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Der VfB Stuttgart hat sich mit einem 3:3 (2:1) vom 1. FSV Mainz 05 getrennt. Nach der Partie stand aber vor allem der Schiedsrichter im Fokus.
Stuttgart - Die Stimmung im Stadion war hitzig. Schon während der 90 Minuten zwischen dem VfB Stuttgart und dem 1. FSV Mainz 05, aber auch danach: So lief Stuttgarts Vorstandschef Alexander Wehrle sichtlich sauer durch die Mixed-Zone. „Zwei Fehlentscheidungen“, raunte er den wartenden Journalisten entgegen und ging weiter.
Dabei begann die Partie aus Stuttgarter Sicht, wie schon beim SC Freiburg, wie gemalt: Den Abschluss von Chris Führich parierte der Mainzer Torwart Robin Zentner zwar noch, doch Enzo Millot grätschte die Kugel zum 1:0 (8. Minute) über die Linie. Es war generell ein starker Start der Schwaben, die harmlose Mainzer voll im Griff hatten. Nach einem langen Ball von Torwart Alexander Nübel lief Jamie Leweling mit Tempo in Richtung Tor und wuchtete das Lader kompromisslos ins kurze Eck zum 2:0 (15.).
VfB Stuttgart gibt Spiel gegen Mainz 05 nach 2:0-Führung aus der Hand
Bis dahin ließ der VfB wahrlich die Muskeln spielen und die Nullfünfer wirkten chancenlos. Doch dann kam es zur ersten von Wehrle angesprochenen Szene, die für Diskussionen sorgte: Millot traf Jonathan Burkardt auf dem Weg aus dem Strafraum, aber eben innerhalb des Sechzehners, mit der Hand am Fuß und brachte den Mainzer somit zu Fall. Daraufhin entschied Schiedsrichter Timo Gerach umgehend auf Elfmeter, den Nadiem Amiri zum 2:1 (43.) verwandelte. Neben Wehrle ärgerte sich auch VfB-Trainer Sebastian Hoeneß über den Pfiff: „Aus unserer Sicht ist es kein Elfmeter.“ Der Coach begründete seine Meinung damit, dass Burkardt in den Laufweg Millots lief.
Das 2:2 erzielte dann Burkardt, der den Ball nach einer Flanke am zweiten Pfosten einköpfte (62.). Auch dieser Treffer hätte nach Ansicht der Schwaben nicht zählen dürfen, weil es zuvor am Nullfünfer-Strafraum zu einem Handspiel gekommen sein soll. Allerdings passierte die Szene nicht unmittelbar vor dem Tor, sodass der Treffer zählte. Darüber hinaus beklagten die VfB-Verantwortlichen, dass vor dem 2:2 der Schiedsrichter selbst den Ball berührt haben soll, die Partie aber dennoch nicht unterbrach.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß: „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“
Trotz dieser Szenen blieb der VfB allerdings im Spiel und arbeitete an der erneuten Führung. „Die letzten 20 Minuten waren Powerplay. Da muss ich meine Mannschaft loben“, zeigte sich Hoeneß von seinen Schützlingen begeistert. Und die belohnten sich mit einem traumhaften Freistoßtreffer von Fabian Rieder zunächst selbst (88.). Doch dann folgte die kalte Dusche: Nach einer Flanke war die Stuttgarter Defensive ungeordnet und diesmal traf Maxim Leitsch per Kopf zum 3:3-Ausgleich (90. +4).
Ein Treffer, den die Schwaben nicht kassieren sollten. „Wir müssen es nach Hause bringen, da müssen wir uns an die eigene Nase fassen“, haderte Hoeneß. „Unterm Strich steht, dass wir zu viele Gegentore kassiert haben“, so der Trainer weiter, der aber auch meinte: „Alles andere geht in die richtige Richtung.“
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