Nach strittiger BVB-Szene

Schiedsrichter Stegemann fühlt sich „beschissen“: Jetzt kommt Unterstützung von Didi Hamann

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Sascha Stegemann sorgte mit seinem nicht gegebenen Elfmeter im Spiel zwischen Bochum und Dortmund für Zündstoff. Jetzt bekommt der Schiedsrichter Rückendeckung von Didi Hamann.

München – Entscheidet diese Szene den Kampf um die Meisterschaft? Bochums Danilo Soares holzte am Freitag Dortmunds Karim Adeyemi im Strafraum um. Der Pfiff – verbunden mit einem Elfmeter für den BVB und einer Gelb-Roten Karte gegen den Bochumer – blieb aus. Schiedsrichter Sascha Stegemann steht seitdem extrem in der Kritik, Didi Hamann springt ihm jetzt aber zur Seite.

Dietmar Hamann
Geboren:27. August 1973 (Alter 49 Jahre), Waldsassen
Vereine (u. a.):FC Bayern, Newcastle United, FC Liverpool, Manchester City
Erfolge (u. a.):Champions-League-Sieger, UEFA-Cup-Sieger, Deutscher Meister
Aktuelle Tätigkeit:Fußball-Experte bei Sky

Sascha Stegemann: „Ich ärgere mich ungemein, fühle mich beschissen“

Die Entscheidung stößt bei Fußballfans im ganzen Land auf extremes Unverständnis. Und auch der Unparteiische selbst geht hart mit sich selbst ins Gericht: „Ich ärgere mich ungemein, fühle mich beschissen. Es war eine sehr, sehr kurze Nacht, es geht mir nicht gut damit“, sagte der Unparteiische der Bild-Zeitung am Samstag.

Auch im Interview mit WDR 2 ließ Stegemann (Niederkassel) in sein Inneres blicken: „Man steht mit einem unguten Gefühl auf, weil man sich ärgert, dass man in einer Szene nicht die richtige Entscheidung getroffen hat.“

BVB ärgert sich über nicht gegebenen Elfmeter: Foul von Soares an Adeyemi sorgt für Diskussionen

In der 65. Minute hatte Stegemann ein klares Foul des Bochumers Danilo Soares an Karim Adeyemi im Strafraum übersehen. „Nach Betrachten ist es ein Strafstoß in der Situation mit Adeyemi für den BVB. Ich hatte es auf dem Platz allerdings überhaupt nicht so gesehen“, sagte er. Es habe für ihn den Eindruck gemacht, „als sei es ein gesuchter Kontakt und Elfmeter gewesen“, erklärte Stegemann.

Den Video-Assistenten Robert Hartmann nahm er in Schutz. Hartmann habe sich die Szene zwar angeschaut, aber habe keine offensichtliche Fehlentscheidung wahrgenommen. „Als Schiedsrichter habe ich den Anspruch, die Szene auf dem Spielfeld zu lösen, ohne den Video-Assistenten unnötig in Gebrauch zu nehmen“, sagte Stegemann.

Schiedsrichter Sascha Stegemann (l.) leistete sich beim Spiel zwischen Dortmund und Bochum eine Fehlentscheidung – allerdings nicht, wenn es nach Didi Hamann (r.) geht.

Didi Hamann verteidigt Entscheidung von Sascha Stegemann

Worte, die den Dortmundern im Nachgang nun auch nicht helfen. Sportdirektor Sebastian Kehl ärgerte sich darüber, dass Stegemann die Situation nicht nochmal selbst am Monitor gecheckt hatte. Es fielen die Worte „fahrlässig, feige und komplett falsch“.

