- VonNiklas Kirkschließen
Bei einem Auftritt im Bayrischen Rundfunk spricht Felix Neureuther über Nachhaltigkeit, Olympia in Saudi-Arabien und ein neues Filmprojekt.
München – Prominenten Besuch durften Hannes Ringlstetter und Carolin Matzko vergangene Woche in ihrem Format Ringlstetter begrüßen. Mit Ex-Skirennläufer Felix Neureuther erörterten die Gastgeber selbstverständlich auch aktuellen Fragen um den Wintersport. Dabei bezog der 39-Jährige klar Stellung zu möglichen Austragungsorten für die Olympischen Winterspiele, Nachhaltigkeit und gab Einblicke in ein Filmprojekt.
Olympia im Wüstenklima? Neureuther sieht die Zukunft der Spiele woanders
Für Neureuter, dem das Thema Umweltschutz am Herzen liegt, ist die Verantwortung des Sports nicht verhandelbar. Viel mehr betont er: „Wir müssen es als Skisport schaffen, eine Vorreiterposition einzunehmen, auch was das Thema Nachhaltigkeit anbetrifft.“ Als lobendes Beispiel führt er die Winterspiele 2026 an. Hier gäbe es bereits „tolle Möglichkeiten und Projekte, die schon umgesetzt werden“, wie die Reaktivierung alter Sportanlagen.
Von einer Verlagerung der Winterspiele in Regionen ohne Winterklima hält er hingegen nichts: „Ist es sinnvoll, über asiatische Winterspiele in Saudi-Arabien zu sprechen? Oder über Olympische Winterspiele in Peking, wo ein neuer Ort entstehen muss?“. Hier bezieht sich Neureuther auf Saudi-Arabien als möglichen Austragungsort für die Spiele 2030. Den Zuschlag für die Asienspiele 2029 hat das Land bereits erhalten, wofür die Planstadt „Neom“ errichtet werden soll.
Neureuther über brachliegende Sportanlagen in den Alpen: „Des konn doch ned sei!“
Für ihn schlägt das Herz der Spiele und des Wintersports in den Alpen, auch weil er hier die Bedingungen sieht, jegliche Wettkämpfe umweltverträglich durchzuführen. Mit dieser Frage beschäftigt sich auch sein Filmprojekt, dass am 26. Februar ausgestrahlt werden wird. „Wie können wir die Spiele so gestalten, dass sie Einklang mit den Menschen vor Ort und mit der Natur stattfinden? Es ist möglich“, betonte der 39-Jährige.
Dafür begab sich Neureuther in die Alpenregion für eine Bestandsaufnahme der Sportinfrastruktur und der sich daraus ergebenen Möglichkeiten. Sein Fazit: „Und dann schaust du dir mal an, was von den Spielen in Italien an Sportstätten übrig geblieben ist. Dann haben wir die Skisprungschanze und die Bobbahn besucht. Dann habe ich mir gedacht: ‚Des konn doch ned sei!‘ Das ist gebaut worden für so viel Geld und wird seit 15 Jahren nicht benutzt.“
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Neureuther über Olympia in Zeiten des Klimawandels: „vernünftig und zeitgemäß umsetzen“
Abschließend erteilt er der Logik immer neue Märkte für die Spiele erschließen zu müssen eine klare Absage. Olympia sei „eine tolle Bewegung“, müsse „aber vernünftig und zeitgemäß umgesetzt werden“.
Das sei auch im Sinne der Sportlerinnen und Sportler: „Wenn du die Athletinnen und Athleten fragst, was ihnen lieber ist: Wollen sie vor 500 Leuten in Südkorea oder Peking Olympische Spiele haben, wo alles aus dem Boden gestampft wird, wo alles pompös ist? Oder wollen sie lieber wo starten, wo 30.000, 40.000 Leute am Start sind?“
In jüngster Zeit äußern sich vermehrt Athleten zur Nachhaltigkeit ihrer Wettbewerbe. Dabei nahm Julian Schütter die Veranstalter in die Pflicht, bei der Wahl der Werbepartner auf Unternehmen im Sinne des Umweltschutzes zu setzen. (nki)
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