Nächster Sturz bei der Abfahrt

Verletzungs-Drama in Wengen: ZDF-Kommentator und Experte Büchel toben vor Wut

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Beim Ski-Weltcup in Wengen reiht sich ein Sturz an den nächsten. Der ZDF-Kommentator und sein Experte Marco Büchel erheben schwere Vorwürfe.

Wengen – Was muss noch alles passieren, damit im Ski-Zirkus endlich ein Umdenken einsetzt? Diese Frage stellten sich am Samstagmittag bei der Live-Übertragung der Lauberhornabfahrt in Wengen auch ZDF-Kommentator Michael Pfeffer und Experte Marco Büchel. Nach einem weiteren schweren Sturz in Wengen, als der nächste Ski-Star mit dem Heli abtransportiert werden musste, schlägt das TV-Duo Alarm und übt scharfe Kritik an der FIS (Internationaler Ski-Verband).

Ski-Weltcup in Wengen fordert dritten Horror-Sturz im dritten Rennen

Erst am Freitag war mit Alexis Pinturault ein Ski-Star schlimm in Wengen gestürzt – die bittere Diagnose steht mittlerweile fest. Der Franzose hat sich beim Super-G wie befürchtet einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen. Einen Tag später bei der Abfahrt erwischte es den nächsten Top-Athleten.

Aleksander Aamodt Kilde konnte kurz vor dem Ziel den Kräften nicht mehr standhalten und rauschte in den Fangzaun. Auch der Norweger konnte nicht von alleine wieder aufstehen und wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen – inzwischen ist die Diagnose da, Kilde wurde schon operiert. Bereits am Donnerstag hat sich der Schweizer Marco Kohler auf der ersten Abfahrt das Kreuzband gerissen.

ZDF-Experte Marco Büchel übt nach den schweren Stürzen in Wengen harte Kritik an den Organisatoren.

Verletzungs-Drama in Wengen: ZDF-Kommentator und Experte Büchel toben vor Wut

Das Programm im Ski-Weltcup in Wengen hat es in sich, bereits am Donnerstag wurde als Ersatz für das ausgefallene Rennen in Beaver Creek eine Abfahrt ausgetragen. Für ZDF-Kommentator Michael Pfeffer ist das Limit erreicht, dem ehemaligen Skirennläufer platze live am Mikro der Kragen.

„Die Belastung ist gewaltig, das ist fahrlässig“, wetterte Pfeffer, der einst in der Studentennationalmannschaft Ski gefahren war. Nicht nur in Wengen setzten die Organisatoren der FIS zwei Abfahrten an, in der kommenden Woche gibt es den Doppelpack in Kitzbühel mit zwei Hahnenkammrennen am Freitag und Samstag. „Da muss sich die FIS fragen lassen, was sie da eigentlich macht“, meinte Pfeffer. Dem stimmte auch Experte Marco Büchel zu, der Liechtensteiner hatte aber noch einen weiteren Kritikpunkt.

Geisenberger, Frenzel & Co.: Diese deutschen Wintersport-Stars haben 2023 ihre Karriere beendet

Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
Biathletin Denise Herrmann-Wick jubelt vor dem Holmenkollen.
Es war der Paukenschlag in der Wintersport-Saison 2022/23: Ex-Langläuferin und Biathletin Denise Herrmann-Wick beendete als amtierende Olympiasiegerin ihre Karriere. © IMAGO/VEGARD GRØTT
Eric Frenzel wird von Sportler der Nordischen Kombination verabschiedet.
Ein ganz großer deutscher Sportler verlässt die Nordische Kombination: Eric Frenzel. 2014 und 2018 wurde er Olympiasieger. © IMAGO/GEPA pictures/ Patrick Steiner
Nico Ihle beim Eisschnelllauf.
Der Eisschnellläufer Nico Ihle beendete seine lange Karriere mit 37 Jahren. Sein größter Erfolg: Die WM-Silbermedaille 2017 in Gangneung. ©  via www.imago-images.de
Die deutsche Biathletin Luise Müller beim IBU Cup in Pokljuka.
Die deutsche Nachwuchs-Hoffnung im Biathlon, Luise Müller (22), verkündete völlig überraschend ihr Karriereende. © IMAGO/Harald Deubert
Der deutsche Skifahrer Julian Rauchfuss bei der Abfahrt.
Eine Silbermedaille nahm Technik-Spezialist Julian Rauchfuss bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking mit nach Hause. © IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
Die Biathletin Vanessa Hinz am Schießstand bei ihrem letzten Rennen in Obertilliach
Von Verletzungen und Rückschlägen in der Saison 2022/23 verfolgt: Vanessa Hinz. Die 31-jährige Biathletin hörte 2023 nach ihrem letzten Rennen beim IBU Cup in Obertilliach auf. WM-Silber 2020 im Einzel ist einer ihrer größten Triumpfe. © Harald Deubert/imago
Der deutsche Sportler Jonas Dobler beim Skilanglauf.
Jonas Dobler (Skilanglauf) beendete nach zehn Jahren im Weltcup seine Karriere. © IMAGO/Eibner/Memmler
Nolan Seegert tanzt mit seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase auf dem Eis.
Der 30-jährige Nolan Seegert beendete seine Karriere als Paarläufer aufgrund der Trennung von seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase (l.). © IMAGO/Stephanie Gouiran
Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
Der 30-jährige Paul Fentz beim Eiskunstlauf.
Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
Der deutsche Skirennfahrer David Ketterer beendete den Weltcup in Chamonix auf dem 22. Platz.
Mit David Ketterer haben gleich drei deutsche DSV-Asse ihre Ski nach dieser Saison abgeschnallt. Der 29-jährige gebürtige Donaueschinger kämpfte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen - 2022 wurde „Kette“ zudem Vater.  © Mario Buehner/GEPA pictures/imago

ZDF-Experte Marco Büchel kritisiert Entwertung der Ski-Klassiker in Wengen und Kitzbühel

„Wenn du zwei Abfahrten in Wengen und zwei Abfahrten in Kitzbühel fährst, dann entwertet das die Klassiker. Du hast eine Streif-Abfahrt und einen Sieger, aber wenn du zwei Abfahrten machst, ist das eine Abwertung. Dasselbe gilt für die Lauberhorn-Abfahrt“, ärgerte sich Ski-Legende Büchel, der vor kurzem beklemmende Einblicke zu seiner tückischen Krankheit gab.

„Ich meine, ganz ehrlich, Odermatt hat die Abfahrt am Donnerstag gewonnen, aber es war nur ein eingeschobenes Rennen. Ist er dann überhaupt Lauberhorn-Sieger? Es ist einfach eine Abwertung und das finde ich nicht gut.“ Immerhin kann sich Marco Odermatt nun trotzdem Lauberhorn-Sieger nennen, denn der Dominator gewann nach seinem Sieg am Donnerstag auf der verkürzten Strecke auch am Samstag die „echte“ Abfahrt in Wengen. Die hohe Belastung hatte zuletzt auch Felix Neureuther kritisiert und kassierte prompt einen Seitenhieb vom schwer verletzten Ski-Superstar Marco Schwarz. (ck)

Rubriklistenbild: © Alessandro Trovati/dpa/ANP/Imago

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