VonLars Pollmannschließen
Der FC Bayern hat in drei Partien ohne Harry Kane neun Treffer erzielt, flog jedoch aus dem DFB-Pokal. Die Fahndung nach einem Backup ist knifflig.
München – Der FC Bayern hat nach dem 4:2 gegen den 1. FC Heidenheim in der Bundesliga auch in der Champions League gegen Schachtar Donezk bewiesen, dass er auch ohne Harry Kane viel Torgefahr entwickeln kann. Den 5:1-Sieg auf Schalke schossen Konrad Laimer, Jamal Musiala, Thomas Müller und Michael Olise (Doppelpack) heraus.
In drei Spielen, die der Torschützenkönig mit seiner Muskelverletzung verpasst hat, gelangen den Münchnern insgesamt neun Treffer – allerdings keiner in der wohl wichtigsten dieser Partien: Das 0:1 gegen Bayer Leverkusen im DFB-Pokal kostete die erste Titelchance der Saison. Auch wenn dafür eher der frühe Platzverweis von Manuel Neuer verantwortlich war als das Fehlen von Kane, hat die Begegnung den FC Bayern mutmaßlich im Bestreben bestärkt, sich im Sturm breiter aufzustellen.
Höhere Transferpriorität für Bayern als in der Abwehr?
Einen klassischen Backup für Kane hat der Rekordmeister nach dem Abschied von Eric Maxim Choupo-Moting nicht mehr. Allerhöchsten Ansprüchen genügte der Routinier in der Vorsaison auch nicht. Aktuell ist die Rolle in der Theorie Mathys Tel zugeschrieben, der aber nicht das Vertrauen spürt und womöglich über eine Leihe nächste Entwicklungsschritte gehen soll.
Beim FC Bayern indes soll der Verpflichtung eines weiteren Stürmers eine hohe Priorität gelten, wie Sport Bild berichtet. Im Klub gebe es etwa Stimmen, die dieser Position mehr Aufmerksamkeit gewähren wollen als der Verpflichtung eines Verteidigers wie Jonathan Tah, der Bayer Leverkusen im Sommer ablösefrei verlassen wird.
Unter anderem Marmoush, Openda und Šeško auf der Liste
Auf der Liste der Münchner sollen für die Rolle des Backups von Kane dabei prominente Namen stehen: Omar Marmoush von Eintracht Frankfurt und Viktor Gyökeres von Sporting sind nach Raketenstart in die laufende Saison in aller Munde, zudem soll das RB Leipzig-Duo Loïs Openda und Benjamin Šeško beim FC Bayern Interesse wecken.
Das Problem in allen Fällen: Die Konditionen eines Transfers würden kaum im Verhältnis zur Rolle stehen, die der Rekordmeister anzubieten hat. Dass Rekordeinkauf Kane gesetzt bleibt, steht außer jeder Diskussion. Somit wäre fraglich, ob die genannten Topstürmer überhaupt bereit wären, nach München zu kommen. In jedem Fall müssten neben einer gewaltigen Ablöse auch fürstliche Verträge angeboten werden.
Bayern-Interesse an Jonathan David gilt als verbürgt
Der FC Bayern sucht dem Bericht zufolge deshalb intensiver nach einem Stürmer, der die Rolle akzeptieren würde. Im Idealfall wäre sicher ein Kandidat auszumachen, der ohne Murren hinter Kane auf seine Chance wartet, aber auch mit dem Kapitän der englischen Nationalmannschaft zusammenspielen könnte. Dieses Profil habe die Münchner unter anderem zu Jonathan David geführt, so das Magazin.
Der Kanadier, ein Kumpel von Bayern-Star Alphonso Davies, ist beim OSC Lille nur bis Saisonende gebunden, mithin kommt er ablösefrei auf den Markt. Der Präsident von Lille bestätigte bereits im November das Interesse des FC Bayern an David. Allerdings ist die Konkurrenz groß – auch von Klubs, die dem Nationalspieler einen Stammplatz bieten können.
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