertragsangebot der Münchner annimmt. Dieses wurde ihm bereits vor Weihnachten unterbreitet – und wird definitiv nicht mehr nachgebessert.
Zwei, die sich sehr schätzen: FCB-Coach Kompany und sein Abwehrchef Upamecano.
© IMAGO/Heiko Blatterspiel
Lange Zeit war man an der Säbener Straße sehr optimistisch, dass Upamecano das Angebot kurzfristig annehmen würde, ein Ultimatum an die Spielerseite war deshalb nicht geplant. Nun also doch. Dabei ist FCB-Sportvorstand Max Eberl bei den Verhandlungen von Vereinsseite federführend und genießt die volle Rückendeckung des mächtigen Aufsichtsrats. Die Botschaft ist nun aber eindeutig: Upamecano muss sich klar zum Klub bekennen oder riskiert, dass die Münchner ihre Zukunft ohne ihn gestalten. Der FC Bayern braucht Planungssicherheit.
Ausstiegsklausel von Bayern-Star Upamecano immer noch der Knackpunkt Grundsätzlich ist man sich beim FC Bayern dessen bewusst, dass sich Upamecano in München sehr wohl fühlt. Der bullige Innenverteidiger arbeitet gerne mit Coach Vincent Kompany zusammen und ist unter ihm der Abwehrchef. Dennoch wurde offensichtlich bislang noch keine Lösung gefunden, die beide Seiten absolut zufrieden stellt. Insbesondere bei der Ausgestaltung der von der Spielerseite geforderten Ausstiegsklausel wurde noch keine Einigung erzielt.
Nach übereinstimmenden Medienberichten fordert Upamecano eine Klausel in Höhe von 65 Millionen Euro, die bereits ab dem Sommer 2027 greifen soll – also nur ein Jahr nach Inkrafttreten des neuen Vertrags. Zudem soll Upamecano ein Gesamtpaket mit rund 20 Millionen Euro Jahresgehalt inklusive Boni sowie einem Handgeld in gleicher Größenordnung in Aussicht gestellt worden sein. Für die Bayern, die seit zwei Jahren bei den Spielergehältern auf die Bremse drücken wollen, ein Angebot an der absoluten Schmerzgrenze.
Von Mega-Juwel bis neuem Innenverteidiger: Die Transfergerüchte des FC Bayern München im Überblick Abgangskandidat: Leon Goretzka
Der Mittelfeldspieler gilt als „Dauer-Verkaufskandidat“ und hat unter Kompany keine Stammplatz-Garantie mehr. Verschiedene europäische Topklubs zeigen bereits Interesse an dem 30-Jährigen. © IMAGO/Marco Bader Die Bayern-Bosse würden einen Verkauf begrüßen, um Gehaltskosten zu sparen und Platz für neue Talente zu schaffen. Da sein Vertrag ausläuft, wird Goretzka wohl ablösefrei gehen. © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images Abgangskandidat: Javier Fernández
Der spanische Jugendspieler, der hauptächlich in der zweiten Mannschaft des FCB spielt, konnte sich bisher nicht durchsetzen und steht vor einem möglichen Abgang. Mehrere Vereine aus La Liga sollen bereits Interesse bekundet haben. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON Bayern sieht in Fernández, hier im Testspiel neben Lennart Karl, zwar Potenzial, zweifelt aber an seiner Anpassungsfähigkeit ans System. Ein Leihgeschäft oder Verkauf wird als wahrscheinlichste Option betrachtet. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON Abgangskandidat: Wisdom Mike
Der junge Linksaußen erhält zu wenig Spielzeit und steht in der internen Hierarchie weit hinten. Mehrere Bundesliga-Vereine haben bereits Interesse an einer Leihe oder festem Transfer signalisiert. Abgangskandidat: Wisdom Mike
