„Pflanzliches Essen verbindet alle“

Französische Spitzenköche wollen bei Olympischen Spielen mehr Gemüse auftischen

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Frankreich möchte bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris mit landestypischer Kochkunst überzeugen – und vor allem das Fleisch weglassen.

Paris – Quinoa, Kichererbsen, Rote Beete oder Korianderjoghurt – diese Produkte sollen bei den Olympischen Spielen 2024 in Frankreichs Hauptstadt auf den Tisch kommen. Das ist jedenfalls der Plan französischer Spitzenköche, die hauptsächlich mit vegetarischen Gerichten der Welt ihre „Cuisine française“ näherbringen möchten – und dafür schon mitten in der Vorbereitung sind.

Olympische Sommerspiele 2024 Paris
Eröffnungsfeier:26. Juli 2024
Schlussfeier:11. August 2024
Anzahl Teilnehmer:bis zu 10.500 Sportler

Spitzenköche bei Olympischen Spielen fest eingeplant

Zwei Spitzenköche und eine Spitzenköchin sind während dem größten Sportereignis der Welt verantwortlich für die Repräsentation der französischen (möglichst gesunden und vegetarischen) Gastronomie. Doch da gibt es ein Problem: Die Franzosen sind nicht nur spitze in der Küche, sondern auch beim Konsumieren von Fleisch. Zwischen 2013 und 2022 ist der individuelle Fleischkonsum in Frankreich um drei Prozent gestiegen. Das Angebot in den olympischen Mensen würde dann eher zu einer Imagekampagne heranreifen und nicht zur Realität auf Frankreichs Esstischen passen.

Zumindest Amadine Chaignot, eine 44-jährige Chefköchin aus Orsay, hat für dieses Problem bereits eine Lösung gefunden. Die im Pariser Restaurant Pouliche tätige Köchin ist für ihr Perlhuhn mit Flusskrebsen bekannt, gepaart mit einem großzügigen Einsatz von Butter. Und wie sieht's bei Olympia aus? „Nicht allzu komplizierte“ Mahlzeiten möchte sie für die Athleten kochen. Ob vegetarisch oder nicht, hat sie allerdings nicht verraten. Die anderen beiden Köche sind hingegen schon einen Schritt weiter.

Das Essen bei den Olympischen Spielen in Paris wird auch von Spitzenköchen bereitgestellt.

Koch von mehr Gemüse bei Olympia überzeugt: „Pflanzliches Essen verbindet alle“

Einer von drei Spitzenköchen möchte bei den Olympischen Spielen ausschließlich vegetarische Speisen anbieten. Der 42-jährige Akrame Benallal argumentiert: „Damit erreiche ich die meisten, (…) ganz gleich, ob sie koscher oder halal essen, ob sie Christen oder Buddhisten sind“, sagt der gebürtige Algerier und ergänzt: „Pflanzliches Essen verbindet alle.“

Ganz allein mit der Essensplanung stehen die drei Spitzenköche jedoch nicht da. Drei-Sterne-Koch Alexandre Mazzia erhielt eine Beratung von Sportmedizinern mit dem Thema, welche Ernährungsbedürfnisse sportlich aktive Menschen haben. Ob die Sportler bei Olympia überhaupt die Angebote der Spitzenköche annehmen, ist wieder eine andere Frage. „Man kann es nicht allen aufdrängen“, meint etwa die französische Seglerin Hélène Defrance. Kritisch steht die Bronzemedaillen-Gewinnerin von Rio 2016 zu den vorgeschlagenen Hülsenfrüchten. Diese seien „etwas schwierig zu verdauen“. Sowieso werden die Athleten im Olympischen Dorf die Qual der Wahl beim Essen haben.

Rund 500 Gerichte bei Olympia zur Auswahl

500 verschiedene Mahlzeiten sollen in Paris aufgetischt werden, von denen nicht alle ohne Fleisch sein werden. „Wir sind da, um das Können der französischen Gastronomie unter Beweis zu stellen“, ist sich etwa Drei-Sterne-Koch Mazzia sicher. Ob die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in den Genuss dieser französischen Sterneküche kommen wird, entscheidet sich in den nächsten Monaten. Nach der Niederlage gegen Dänemark rückt die Olympia-Qualifikation weiter in die Ferne. (likr/AFP)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Richard Wareham ; IMAGO / Zoonar

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