VonPeter Gradschließen
Nach einem schwierigen Start profitiert der FC Bayern immer mehr von der Arbeit seines Sportvorstands Max Eberl. Die Entwicklung soll honoriert werden.
München – Als Max Eberl am 1. März 2024 seine Arbeit als Sportvorstand beim FC Bayern startete, fand er den Rekordmeister in einer schwierigen Situation vor. Die Deutsche Meisterschaft war quasi zugunsten von Bayer Leverkusen entschieden und er musste sich mitten in der Saison nach einem neuen Cheftrainer umsehen, da sich Verein und Thomas Tuchel nach einer Niederlagenserie im Februar darauf geeinigt hatten, die Zusammenarbeit zum Saisonende zu beenden.
So trommelte sehr früh heftige öffentliche Kritik auf den ehemaligen Jugendspieler des FC Bayern ein, weil er es nicht schaffte, die Wunschtrainer Xabi Alonso, Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick aus ihren bestehenden Verträgen herauszulösen. Sogar vereinsintern soll man sehr rasch unzufrieden mit dem heute 52-Jährigen gewesen sein. Etwas verwunderlich, war er doch viele Jahre lang der Wunschkandidat des Klub-Patriarchen Uli Hoeneß für diesen ebenso wichtigen wie anspruchsvollen Posten beim Rekordmeister.
Mit Kompany-Verpflichtung sammelt Eberl bei Bayern wertvolle Pluspunkte
Mit der Verpflichtung von Vincent Kompany gelang Eberl jedoch ein absoluter Coup, obwohl anfangs von Seiten vieler Experten große Skepsis gegenüber dem Belgier vorgeherrscht hatte. Kompany stabilisierte die verunsicherte Mannschaft und brachte sie überraschend schnell in die Erfolgsspur zurück. Auch die Transfers des FCB-Sportchefs schlugen immer besser ein. Hatte er in seinem ersten Transfersommer noch (Verletzungs-) Pech mit Hiroki Ito und Josip Stanišić, während Michael Olise sofort fantastisch einschlug, muss man den viel kritisierten Sommer 2025 im Nachhinein als vollen Erfolg einstufen.
Zwar wechselten die „Wunschspieler“ Florian Wirtz und Nick Woltemade nicht an die Säbener Straße, aber die ablösefreien Jonathan Tah, Tom Bischof und nicht zuletzt Luis „Lucho“ Díaz vom FC Liverpool erweisen sich als Volltreffer. Alle sind wichtige Bausteine einer Bayern-Mannschaft, die die beste Halbserie in der Geschichte des Rekordmeisters zelebriert hat.
Nachdem im Herbst 2025 ein viel diskutierter Doppelpass-Auftritt von Hoeneß Eberl noch als Zielscheibe von massiver Kritik erscheinen ließ – der Ehrenpräsident dementierte diese Intension stets heftig -, sitzt der 52-Jährige mittlerweile beim FC Bayern ganz fest im Sattel. So fest, dass er gelegentlich auftauchende Kritik mittlerweile ganz souverän weglächeln kann.
Bericht: Eberl-Verlängerung durch FCB-Aufsichtsrat höchst wahrscheinlich
Im jüngsten Bild-Podcast Bayern Insider von Tobias Altschäffl und Christian Falk ging es nun unter anderem auch um die Zukunft von Eberl beim FCB. Diesbezüglich soll es – wenig überraschend – sehr gut aussehen, alles darauf hindeuten, dass sein Vertrag an der Säbener Straße über 2027 hinaus verlängert wird. Der mächtige FCB-Aufsichtsrat ist mit Eberls Arbeit insgesamt sehr zufrieden, auch wenn medial immer wieder Kritikpunkte an den teuren Vertragsverlängerungen aufpoppen.
So ist bekannt, dass im Jahr 2027 zwei Aufsichtsratssitzungen stattfinden sollen, eine im August und eine im November. Da wird spätestens erwartet, dass Eberls Vertragsverlängerung final beschlossen und verkündet wird. Das gute Verhältnis zu Erfolgscoach Kompany und dem Sportdirektor Christoph Freund sollte dazu auch beitragen.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