Der junge Linksaußen erhält zu wenig Spielzeit und steht in der internen Hierarchie weit hinten. Mehrere Bundesliga-Vereine haben bereits Interesse an einer Leihe oder festem Transfer signalisiert. © IMAGO/Maximilian Koch Bayern möchte seine Entwicklung nicht blockieren, bevorzugt aber ein Geschäft mit Rückkaufoption. Mike selbst ist einem Wechsel aufgeschlossen, wenn er regelmäßige Einsätze garantiert bekommt. Bayern möchte seine Entwicklung nicht blockieren, bevorzugt aber ein Geschäft mit Rückkaufoption. Mike selbst ist einem Wechsel aufgeschlossen, wenn er regelmäßige Einsätze garantiert bekommt. © IMAGO/Markus Ulmer Der Rechtsverteidiger steht vor einem möglichen Last-Minute-Abgang und wird intensiv umworben. Marseille, Lyon und Premier League-Klubs zeigen konkretes Interesse. Abgangskandidat: Sascha Boey
Der Rechtsverteidiger steht vor einem möglichen Last-Minute-Abgang und wird intensiv umworben. Marseille, Lyon und Premier League-Klubs zeigen konkretes Interesse. © IMAGO/Javier Garcia/Shutterstock Die Bayern-Führung ist gespalten bezüglich seiner Zukunft im Verein. Ein Verkauf würde finanzielle Mittel freisetzen, aber die rechte Seite schwächen. Die Bayern-Führung ist gespalten bezüglich seiner Zukunft im Verein. Ein Verkauf würde finanzielle Mittel freisetzen, aber die rechte Seite schwächen. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg Abgangskandidat: Serge Gnabry
Gnabrys Vertrag endet im Sommer 2026 und Verlängerungsverhandlungen stocken. Mehrere internationale Topklubs buhlen um seine ablösefreien Dienste. Abgangskandidat: Serge Gnabry
Gnabrys Vertrag endet im Sommer 2026 und Verlängerungsverhandlungen stocken. Mehrere internationale Topklubs buhlen um seine ablösefreien Dienste. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur Der deutsche Nationalspieler fordert hohe Garantien, die Bayern zögern lassen. Ein ablösefreier Abgang würde einen herben finanziellen Verlust bedeuten. Und aufgrund aktueller Leistungen, auch einen großen sportlichen Verlust. Der deutsche Nationalspieler fordert hohe Garantien, die Bayern zögern lassen. Ein ablösefreier Abgang würde einen herben finanziellen Verlust bedeuten. Und aufgrund aktueller Leistungen, auch einen großen sportlichen Verlust. © IMAGO/nordphoto GmbH / Alexander Trienitz Abgangskandidat: Min-jae Kim
Der südkoreanische Innenverteidiger erlebt eine schwierige Phase und wird mit Abgang in Verbindung gebracht. Vereine aus Italien und England zeigen Interesse an einer Verpflichtung. Abgangskandidat: Min-jae Kim
Der südkoreanische Innenverteidiger erlebt eine schwierige Phase und wird mit Abgang in Verbindung gebracht. Vereine aus Italien und England zeigen Interesse an einer Verpflichtung. © IMAGO/Marco Bader Seine Anpassung an das Bayern-System dauert länger als erwartet und die Kritik belastet ihn. Ein Wechsel zurück nach Italien, möglicherweise zu Ex-Klub Neapel, könnte für alle die beste Lösung sein. Seine Anpassung an das Bayern-System dauert länger als erwartet und die Kritik belastet ihn. Ein Wechsel zurück nach Italien, möglicherweise zu Ex-Klub Neapel, könnte für alle die beste Lösung sein. © IMAGO/Moritz Mueller Zugangskandidat: John Stones
Der Manchester City-Verteidiger steht auf Bayerns Wunschliste als defensive Verstärkung. City soll zu Verhandlungen im Winter bereit sein, da Stones‘ Vertrag im Sommer sowieso ausläuft. Zugangskandidat: John Stones
