VonAlexander Kaindlschließen
Die Frauen-WM 2023 steht vor der Tür. Inzwischen scheint endlich auch die Frage nach den TV-Übertragungsrechten beantwortet zu sein.
Frankfurt – In rund einem Monat beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Australien und Neuseeland. Lange war nicht klar, ob man die Spiele der WM (20. Juli bis 20. August) überhaupt im deutschen Fernsehen würde verfolgen können. Nun zeichnet sich aber eine Lösung ab – sehr zur Freude der Fans.
| Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2023 | |
|---|---|
| Ort: | Australien und Neuseeland |
| Beginn: | 20. Juli 2023 |
| Ende: | 20. August 2023 |
| Teilnehmende Teams: | 32 |
Läuft die Frauen-WM im deutschen TV? Entscheidung endlich gefallen
Denn nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur, des Branchendienstes dwdl und der Bild steht nun eine Einigung im TV-Rechte-Poker bevor. Ein Kontrakt, der ARD und ZDF eine Übertragung der Weltmeisterschaft ermöglicht, stehe kurz vor dem Abschluss. Vertragspartner des Fußball-Weltverbandes FIFA sind laut dpa nicht die Sender selber, sondern die European Broadcasting Union (EBU).
Zuvor hatte ein Sprecher der FIFA gesagt: „Wir sind weiterhin in Gesprächen.“ Er betonte zugleich, dass es „keinen Blackout“ geben werde – also ein Turnier ohne bewegte Bilder in Deutschland. Der Verbandssprecher erklärte weiter: „Wir bevorzugen Übertragungen im öffentlichen Fernsehen, aber wir können die Spiele auch bei FIFA+ zeigen.“
Poker um TV-Rechte der Frauen-Weltmeisterschaft
Bisher liefen die Übertragungen der großen Turniere hierzulande bei ARD und ZDF, die auch bei der Ausschreibung für die WM 2022 das beste Angebot für den deutschen TV-Markt abgegeben hatten. Der FIFA war die Offerte aber zu niedrig. Präsident Gianni Infantino forderte öffentlich mehr Geld, ohne konkrete Zahlen zu nennen.
Gerüchten zufolge lag das Angebot des deutschen Marktes bei rund sechs Millionen Euro, die FIFA hätte sich aber etwa zehn Millionen Euro gewünscht.
Männer-WM kostete ein Vielfaches – Finale der Frauen-EM trotzdem unerreicht
Zum Vergleich: ARD und ZDF bezahlten für die TV-Rechte der Männer-WM 2022 in Katar über 200 Millionen Euro. Die am meisten gesehene Sportübertragung des vergangenen Jahres war aber nicht etwa das WM-Finale zwischen Argentinien und Frankreich oder eines der deutschen Gruppenspiele – nein, es war das EM-Finale der Frauen.
Durchschnittlich 17,897 Millionen Menschen hatten die 1:2-Niederlage der DFB-Elf im Sommer gegen England live miterlebt. Zahlen, die weiter eindrucksvoll untermauern, dass der Frauenfußball auf dem Vormarsch ist. (akl/dpa)
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