Verhandlungen mit Stuttgart eskaliert

Harte VfB-Mails an den FC Bayern im Woltemade-Transferpoker aufgetaucht

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Der VfB Stuttgart blockte die Bayern-Angebote rigoros ab. Interne Mails enthüllen das volle Ausmaß der Eiszeit. Nick Woltemade bleibt erstmal.

München – Der Transferpoker um Nick Woltemade erreicht eine neue Eskalationsstufe. Interne E-Mails zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart, die Sport Bild vorliegen, offenbaren das ganze Ausmaß der verhärteten Fronten im Kampf um den deutschen Nationalspieler. Die Stuttgarter Verantwortlichen zeigen sich kompromisslos und weisen sämtliche Angebote knallhart zurück.

Im Transferpoker um Nick Woltemade sind pikante Mails zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart aufgetaucht.

Bereits am 11. Juli reagierten die VfB-Bosse Alexander Wehrle und Fabian Wohlgemuth eisig auf das erste schriftliche Angebot der Bayern über 40 Millionen Euro plus fünf Millionen Boni. In der Antwort-Mail, die keine zwölf Stunden später verschickt wurde, heißt es laut Sport Bild: „Die Abweichung zu unseren Vorstellungen ist derart fundamental, dass wir die Chance auf eine Einigung als absolut unrealistisch bezeichnen müssen.“

Knallharte VfB-Mails an den FC Bayern im Woltemade-Transferpoker durchgesickert

Die Stuttgarter baten die Münchner bereits zu diesem Zeitpunkt eindringlich, das Werben um Woltemade einzustellen. In dem Word-Dokument, das der Antwort-Mail beigefügt war, schrieben die VfB-Verantwortlichen weiter, dass der „sportliche Verlust weitaus gravierender“ sei, als das Angebot der Bayern „einen Mehrwert taxiert“ Die Stuttgarter schlossen mit deutlichen Worten: „Aus diesem Grund möchten wir die Gespräche beenden. Wir bitten sie darum, von weiteren Werbungsversuchen abzusehen.“

Doch der deutsche Rekordmeister ließ sich nicht abschrecken und legte am 15. Juli nach. Das zweite Bayern-Angebot über 50 Millionen Euro plus fünf Millionen Boni sowie eine zehnprozentige Weiterverkaufsbeteiligung wurde von Stuttgart am folgenden Tag ebenfalls abgelehnt. Bemerkenswert: Während in der ersten Mail noch gesiezt wurde, wechselten die Verantwortlichen zum Du-Ton.

Luis Diaz, der nächste Flop? FC Bayern verprasste schon 420 Millionen in vermeintliche Königstransfers