Der Manchester City-Verteidiger steht auf Bayerns Wunschliste als defensive Verstärkung. City soll zu Verhandlungen im Winter bereit sein, da Stones‘ Vertrag im Sommer sowieso ausläuft. © IMAGO/Rene Nijhuis/MB Media Für Bayern wäre er ideal zur langfristigen Defensive-Stabilisierung mit internationaler Erfahrung. Die Verhandlungen könnten im Sommer bei einem möglichen ablösefreien Transfer noch einmal Fahrt aufnehmen. Für Bayern wäre er ideal zur langfristigen Defensive-Stabilisierung mit internationaler Erfahrung. Die Verhandlungen könnten im Sommer bei einem möglichen ablösefreien Transfer noch einmal Fahrt aufnehmen. © IMAGO/Mark Cosgrove/News Images Zugangskandidat: Alessandro Bastoni
Der Inter-Mailand-Star gilt als Traumziel für Bayerns Abwehrreihe. Inter ist grundsätzlich nicht verkaufsbereit, könnte aber bei Rekordangebot wanken. Zugangskandidat: Alessandro Bastoni
Der Inter-Mailand-Star gilt als Traumziel für Bayerns Abwehrreihe. Inter ist grundsätzlich nicht verkaufsbereit, könnte aber bei Rekordangebot wanken. © IMAGO/Michael Zemanek/Shutterstock Bayern müsste eine Rekordsumme zahlen, da er als einer der besten Innenverteidiger Europas gilt. Ein Transfer würde die gesamte Abwehr allerdings über Jahre hinweg stabilisieren. Bayern müsste eine Rekordsumme zahlen, da er als einer der besten Innenverteidiger Europas gilt. Ein Transfer würde die gesamte Abwehr allerdings über Jahre hinweg stabilisieren. © IMAGO/Luca Rossini/IPA Sport / ipa-agency.net Zugangskandidat: Jérémy Jacquet
Der französische Innenverteidiger Jérémy Jacquet, hier in der Mitte, steht als Zukunftsinvestition auf Bayerns Liste. Die Konkurrenz ist groß, da viele Topklubs seine Entwicklung verfolgen. Zugangskandidat: Jérémy Jacquet
Der französische Innenverteidiger Jérémy Jacquet, hier in der Mitte, steht als Zukunftsinvestition auf Bayerns Liste. Die Konkurrenz ist groß, da viele Topklubs seine Entwicklung verfolgen. © IMAGO/Frédéric Chambert Bayern hofft durch Spielzeit-Aussichten und Kompanys Förderung den Zuschlag zu erhalten. Sein Verein fordert eine angemessene Ablösesumme für das Juwel Bayern hofft durch Spielzeit-Aussichten und Kompanys Förderung den Zuschlag zu erhalten. Sein Verein fordert eine angemessene Ablösesumme für das Juwel © IMAGO/Frédéric Chambert Zugangskandidat: Nathan de Cat
Der 17-jährige Belgier von Anderlecht wird immer wieder mit den Münchenern in Verbindung gebracht. Bayern sieht in ihm den perfekten Zukunftsspieler und wäre bereits bis zu 17 Millionen Euro zu zahlen. Zugangskandidat: Nathan de Cat
Der 17-jährige Belgier von Anderlecht wird immer wieder mit den Münchenern in Verbindung gebracht. Bayern sieht in ihm den perfekten Zukunftsspieler und wäre bereits bis zu 17 Millionen Euro zu zahlen. © IMAGO/David Catry Anderlecht möchte das Talent ungern ziehen lassen, könnte aber schwach werden. Die Verhandlungen sollen aktuell bereits in fortgeschrittenem Stadium sein. Anderlecht möchte das Talent ungern ziehen lassen, könnte aber schwach werden. Die Verhandlungen sollen aktuell bereits in fortgeschrittenem Stadium sein. © IMAGO/David Catry Zugangskandidat: Givairo Read
Der vielseitige Außenverteidiger wird als kostengünstige Alternative für beide Defensivseiten gehandelt. Sein Verein, Feyenoord Rotterdam, soll zu einer moderaten Ablöse bereit sein. Zugangskandidat: Givairo Read