Es gibt aber auch andere Meinungen. Didi Hamann springt dem Referee nämlich zur Seite. Der ehemalige Mittelfeldspieler und jetzige Sky-Experte sagte am Samstag: „Ich hätte ihn auch nicht gepfiffen. Ich habe die Situation so wahrgenommen, wie es Herr Stegemann erklärt hat. Der Bochumer Spieler geht hin, um einen möglichen Schuss von Karim Adeyemi zu blocken. Adeyemi macht keine Anstalten, den Ball zu spielen.“

Fußballstar und Sprachgenie: Diese Spieler können sich in etlichen Ländern verständigen

Mateo Kovacic (FC Chelsea), fünf Sprachen: Als gebürtiger Österreicher spricht der kroatische Nationalspieler neben Kroatisch auch Deutsch. Zudem hat er Kenntnisse in Spanisch, Englisch und Italienisch vorzuweisen.
Mateo Kovacic (FC Chelsea), fünf Sprachen: Als gebürtiger Österreicher spricht der kroatische Nationalspieler neben Kroatisch auch Deutsch. Zudem hat er Kenntnisse in Spanisch, Englisch und Italienisch vorzuweisen. © Imago / Pro Sports Images
Luís Figo, Karriereende: fünf Sprachen: Der einstige Barça- und Real-Star weiß sich neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch auf Spanisch, Italienisch, Französisch und Englisch zu verständigen.
Luís Figo (Karriereende), fünf Sprachen: Der einstige Barça- und Real-Star weiß sich neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch auf Spanisch, Italienisch, Französisch und Englisch zu verständigen. © Imago / ZUMA Wire
Mikel Arteta (Karriereende), fünf Sprachen: Der heutige Arsenal-Trainer kann sich mit seinen Spielern auf Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch unterhalten.
Mikel Arteta (Karriereende), fünf Sprachen: Der heutige Arsenal-Trainer kann sich mit seinen Spielern auf Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch unterhalten. © Imago / Sportimage
Maxwell, Karriereende: fünf Sprachen: Der einstige Linksverteidiger aus Brasilien, der unter anderem für Ajax und Barcelona spielte, beherrscht neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch Französisch, Niederländisch, Spanisch und Englisch.
Maxwell (Karriereende), fünf Sprachen: Der einstige Linksverteidiger aus Brasilien, der unter anderem für Ajax und Barcelona spielte, beherrscht neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch Französisch, Niederländisch, Spanisch und Englisch. © Imago / agefotostock
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), sechs Sprachen: Der deutsche Nationaltorhüter kann nicht nur in seiner Muttersprache kommunizieren: Er spricht fließend Französisch, Englisch, Portugiesisch sowie Spanisch und verfügt über Grundkenntnisse in Italienisch.
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), sechs Sprachen: Der deutsche Nationaltorhüter kann nicht nur in seiner Muttersprache kommunizieren: Er spricht fließend Französisch, Englisch, Portugiesisch sowie Spanisch und verfügt über Grundkenntnisse in Italienisch. © Imago / osnapix
Clarence Seedorf (Karriereende), sechs Sprachen: Der viermalige Champions-League-Sieger spricht Niederländisch, Sranantongo (eine in Suriname gesprochene Kreolsprache), Englisch, Italienisch, Spanisch sowie Portugiesisch.
Clarence Seedorf (Karriereende), sechs Sprachen: Der viermalige Champions-League-Sieger spricht Niederländisch, Sranantongo (eine in Suriname gesprochene Kreolsprache), Englisch, Italienisch, Spanisch sowie Portugiesisch. © Imago / Sportimage
Zlatan Ibrahimovic (AC Mailand), sechs Sprachen: Neben seinen beiden Muttersprachen Schwedisch und Bosnisch spricht „Ibrakadabra“ Italienisch, Spanisch, Englisch und auch ein bisschen Französisch. Und sogar in einigen Formen der Gebärdensprache ist er geübt.
Zlatan Ibrahimovic (AC Mailand), sechs Sprachen: Neben seinen beiden Muttersprachen Schwedisch und Bosnisch spricht „Ibrakadabra“ Italienisch, Spanisch, Englisch und auch ein bisschen Französisch. Und sogar in einigen Formen der Gebärdensprache ist er geübt. © Imago / Independent Photo Agency