Bei Borussia Dortmund wurde Mario Götze zum Star und zog das Interesse des FC Bayern auf sich.
Bei Borussia Dortmund wurde Mario Götze zum Star und zog das Interesse des FC Bayern auf sich. © imago sportfotodienst
Champions League quarter final Viertelfinale 2014 2 Spiel FC Bayern München vs Manchester United 3
Mit 21 ging Götze 2013 für 37 Millionen zum deutschen Rekordmeister. In München konnte sich das Supertalent aber nie nachhaltig durchsetzen und verließ die Bayern 2016 wieder. © imago sportfotodienst
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Mittlerweile hat Mario Götze sein Glück bei Eintracht Frankfurt gefunden. © Imago/Ferreira
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Ein Jahr nach Götze kam 2014 Medhi Benatia für 28 Millionen als Königstransfer von der AS Rom in die bayrische Landeshauptstadt. In zwei Jahren reichte es aber nur zu 29 Einsätzen in der Bundesliga. Der Marokkaner ging zurück nach Italien zu Juventus Turin. © imago sportfotodienst
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Bereits 2021 beendete Benatia seine Karriere und ist seit Anfang 2025 als Sportdirektor bei Olympique Marseille tätig. © IMAGO/William Cannarella
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Große Hoffnungen setzte der FC Bayern 2016 in Renato Sanches. Der damals 18-Jährige kam für 35 Millionen Euro. Für keinen Spieler gab der FCB in diesem Jahr mehr Geld aus. Der Portugiese verließ die Bayern 2019, ohne einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. © Uwe Kraft
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Sanches steht zwar bei PSG unter Vertrag, wurde in der vergangenen Saison aber an seinen Jugendklub Benfica Lissabon ausgeliehen. Wo genau es für den 27-Jährigen künftig weitergeht, ist aktuell ungewiss. © IMAGO/Nathan Ray Seebeck
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Für über 41 Millionen Euro zog es 2017 den Franzosen Corentin Tolisso von Olympique Lyon nach München. Der kostspielige Transfer rentierte sich aber nie. Der Mittelfeldmann konnte sich in fünf Jahren nie einen dauerhaften Stammplatz sichern. © Imago/Ulrich Hufnagel
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2022 ging Tolisso dann ablösefrei zurück zu OL. Aus finanzieller wurde die Verpflichtung des Franzosen somit endgültig zum Desaster für den FCB. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn
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An der Verpflichtung von Lucas Hernández scheiden sich bis heute die Geister. Der damalige absolute Rekordtransfer der Bayern-Historie hatte zwar immer wieder einen positiven Impact auf das Spiel des FCB. Ob sich die 80 Millionen Euro, die die Münchener 2019 an Atlético Madrid überwiesen, aber wirklich gelohnt haben, liegt wohl im Auge des Betrachters. © Imago/Mladen Lackovic
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2023 kassierten die Bayern immerhin noch 45 Millionen Euro für den Verkauf des Franzosen in seine Heimat zu PSG. © Imago/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
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Der beim FC Schalke ausgebildete Leroy Sané wurde in der Premier League bei Manchester City unter Pep Guardiola zum Superstar. Der FC Bayern wollte den Offensivmann unebdingt nach München holen. © Robbie Stephenson/JMP/Shutterstock via www.imago-images.de
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Als großes Versprechen machten die Münchner den Deal 2020 perfekt. Auch die Ablösesumme von 49 Millionen Euro war für die meisten nachvollziehbar. Dennoch konnte Sané letztlich nicht überzeugen. Besonders seine fehlende Konstanz bleibt vielen Bayern-Fans in schlechter Erinnerung. Trotz einiger magischer Momente bleibt der damalige Königstransfer ein Deal, der keine der Seiten am Ende vollends zufriedenstellen sollte. © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images
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In Sommer 2025 ließ Leroy Sané seinen Vertrag beim deutschen Rekordmeister auslaufen und wechselte ablösefrei in die Türkei zu Galatasaray Istanbul. © Imago/Hakan Nural
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Auch Sadio Mané wurde in der Premier League zum Weltstar. Der Senegalese gewann mit Jürgen Klopp und dem FC Liverpool unter anderem die Champions League. Der FC Bayern ergriff 2022 die Möglichkeit. © Jan Huebner/Voigt via www.imago-images.de
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Für 32 Millionen Euro ging Sadio Mané 2022 letztlich zum FC Bayern. Doch es matchte einfach nicht. Die Auftritte des Senegalesen waren lustlos, er geriet mit Mitspielern aneinander und wollte nur noch weg. Nach nur einem Jahr war Schluss. © Imago/Frank Hoermann/SVEN SIMON
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Mit Al Nassr fand sich glücklicherweise ein zahlungskräftiger Abnehmer. Trotz schlechter Leistungen und zahlreicher Verfehlungen kassierte der FCB 2023 am Ende 30 Millionen Euro vom Klub aus Saudi-Arabien und verhinderte auf diese Weise ein komplettes Fiasko. Trotz der sportlichen Enttäuschung war die finanzielle Bürde letztlich verkraftbar. © IMAGO/Noushad Thekkayil
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Als einer der vielversprechendsten Abwehrspieler der Welt kam der Niederländer Matthijs de Ligt 2022 für 67 Millionen Euro von Juventus Turin nach München. Bis heute ist der Innenverteidiger der drittteuerste Transfer in der Historie des FC Bayern. © Imago/Laci Perenyi
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Allzu lange blieb de Ligt aber nicht in der Bundesliga. 2024 zog es den Niederländer für 45 Millionen Euro zu Manchester United. Der Transferverlust für die Bayern in nur zwei Jahren: Satte 22 Millionen Euro. © Imago/Jorge Ropero
Tottenham Hotspur v Manchester City - Premier League - Tottenham Hotspur Stadium February 5, 2023, London: London, Engla
Bis heute ist Harry Kane der Rekordtransfer des FC Bayern und der Bundesliga. Nachdem er über ein Jahrzehnt den englischen Fußball mit seinen Toren erobert hatte, ging es 2023 im Alter von 30 Jahren von Tottenham für 95 Millionen Euro zum FC Bayern. © IMAGO/Kieran Cleeves
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In 96 Pflichtspielen erzielte der Kapitän der englischen Nationalmannschaft 85 Treffer und legte 26 Tore für seine Kollegen auf. Neben zwei Torjägerkanonen der Bundesliga gewann Kane 2024/25 mit der Deutschen Meisterschaft seinen ersten bedeutenden Titel. Das Geld wurde also gut investiert und nicht verprasst, wie bei den zahlreichen anderen Köningstransfers. © Imago/Allstar Picture Library Ltd
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Auch der Portugiese Joao Palhinha kam aus der Premier League zum FC Bayern. Für 51 Millionen Euro wechselte der Mittelfeldmann im Sommer 2024 vom FC Fulham nach München. © Imago/Sebastian Frej
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Meist sitzt der 30-Jährige aber auf der Bank und absolvierte bislang nicht mal 1000 Einsatzminuten für den FC Bayern. Es droht der nächste teure Transferflop. © Imago/Bahho Kara
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In Kolumbien ist Luis Díaz längst ein Nationalheld. Der FC Bayern hat seinen Königstransfer für diesen Sommer offiziell gemacht. © Imago/Roberto Tuero
Football - FA Premier League - Liverpool FC v Tottenham Hotspur FC
Für den 28-jährigen Offensivmann des FC Liverpool muss der FC Bayern wohl eine Ablösesumme zwischen 70 und 80 Millionen Euro zahlen - ein Risiko, das sich aufgrund der enormen Qualität von Luis Díaz trotzdem auszahlen könnte. © Imago/David Rawcliffe

