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Ansgar Knauff: Das Stehaufmännchen von Eintracht Frankfurt

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Ansgar Knauff entschied zuletzt das Spiel in Leipzig mit seinem frühen Tor.
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Ansgar Knauff lässt sich nicht entmutigen und ist für die Eintracht als Rechtsaußen wertvoller als auf der linken Seite.

Jetzt wird er auch noch torgefährlich, dieser Ansgar Knauff. Der jüngste Volltreffer von Leipzig war bereits sein vierter Bundesligatreffer, zweitbester Schütze hinter Omar Marmoush (sieben Tore in der Liga, zudem fünf in Pokal und Conference League) ist er damit allemal. Dazu hat er im Pokal einmal getroffen. So erfolgreich war der 22 Jahre alte Flügelmann in seiner Profikarriere noch nie. In seiner allerbesten Saison, es war natürlich die mit den Siegen in Barcelona, West Ham und Sevilla, hat der gebürtige Göttinger vier Tore geschossen.

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Und: Wenn Ansgar Knauff den Ball in dieser Saison ins Tor schießt, gewinnt Eintracht Frankfurt das Spiel, das war gegen Heidenheim (2:0) so, gegen die TSG Hoffenheim (3:1), Bayern München (5:1), jetzt gegen Leipzig (1:0), im Pokal gegen Viktoria Köln (2:0). So kann es weitergehen für Ansgar Knauff.

Aber so restlos überzeugt hat der U-21-Nationalspieler in dieser Hinrunde nicht. Es gab viele Schwankungen, prima Aktionen wechselten wellenartig mit deutlich weniger guten. Knauff, ein bodenständiger, unkomplizierter Typ schien irgendwie auf der Suche nach sich selbst, hin- und hergerissen zwischen den Polen, nicht Fisch, nicht Fleisch.

Was die Sache nicht erleichtert hat: Im Frühsommer brach das Schlüsselbein, unmittelbar vor der Abreise zur U21-EM. Knauff verpasste ein Gutteil der Vorbereitung, „der Sommer“, sagte er selbst, „war nicht so gut“. Und dann flog er, just fest für vier Millionen Euro von Borussia Dortmund bis 2028 verpflichtet, bei seinem ersten Einsatz im zweiten Saisonspiel bei Mainz 05 gleich mit Gelb-Rot vom Platz, viel unglücklicher kann es kaum gehen.

Ansgar Knauff: Es brauchte einen neuen Anlauf

Ansgar Knauff musste einen neuen Anlauf nehmen. Leicht war der Weg zurück nicht für ihn, schon zuvor war er, der in der letzten Runde sechs Spiele in der Champions League bestritt, nicht für den Kader im Pokalfinale 2023 gegen RB Leipzig nominiert worden. Das waren harte Zeiten für den Durchstarter, der so phänomenal begonnen hatte bei der Eintracht, als er vor ziemlich genau zwei Jahren von Dortmund kam. Man sah ihm an, dass er unzufrieden war mit sich, seiner Situation, U21-Nationaltrainer Antonio di Salvo deckelte ihn: Wenn es nicht laufe bei ihm, „lässt er den Kopf hängen“.

Doch Knauff, das Stehaufmännchen, schaffte es zurückzukommen, vor allem: Er ließ sich nie entmutigen, legte noch eine Schippe drauf, probierte es immer wieder, gab nie auf: „Jetzt hat er sich belohnt“, sagt Trainer Dino Toppmöller, selbst wenn Knauff weiterhin daran arbeiten muss, seine Leistung zu stabilisieren. Zuweilen gerät ihm das Abspiel arg schlampig.

Knauff: VIelleicht zu oft auf dem linken Flügel

Was ihm die Aufgabe sicher erschwert hat: Toppmöller hat ihn häufig, vielleicht zu häufig und aus der Not geboren, auf dem linken Flügel eingesetzt. Das ist aber nicht seine Position. Seine besten Spiele hat er auf der anderen Seite abgeliefert, als Rechtsaußen. Da kann der Rechtsfuß seine Stärken deutlich besser ausspielen als auf links, Schnelligkeit und Dynamik, zudem muss er sich dort die Kugel nicht immer erst auf den rechten Fuß legen.

Gegen den Darmstadt 98 am Samstag am Böllenfalltor dürfte der 22-Jährige rechts unterwegs sein, zumal sich auf der ungeliebten linken Seite Niels Nkounkou festgespielt hat. Und ein Treffer von Knauff wäre ja fast schon mehr als die halbe Miete.

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