Topspiel

4 Gründe, warum die Eintracht der Angstgegner Nummer 1 des FC Bayern ist

  • schließen

Eintracht Frankfurt hat dem FC Bayern München in den vergangenen Jahren schmerzhafte Niederlagen zugefügt. Wie schaffen das die Hessen?

Frankfurt/München - Hat der FC Bayern München die Partie bei Eintracht Frankfurt überhaupt auf dem eigenen Radar? Sportvorstand Max Eberl wischt diese Zweifel weg. Er betonte: „Die Ergebnisse der letzten Jahre kennen wir. Uns ist bewusst, wie hoch die Trauben hängen.“ Der deutsche Rekordmeister hat auf nationaler Ebene insgesamt wenige Niederlagen einstecken müssen. Aber wenn es seit 2018 eine Pleite gab, dann war auch die Eintracht oftmals der Grund. fussball.news blickt auf vier besondere Momente.

Grund 1: Niko Kovac mit Taktikkniff im Pokalfinale

Der FC Bayern war am 19. Mai 2018 turmhoher Favorit im Endspiel um den DFB-Pokal. Doch der damalige Eintracht-Trainer Niko Kovac entdeckte in seiner Analyse die Stellschrauben, an denen er erfolgreich drehte. Er baute auf eine Viererkette und doppelte so die Flügelzange Franck Ribery und Arjen Robben. Und noch wichtiger: Kovac wusste um die Tempodefizite von Mats Hummels. Ante Rebic begann als Stoßstürmer und überrannte den Weltmeister von 2014 vor allem beim 2:1. Der lange Ball wurde dadurch zum Erfolgsrezept. Kovac hatte die Münchner entschlüsselt.

Eintracht Frankfurt hat den FC Bayern schon häufiger geknackt.

Grund 2: Adi Hütter bringt den Powerfußball zur Eintracht

Am 2. November 2019 kehrte Kovac in seine alte sportliche Heimat nach Frankfurt zurück. Der FC Bayern wirkte ausgelaugt und kam mit dem Power-Fußball, den die Hessen unter Nachfolger Adi Hütter spielen ließen, nicht zurecht. Gonçalo Paciência zog bereits nach neun Minuten den Platzverweis gegen Jérôme Boateng. Dampfhammer Filip Kostić und Kollegen sorgten für den negativen Höhepunkt der Münchner. Die Eintracht spielte in der Offensive derart variabel, dass sie kaum zu greifen war. Kovac ging mit 1:5 unter - und verlor danach seinen Job.

Grund 3: Glasner knackt die Festung Allianz Arena

Die Eintracht zeichnet aus, dass sie Umbrüche auf allen Ebenen geräuschlos meistern kann. Nach dem überraschenden Wechsel von Hütter zu Borussia Mönchengladbach kam Oliver Glasner vom VfL Wolfsburg. Und der Europa-League-Held und Taktikfuchs feierte seinen ersten Bundesliga-Sieg mit den Frankfurtern am Tag der Deutschen Einheit 2021 ausgerechnet in München. Es war der erste Erfolg der Eintracht in der Allianz-Arena überhaupt. Torhüter Kevin Trapp hatte einen Sahnetag, zudem verteidigte das Team äußerst massiv und kompakt. Glasner erkannte früh: „Leon Goretzka und Joshua Kimmich sind für mich das beste Mittelfeld-Duo.“ Sie aus dem Spiel zu nehmen, war das Ziel. Dies gelang ihm vor allem in München, wo er einmal gewann und beim zweiten Duell ein Remis (1:1) mitnahm.

Grund 4: Toppmöller mit taktischem Geniestreich, Power und Götze

Der aktuelle Eintracht-Coach Dino Toppmöller kannte die Mannschaft des FC Bayern aus seiner Zeit als Co-Trainer unter Julian Nagelsmann aus dem Effeff. Er überrumpelte Thomas Tuchel vollständig mit seinem System. Der ehemalige Bayern-Trainer gab danach zu, nicht richtig gewusst zu haben, ob eine Vierer- oder Fünferkette auf sie zukomme. Toppmöller wich in diesem Duell vom damals noch angestrebten Ballbesitz-Fußball ab und setzte auf Umschaltmomente. Ein wichtiger Kniff zudem: Mario Götze tauchte gegen seinen Ex-Klub auf der Sechs auf und zog von dort aus die Fäden. Die Münchner kamen mit dem Tempo- und Powerfußball von Omar Marmoush, Ansgar Knauff, Farés Chaibi und Hugo Larsson nicht zurecht - und gingen wieder mit 1:5 baden.

Die Eintracht gewinnt nicht ständig gegen die Münchner, sie ging in einigen Partien ebenfalls böse unter. Die Frankfurter sind jedoch mit ihrer Mischung aus taktischer Variabilität, mannschaftlicher Geschlossenheit und internationaler Erfahrung ein Angstgegner des FC Bayern geworden. Auffällig war dabei auch, dass sich die Münchner nie angepasst haben und ihr Ding durchziehen wollten. Dieser Arroganzfehler kostete Punkte. Geht der aktuelle Trainer Vincent Kompany von seinem Schema A weg und passt es für das Duell in Frankfurt an?

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Deines/M.i.S.

Kommentare