Die Bayern schlugen zudem ein persönliches Treffen vor, um zu verhandeln. Wehrle und Wohlgemuth lehnten auch dies ab und begründeten ihre Haltung laut Sport Bild: „Unser Ansatz, auf persönliche Gespräche zu verzichten, ist darin begründet, dass wir zu weit auseinanderliegen. Daran ändert auch Euer jüngstes Angebot nichts.“ An Chef-Verhandler Jan-Christian Dreesen richteten sie den Appell: „Wir bitten Dich, hierzu unsere Position zu respektieren.“

Hinter den Kulissen hatten die VfB-Vorstände mit dem Stuttgarter Präsidialausschuss bereits vereinbart, Woltemade nur bei einem außergewöhnlichen Angebot zu verkaufen: Dieses müsse wohl bei 75 Millionen Euro liegen. Der 23-Jährige besitzt in Stuttgart noch einen Vertrag bis 2028 ohne Ausstiegsklausel. Mittlerweile hat der FC Bayern sogar ein drittes Angebot für Woltemade abgegeben, wie Spielerberater Danny Bachmann am 13. August gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Bayern-Transferziel Woltemade muss wohl trotz Wechselwunsch in Stuttgart bleiben

„Die von Herrn Wehrle in dieser Woche geforderte Lösung im Rahmen einer fragwürdigen Deadline wurde heute mit dem Gesamtpaket von Interessent und Spielerseite zusammen in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro plus Weiterverkaufsbeteiligung geliefert“, erklärte Bachmann. Auch diese Offerte der Bayern in einem Video-Meeting wurde von Stuttgart abgelehnt.

VfB-Vorstandschef Wehrle hatte vor dem Franz-Beckenbauer-Supercup am vergangenen Samstag ein Ultimatum gestellt: Bis zum Anstoß müsse eine Entscheidung fallen. Diese ist nun gefallen – Woltemade bleibt vorerst in Stuttgart. „Die Akte ist geschlossen“, verkündete Wehrle vor dem Spiel bei Sky. Der Transferpoker endet damit zunächst ohne Sieger, obwohl Woltemade bereits am 19. Juni seine Entscheidung für Bayern getroffen haben soll. (ck)

Rubriklistenbild: © Laci Perenyi/Imago

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