„Knie explodiert“

Felix Neureuthers Horror-Verletzung entpuppte sich als unerwarteter Glücksfall

  • schließen

Felix Neureuther erleidet eine schwere Verletzung kurz vor den Olympischen Winterspielen. Wie sich herausstellen sollte, war dies ein unerwarteter Glücksfall.

Garmisch-Partenkirchen – Für viele Sport-Stars ist die Zeit nach dem Karriereende eine große Herausforderung. Auch für Felix Neureuther war der Übergang vom Leistungssportler in das „normale Leben“ eine „Challenge“, wie der ehemalige Skirennläufer im Wintersport-Podcast der Sportschau verrät. Dennoch hat er diesen nach seinem Rücktritt 2019 erfolgreich gemeistert, dabei entpuppte sich eine Horror-Verletzung im Nachhinein als Glücksfall.

Felix Neureuther kurz vor Olympia schwer verletzt

Heute, sechs Jahre nach dem Karriereende, ist Neureuther für die ARD als Ski-Experte am Mikrofon aktiv. Als Moderator und Protagonist informiert er in Dokumentarfilmen über die Folgen des Klimawandels. Zusammen mit seinem Vater Christian initiierte er das Nachhaltigkeitsprojekt „Naturhelden: Kids gegen Müll – kleine Hände, große Wirkung“. Neureuther ist mit seiner Familie und seinen Projekten also voll ausgelastet, der Übergang hat nahtlos geklappt.

Nach seinem am 25. November 2017 erlittenen Kreuzbandriss im Training musste er die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang absagen. Für Neureuther ein harter Schlag, der ihn jedoch auf die Karriere nach der Karriere vorbereiten sollte.

Felix Neureuther zog sich kurz vor den Olympischen Winterspielen eine schwere Verletzung zu.

Felix Neureuthers Horror-Verletzung entpuppte sich als Glücksfall

„Es war für mich auch eher so ein Glücksfall, dass ich mir das Kreuzband gerissen habe, ungefähr eineinhalb Jahre vor meinem Karriereende. Und ich in dieser Rehabilitationszeit eigentlich sehr viel vorbereiten konnte für die Karriere nach der Karriere“, erklärte Neureuther im Wintersport-Podcast. „Ich war vorbereitet, ich war hundertprozentig vorbereitet. Bei mir ging es nach dem Leistungssport direkt Vollgas weiter.“ Die schwere Verletzung war im ersten Moment dennoch schwer zu verkraften.

„Du musst dir vorstellen, es war Olympia-Saison 2017/2018 und du bereitest dich sechs Monate auf die Saison vor. Meine Frau war schwanger, mit unserer Tochter, das erste Mal. Ich habe wirklich alles in diese Saison reingesteckt, alles was ich hatte“, erinnert sich Neureuther, der viele Jahre nach dem Karriereende zugibt, viele Verletzungen vorgetäuscht zu haben. „Ich habe super trainiert, war nahezu schmerzfrei, was ich so in der Form eigentlich noch nie kannte, das Material hat super gepasst, das Umfeld hat super gepasst, die Trainer, wir alle haben an einem Strang gezogen.“ Doch dann kam der Schock.

