Schallmauer durchbrochen: Rekord-Preisgeld beim Ski-Klassiker in Kitzbühel
VonKorbinian Kothny
schließen
Die legendäre Streif ruft. In Kitzbühel stehen am kommenden Wochenende zwei Abfahrten und ein Slalom an. Das Preisgeld 2024 ist so hoch wie nie.
Kitzbühel – Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit: von Freitag bis Sonntag (19. – 21. Dezember) sind die besten Skifahrer der Welt in Kitzbühel zu Gast. Im Mekka des Skizirkus steht für Athleten und Fans das absolute Saisonhighlight an. 2024 mal wieder im XXL-Format.
Rekord-Preisgeld in Kitzbühel
Sowohl am Freitag als auch am Samstag findet auf der legendären „Streif“ die Hahnenkamm-Abfahrt statt, am Sonntag starten die Slalomfahrer auf dem Ganslernhang.
Wer sich auf der berühmtesten, aber wohl auch brutalsten Abfahrt im Skizirkus zum Sieger kürt, bekommt nicht nur eine eigene Gondel an der Hahnenkammbahn, sondern wird auch fürstlich entlohnt. So hoch wie in diesem Jahr war das Preisgeld in Kitzbühel noch nie!
Insgesamt 1.000.050 Euro schütten die Veranstalter an die Teilnehmer der drei Rennen am kommenden Wochenende aus. Die Rekordsumme teilt sich erstmals gleichmäßig auf die zwei Abfahrten am Freitag und Samstag sowie den Slalom am Sonntag für die jeweils Top-30 auf.
Für den Sieger gibt es dabei jeweils 100.000 Euro, für den Zweiten 50.000 und für den Dritten 25.000. Der 30. bekommt immerhin noch 2000 Euro. Insgesamt werden so pro Rennen 333.5000 Euro ausgeschüttet.
Preisgeld Hahnenkammrennen 2024
1. Platz
100.000 Euro
2. Platz
50.000 Euro
3. Platz
25.000 Euro
4. Platz
18.000 Euro
5. Platz
15.000 Euro
6. Platz
13.000 Euro
7. Platz
12.000 Euro
8. Platz
11.000 Euro
9. Platz
10.000 Euro
10. Platz
9.000 Euro
…
30. Platz
2.000 Euro
Ski-Szene nach schweren Stürzen in Wengen zerrissen
Zum Vergleich: Die Sieger der Lauberhornabfahrt in Wengen, die längste Strecke im Weltcup, kassieren „nur“ knapp über 50.000 Euro Preisgeld. Diese Summe ist vom internationalen Skiverband FIS vorgeschrieben.
Nach den schweren Stürzen in Wengen ist die Skiszene mal wieder zerrissen. Es tobt eine Sicherheits- und Belastungsdebatte. Das Programm, sagen die einen, ist zu umfangreich, und verweisen auf die Doppel-Abfahrten in Wengen oder jetzt in Kitzbühel. Das Spektakel, meinen die anderen, wird immer mehr übertrieben.
Diese Sport-Stars haben im Jahr 2023 ihre Karriere beendet
Veranstalter freuen sich über XXL-Programm – Athleten warnen
„Man muss differenzieren können“, sagte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier dem SID. Er warnte vor Populismus, „es gibt nicht nur die eine Wahrheit“. Die verhängnisvollen Stürze der Top-Stars Marco Schwarz in Bormio oder Alexis Pinturault und Aleksander Aamodt Kilde nun in Wengen hätten allesamt individuelle Gründe gehabt, von Überlastung könne hier nicht pauschal die Rede sein.
Auch die Veranstalter wehrten sich nicht – im Gegenteil! In Kitzbühel ist man froh, anstelle des schlecht vermarktbaren Super-G eine zweite Schussfahrt auf der Streif bieten zu können. Auch wenn der einstige Kitz-Sieger Thomas Dreßen, der zuletzt den Tränen nahe war, meinte, der Klassiker würde so „entwertet“. Finanziell lohnt es sich für die Sieger auf jeden Fall. (kk/sid)