VonAdrian Kühnelschließen
Von der Klub-WM sollen nicht nur Teams wie der FC Bayern und BVB profitieren. FIFA-Präsident Gianni Infantino will den Fußball in der Breite stärken.
Frankfurt – Die neue Klub-Weltmeisterschaft der FIFA wird vom 15. Juni bis 13. Juli 2025 in den Vereinigten Staaten ausgetragen – das zum ersten Mal mit 32 Mannschaften.
„Das wird eine ganz neue Ära des Klubfußballs einläuten“, so FIFA-Präsident Gianni Infantino gegenüber chinesischen Medien. Der Wettbewerb wird die Elite der Vereine aus aller Welt zusammenführen, darunter zwölf europäische und sechs südamerikanische Teams. Vertreter aus Asien, Afrika, Nord- und Mittelamerika sowie Ozeanien werden ebenfalls teilnehmen.
Klub-WM: Aus Deutschland sind Bayern und Dortmund dabei
Fast alle Teilnehmer sind bereits bekannt. Aus Europa sind neben dem FC Bayern und Borussia Dortmund aus Deutschland auch Real Madrid, der FC Chelsea, Manchester City, Paris Saint-Germain, Inter Mailand, der FC Porto, Atlético Madrid, Benfica Lissabon, Juventus Turin und Red Bull Salzburg qualifiziert.
Lionel Messis Inter Miami wird ebenfalls an der neuen FIFA Klub-WM teilnehmen. Es fehlt nur noch ein südamerikanisches Team, das im Finale der Copa Libertadores am 30. November in Buenos Aires ermittelt wird: Die beiden brasilianischen Klubs Botafogo und Atlético Mineiro kämpfen um das letzte Ticket.
FIFA will Einnahmen zu 100 Prozent in den Klubfußball reinvestieren
Die FIFA und die teilnehmenden Vereine erhoffen sich von der neuen Klub-WM erhebliche Einnahmen. Berichten zufolge erhalten die 32 Teilnehmer jeweils ein Startgeld von 50 Millionen Euro. Aber nicht nur die aktiv partizipierenden Klubs sollen finanziell profitieren. „Die Einnahmen, die durch die Klub-WM generiert werden, werden zu 100 Prozent in den Klubfußball reinvestiert. Natürlich als Preisgeld an die teilnehmenden Vereine, aber auch als Solidarität an alle Klubs auf der ganzen Welt“, betont Infantino.
Der erste offizielle Sponsor der Klub-WM, der chinesische Elektronikkonzern Hisense, steht bereits fest. Weitere Sponsoringverträge sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Mit der Klub-WM entstünden überdies „neue Chancen und neue Möglichkeiten für alle Menschen auf der ganzen Welt“, verspricht der FIFA-Boss. „Und mit all den Einnahmen, die wir aus dem Wettbewerb generieren werden, wird dies dem Vereinsfußball in der ganzen Welt zugutekommen.“
FIFA will Vereinen aus der ganzen Welt die Türen öffnen
Laut Infantino konzentriere sich der Elite-Fußball bis dato hauptsächlich auf Europa und Brasilien. Daher ist das Ziel der Klub-WM klar: „Wir müssen Fußball offener und globaler gestalten, und das geht über Wettbewerbe, die Weltmeisterschaft oder auch die neue FIFA Klub-Weltmeisterschaft, die allen Vereinen der Welt die Möglichkeit gibt, gegeneinander zu spielen.“
Es gehe auch darum, „Vereinen aus der ganzen Welt die Türen zu öffnen, um ihre Marke, ihre Spieler, ihre Mannschaft zu präsentieren, um besser zu werden, um ihre Spieler zu halten, damit sie an der Weltmeisterschaft teilnehmen können, anstatt sie zu verkaufen“, so Infantino.
Dreesen, Watzke, Neuer und Kimmich freuen sich auf Klub-WM
Einige Beobachter betrachten die Klub-WM jedoch kritisch, insbesondere wegen der vermeintlich steigenden Belastung, die mit einem neuen Wettbewerb einhergeht. Jan-Christian Dreesen, Vorstandsboss des FC Bayern, sagte dazu gegenüber Sport Bild: „Es ist doch spannend, wenn sich zwölf der besten Vereine aus Europa mit Klubs aus aller Welt messen. Was das Thema Belastung angeht: Die Klub-WM findet nur alle vier Jahre statt.“
Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Dortmund, äußerte sich ähnlich: „Wenn wir das mal von der rationalen Seite betrachten: Es sind nur zwei deutsche Klubs davon betroffen und das sind die beiden Klubs, die es wahrscheinlich auch am besten verkraften können.“
Spieler wie Manuel Neuer und Joshua Kimmich vom FC Bayern freuen sich derweil auf die Möglichkeit, um einen weiteren Titel zu spielen. „Meine Generation hat nichts mehr zu verschenken“, so Kimmich, „deshalb wollen wir jeden Titel gewinnen“. Neuer sagte: „Es sind zwar wieder mehr Spiele, aber dieses Turnier ist ähnlich wie eine Europa- oder Weltmeisterschaft. Wir treten an, um dieses Turnier zu gewinnen. Das wird auch für mich eine neue Erfahrung.“
Die Spiele der Klub-WM werden in elf US-Städten ausgetragen: Miami, Los Angeles, Seattle, Washington, Orlando (mit zwei Stadien), Atlanta, Nashville, Charlotte, Cincinnati und Philadelphia. Das Finale findet im Metlife Stadium in New Jersey statt. Diese Auswahl an Spielorten sorgt für eine breite geografische Abdeckung des Landes und ermöglicht es Fans aus verschiedenen Teilen der USA, das Spektakel zu verfolgen.
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