Die 18 erfolgreichsten deutschen Wintersportler des neuen Jahrtausends

Sven Hannawald im Porträt.
Sven Hannawald (Skispringen): Hatte seine ersten Erfolge Ende des letzten Jahrhunderts. Gewann als erster alle vier Wettbewerbe der Vierschanzentournee. Bilanz: 18 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber © IMAGO / Oryk HAIST
Kevin Kuske und Andre Lange mit der Goldmedaille
Kevin Kuske und Andre Lange (Bob): 38 Weltcup-Siege, 4x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber © IMAGO / Sven Simon
Eric Frenzel im Wettkampf
Eric Frenzel (Nordische Kombination): 43 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / Nordphoto
Anni Friesinger zweite von links.
Anni Friesinger-Postma (Eisschnellauf): 59 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / Camera 4/JIM
Felix Loch nach dem Wettkampf.
Felix Loch (Rodeln): 49 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold © IMAGO / Arvid Müller
Tobias Wendl und Tobias Arlt nach dem Wettkampf.
Tobias Wendl und Tobias Arlt (Rodeln): 5 Weltcup-Siege, 6x Olympia-Gold © IMAGO / Beautiful Sports
Natalie Geisenberger im aktuellen Sportstudio
Natalie Geisenberger (Rodeln): 8 Weltcup-Siege, 6x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Martin Hoffmann
Viktoria Rebensburg auf Skiern.
Viktoria Rebensburg (Ski Alpin): 19 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / CEPix
Maria Höfl-Riesch im Porträt.
Maria Höfl-Riesch (Ski Alpin): 27 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber © IMAGO / Sammy Minkoff
Felix Neureuther als TV-Experte.
Felix Neureuther (Ski Alpin): 13 Weltcup-Siege © IMAGO / opokupix
Arnd Peiffer auf Skiern.
Arnd Pfeiffer (Biathlon): 10 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Beautiful Sports
Simon Schempp auf Skiern.
Simon Schempp (Biathlon): 12 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Ernst Wukits
Laura Dahlmeier im Porträt.
Laura Dahlmeier (Biathlon): 20 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Beautiful Sports
Kati Wilhelm im Porträt.
Kati Wilhelm (Biathlon): 21 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 3x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Eibner
Magdalena Neuner im Profil.
Magdalena Neuner (Biathlon): 34 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber © IMAGO / ZUMA Wire
Katharina Althaus bei einer Siegerehrung.
Katharina Althaus (Skispringen): 15 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Silber © IMAGO / NTB
Severin Freund bei der Vierschanzentournee
Severin Freund (Skispringen): 22 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold © IMAGO / MIS
Karl Geiger bei einer Siegerehrung.
Karl Geiger: 13 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Silber, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / ZUMA Wire

„Knie explodiert“: Felix Neureuther schildert dramtischen Ski-Moment

„Und dann fährst du das erste Rennen, dann bin ich da an einem Hang, der mir überhaupt nicht liegt wirklich gut gefahren, habe das Rennen gewonnen und eineinhalb Wochen später machst du einen falschen Schwung und dein Knie explodiert und du merkst, dass innerhalb kürzester Zeit die Arbeit der letzten sechs Monate eigentlich komplett umsonst war“, erzählte Deutschlands erfolgreichster Skifahrer mit 13 Weltcup-Siegen. „Aber nicht nur für mich, sondern auch für die Trainer, den Servicemann und so weiter, die haben ja auch ihre Familien alle alleine gelassen, um mich dementsprechend vorzubereiten. Das war schon ein harter Moment, muss ich sagen, den man auch erstmal so verarbeiten muss.“

Doch Neureuther, der mit einem engen Freund nach schwerer Verletzung mitfühlt, ließ sich nicht unterkriegen: „Aber, und so bin ich von Grund auf, ich versuche immer aus dem Negativen etwas Positives zu sehen, weil mir ist es ja trotzdem noch gut gegangen. Ich habe mir in Anführungszeichen nur das Kreuzband gerissen, es gibt ja wesentlich schlimmere Dinge, die im Leben passieren können.“ Deswegen müsse man „solche Dinge immer relativieren und dann kann man auch aus so einer Situation wiederum Kraft schöpfen und versuchen Dinge anders zu machen.“

Verletzung und Familie bereiteten Felix Neureuther auf Karriereende vor

Neureuther hat also bereits während seiner aktiven Zeit die Grundlagen für seine zweite Karriere gelegt und auch seine Eltern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther sowie Ehefrau Miriam Neureuther trugen ihren Teil bei. „Ich hatte riesengroßes Glück, dass beide Elternteile von mir diesen Weg schon einmal gemacht hatten, meine Frau früher auch Leistungssportlerin war. Ich wurde deshalb sehr gut vorbereitet von meinen Eltern und auch von meiner Frau, was dann alles auf mich zukommen wird“, sagte Neureuther. (ck)

Rubriklistenbild: © Giovanni Auletta/dpa

Kommentare