Der vielseitige Außenverteidiger wird als kostengünstige Alternative für beide Defensivseiten gehandelt. Sein Verein, Feyenoord Rotterdam, soll zu einer moderaten Ablöse bereit sein. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel Read bringt die nötige Geschwindigkeit und Offensivdrang für Kompanys System mit. Ein Transfer wäre zunächst als Ergänzung mit Entwicklungspotenzial geplant. Read bringt die nötige Geschwindigkeit und Offensivdrang für Kompanys System mit. Ein Transfer wäre zunächst als Ergänzung mit Entwicklungspotenzial geplant. © IMAGO/Box to Box Pictures/Danny de Groot Zugangskandidat: Kennet Eichhorn
Der defensive Mittelfeldspieler gilt als Überraschungskandidat und „preiswerte“ Verstärkung. Bayern schätzt seine Arbeitseinstellung und sein Zukunftspotenzial mit 16 Jahren. Zugangskandidat: Kennet Eichhorn
Der defensive Mittelfeldspieler gilt als Überraschungskandidat und „preiswerte“ Verstärkung. Bayern schätzt seine Arbeitseinstellung und sein Zukunftspotenzial mit 16 Jahren. © IMAGO/O.Behrendt Die Ablöse läge im unteren zweistelligen Millionenbereich und wäre gut stembar. Ein Transfer könnte im Sommer realisiert werden. Jetzt fällt der Youngster erst einmal aus. Die Ablöse läge im unteren zweistelligen Millionenbereich und wäre gut stembar. Ein Transfer könnte im Sommer realisiert werden. Jetzt fällt der Youngster erst einmal aus. © IMAGO/KROEGER/RHR-FOTO Zugangskandidat: Said El Mala
Der 19-jährige Mittelfeldspieler vom 1. FC Köln steht nach starken Leistungen im Fokus des FC Bayern München. Max Eberl hat sich bereits öffentlich zu El Mala geäußert und ihn als „tollen Jungen“ bezeichnet, was als Verplapperung gewertet wurde. Zugangskandidat: Said El Mala
Der 19-jährige Mittelfeldspieler vom 1. FC Köln steht nach starken Leistungen im Fokus des FC Bayern München. Max Eberl hat sich bereits öffentlich zu El Mala geäußert und ihn als „tollen Jungen“ bezeichnet, was als Verplapperung gewertet wurde. © IMAGO/Ralf Treese/DeFodi Images Bayern soll andere Interessenten wie Borussia Dortmund bereits abgehängt haben und konkrete Gespräche führen. El Malas Management plant derzeit jedoch keinen Transfer und würde nur bei einem Köln-Abstieg aktiv werden, was Bayern die Situation erschwert. Bayern soll andere Interessenten wie Borussia Dortmund bereits abgehängt haben und konkrete Gespräche führen. El Malas Management plant derzeit jedoch keinen Transfer und würde nur bei einem Köln-Abstieg aktiv werden, was Bayern die Situation erschwert. © IMAGO/Ralf Treese/DeFodi Images In jüngerer Vergangenheit kamen von der Säbener Straße bereits mehrfach Signale, dass man nicht zu endlosen Verhandlungen bereit ist. Das Ultimatum stellt den nächsten konsequenten Schritt dar. Das vorliegende Angebot ist final, weitere Zugeständnisse wird es nicht geben. Die Verantwortlichen wollen verhindern, dass sich der Poker bis in den Sommer zieht, auch wenn diese Konsequenz durchaus das Risiko eines ablösefreien Abgangs beinhaltet.
Upamecano befindet sich in dieser Spielzeit wohl in der Form seines Lebens, er selbst macht für diese positive Entwicklung vor allem Trainer Kompany verantwortlich. Somit ist es eigentlich rätselhaft, warum er bei diesem fantastischen Angebot noch nicht seine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt hat.
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