VonMelanie Gottschalkschließen
Im alpinen Skisport ereignen sich immer wieder ernste Unfälle und Verletzungen. Aus diesem Grund ruft Felix Neureuther zu drastischen Änderungen auf.
München – Es ist schon wieder passiert!
Ziemlich genau ein Jahr nach dem schweren Sturz von Ski-Superstar Aleksander Aamodt Kilde ist am Samstag (18. Januar) bei der Abfahrt in Wengen Vincent Kriechmayr gestürzt – und hatte „Glück im Unglück“. Ex-Ski-Star Felix Neureuther fordert deshalb drastische Änderungen.
Felix Neureuther verlangt Änderungen im alpinen Skisport
Neureuther schlägt vor, in den Speed-Disziplinen Einheitsanzüge einzuführen, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Zudem sollte die Skibreite im Slalom und Riesenslalom reglementiert werden, um die Fliehkräfte zu verringern. Bei den Frauen sei auch die Skilänge ein Thema. „Es müssen Regeln her“, betont Neureuther und drängt darauf, dass zur nächsten Saison hin Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Athleten zu schützen.
Die FIS hat auf die wachsende Besorgnis reagiert und plant, bei der Weltmeisterschaft im Februar in Saalbach-Hinterglemm sowie beim Weltcup-Finale im März in Sun Valley runde Tische zur Sicherheitsfrage zu veranstalten. Diese sollen als Plattform dienen, um mögliche Änderungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Skisport zu diskutieren. Neureuther betont jedoch, dass „auf die Schnelle nichts geändert werden kann“, aber es sei wichtig, dass „definitiv etwas passiert“.
Ski-Renndirektor Markus Waldner wird deutlich: „Es ist fünf nach zwölf“
Weitere Experten wie der DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier und der Renndirektor Markus Waldner unterstreichen die Dringlichkeit der Situation. Waldner erklärt: „Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist fünf nach zwölf.“ Das Material sei „extrem ausgereizt“ und es müsse an jeder Schraube gedreht werden, um die Sicherheit zu erhöhen.
Auch die Perspektive der Rennfahrer fließt in die Diskussion ein. Der Österreicher Vincent Kriechmayr kritisierte vor seinem schweren Sturz noch die aktuellen Sicherheitsnetze und fordert Verbesserungen. Es liegt nun am Weltverband zu entscheiden, wie es weitergeht. (msb/sid)
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