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Felix Neureuther erlebt die Ski-WM als TV-Experte. Während des Laufs von Emma Aicher wird er von seinen Emotionen übermannt, die Verzweiflung ist gewaltig.
Saalbach – Auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn bleibt Felix Neureuther eine bedeutende Persönlichkeit im Skisport. Als Experte der ARD kommentiert er mit Leidenschaft und Fachwissen die Rennen, so auch bei der Ski-WM in Saalbach. Während der Übertragung der Damen-Abfahrt wurde der gebürtige Münchner jedoch von seinen Gefühlen überwältigt.
Deutsches Ski-Ass lässt Felix Neureuther in der ARD verzweifeln
Emma Aicher, die vielversprechende Nachwuchshoffnung des deutschen Skisports, startete mit der Nummer 30 in die Abfahrt. Diese Startposition stellte eine Herausforderung dar, da die Spitzenfahrerinnen bereits mit niedrigeren Nummern die Piste befahren hatten.
Trotz dieser schwierigen Ausgangslage erreichte Aicher einen beeindruckenden sechsten Platz. Felix Neureuther, der das Rennen gemeinsam mit Moderator Markus Othmer kommentierte, war emotional stark berührt.
Felix Neureuther muss sich nach deutschem Drama bei Ski-WM plötzlich am TV-Pult abstützen
„Es war so knapp!“, rief Neureuther aus und stützte sich am TV-Pult ab, während er sich die Hand vors Gesicht hielt. Er war überzeugt, dass Aicher mit einer besseren Startnummer eine Medaille hätte gewinnen können. Am Ende fehlten ihr lediglich 0,27 Sekunden zum Podium.
„Ich sage dir, wenn sie zehn Nummern davor gewesen wäre, dann hätte sie hier eine Medaille“, erklärte Neureuther, der vor dem Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel beklaut wurde, mit Nachdruck. „Es war nicht mehr einfach, nicht möglich, jetzt zum Schluss noch so schnell zu sein“, fügte er hinzu und lobte Aicher für ihre „richtig gute Fahrt“.
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Felix Neureuther traut Deutschlands Ski-Hoffnung Emma Aicher Großes zu
Die Bedeutung der Startnummer wurde in Saalbach besonders deutlich, da sich die Pistenverhältnisse verschlechtert hatten und Aichers Leistung beeinträchtigten. Dennoch zeigte sie eine herausragende Leistung, die Neureuther ins Schwärmen brachte: „Emma kann man nicht mit den Athletinnen vor ihr vergleichen, weil sie viel zu gut ist. Sie war die einzige, die noch da vorne reingefahren ist. Eine super Leistung von ihr! Schade, eine Medaille wäre wirklich drin gewesen, wenn sie weiter vorne gestartet hätte.“
Felix Neureuther sieht in Emma Aicher eine vielversprechende Zukunft im Skisport. Er vergleicht ihr Potenzial mit dem der US-amerikanischen Skirennläuferin Mikaela Shiffrin, die bei alpinen Ski-Weltmeisterschaften zahlreiche Medaillen gewonnen hat. Aicher habe das Zeug dazu, in ihrer Karriere viel zu erreichen, betonte Neureuther. In Saalbach stürzte ein deutsches Ski-Ass schwer – direkt vor Neureuthers Augen. (ck)
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