Petr Cech (Karriereende), sieben Sprachen: Der ehemalige Weltklasse-Torwart aus Tschechien spricht sogar Deutsch. Außerdem beherrscht er Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Slowakisch und Tschechisch.
Petr Cech (Karriereende), sieben Sprachen: Der ehemalige Weltklasse-Torwart aus Tschechien spricht sogar Deutsch. Außerdem beherrscht er Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Slowakisch und Tschechisch. © Imago / Shutterstock
Gelson Fernandes (Karriereende), sieben Sprachen: Der Schweizer, der einst im Trikot von Eintracht Frankfurt auflief, ist ein echtes Sprachtalent: Er kann sich auf Portugiesisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Kreolisch, Englisch und Spanisch verständigen.
Gelson Fernandes (Karriereende), sieben Sprachen: Der Schweizer, der einst im Trikot von Eintracht Frankfurt auflief, ist ein echtes Sprachtalent: Er kann sich auf Portugiesisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Kreolisch, Englisch und Spanisch verständigen. © Imago / Poolfoto
Miralem Pjanic (Sharjah FC (VAE)), sieben Sprachen: Der Nationalspieler Bosnien und Herzegowinas wuchs in Luxemburg auf und kann sich daher neben Bosnisch auf Luxemburgisch, Französisch und Deutsch unterhalten. Außerdem spricht er Italienisch, Spanisch und Englisch.
Miralem Pjanic (Sharjah FC (VAE)), sieben Sprachen: Der Nationalspieler Bosnien und Herzegowinas wuchs in Luxemburg auf und kann sich daher neben Bosnisch auf Luxemburgisch, Französisch und Deutsch unterhalten. Außerdem spricht er Italienisch, Spanisch und Englisch. © Imago / Newspix
Pa-Modou Kah (Karriereende), acht Sprachen: Der ehemalige Nationalverteidiger Norwegens beherrscht neben Norwegisch Englisch, Französisch, Arabisch, Schwedisch, Niederländisch, Deutsch und aufgrund seiner gambischen Wurzeln auch Wolof (eine westafrikanische Sprache).
Pa-Modou Kah (Karriereende), acht Sprachen: Der ehemalige Nationalverteidiger Norwegens beherrscht neben Norwegisch auch Englisch, Französisch, Arabisch, Schwedisch, Niederländisch, Deutsch und aufgrund seiner gambischen Wurzeln auch Wolof (eine westafrikanische Sprache). © Imago / USA TODAY Network
Henrikh Mkhitaryan (Inter Mailand), acht Sprachen: Der Ex-Dortmunder lässt zwar auf dem Platz eher Taten als Worte sprechen, ist aber auch verbal ein vielseitiger Techniker. Außer seiner Muttersprache Armenisch weiß er sich auf Russisch, Ukrainisch, Französisch, Portugiesisch, Deutsch, Englisch und Italienisch zu verständigen.
Henrikh Mkhitaryan (Inter Mailand), acht Sprachen: Der Ex-Dortmunder lässt zwar auf dem Platz eher Taten als Worte sprechen, ist aber auch verbal ein vielseitiger Techniker. Außer seiner Muttersprache Armenisch weiß er sich auf Russisch, Ukrainisch, Französisch, Portugiesisch, Deutsch, Englisch und Italienisch zu verständigen. © Imago / ZUMA Wire
Romelu Lukaku (Inter Mailand), acht Sprachen: Wie sein armenischer Teamkollege Mkhitaryan ist auch der Belgier ein absolutes Sprachgenie. Er spricht Niederländisch, Französisch, Lingala (eine kongolesische Sprache), Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Deutsch und Spanisch.
Romelu Lukaku (Inter Mailand), acht Sprachen: Wie sein armenischer Teamkollege Mkhitaryan ist auch der Belgier ein absolutes Sprachgenie. Er spricht Niederländisch, Französisch, Lingala (eine kongolesische Sprache), Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Deutsch und Spanisch. © Imago / Gribaudi/ImagePhoto

Dortmund vergibt wichtige Punkte – und schimpft wieder einmal über den Schiedsrichter

Hamann hatte die Dortmunder zuletzt als Meister getippt, das 1:1 in Bochum war da natürlich ein Rückschlag. Letztlich kann man die Entscheidung nicht mehr ändern. Was bleibt: Dortmund lässt wieder einmal Punkte liegen und macht den Schiedsrichter verantwortlich. Dabei hatte man vor allem im ersten Durchgang genug Chancen, um ein weiteres Tor zu erzielen – ausgerechnet Adeyemi scheiterte mehrfach. (akl)

Rubriklistenbild: © RHR-Foto / Jan Huebner / Imago

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