Harte VfB-Mails an den FC Bayern im Woltemade-Transferpoker aufgetaucht
VonChristoph Klaucke
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Der VfB Stuttgart blockte die Bayern-Angebote rigoros ab. Interne Mails enthüllen das volle Ausmaß der Eiszeit. Nick Woltemade bleibt erstmal.
München – Der Transferpoker um Nick Woltemade erreicht eine neue Eskalationsstufe. Interne E-Mails zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart, die Sport Bild vorliegen, offenbaren das ganze Ausmaß der verhärteten Fronten im Kampf um den deutschen Nationalspieler. Die Stuttgarter Verantwortlichen zeigen sich kompromisslos und weisen sämtliche Angebote knallhart zurück.
Bereits am 11. Juli reagierten die VfB-Bosse Alexander Wehrle und Fabian Wohlgemuth eisig auf das erste schriftliche Angebot der Bayern über 40 Millionen Euro plus fünf Millionen Boni. In der Antwort-Mail, die keine zwölf Stunden später verschickt wurde, heißt es laut Sport Bild: „Die Abweichung zu unseren Vorstellungen ist derart fundamental, dass wir die Chance auf eine Einigung als absolut unrealistisch bezeichnen müssen.“
Knallharte VfB-Mails an den FC Bayern im Woltemade-Transferpoker durchgesickert
Die Stuttgarter baten die Münchner bereits zu diesem Zeitpunkt eindringlich, das Werben um Woltemade einzustellen. In dem Word-Dokument, das der Antwort-Mail beigefügt war, schrieben die VfB-Verantwortlichen weiter, dass der „sportliche Verlust weitaus gravierender“ sei, als das Angebot der Bayern „einen Mehrwert taxiert“ Die Stuttgarter schlossen mit deutlichen Worten: „Aus diesem Grund möchten wir die Gespräche beenden. Wir bitten sie darum, von weiteren Werbungsversuchen abzusehen.“
Doch der deutsche Rekordmeister ließ sich nicht abschrecken und legte am 15. Juli nach. Das zweite Bayern-Angebot über 50 Millionen Euro plus fünf Millionen Boni sowie eine zehnprozentige Weiterverkaufsbeteiligung wurde von Stuttgart am folgenden Tag ebenfalls abgelehnt. Bemerkenswert: Während in der ersten Mail noch gesiezt wurde, wechselten die Verantwortlichen zum Du-Ton.
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Die Bayern schlugen zudem ein persönliches Treffen vor, um zu verhandeln. Wehrle und Wohlgemuth lehnten auch dies ab und begründeten ihre Haltung laut Sport Bild: „Unser Ansatz, auf persönliche Gespräche zu verzichten, ist darin begründet, dass wir zu weit auseinanderliegen. Daran ändert auch Euer jüngstes Angebot nichts.“ An Chef-Verhandler Jan-Christian Dreesen richteten sie den Appell: „Wir bitten Dich, hierzu unsere Position zu respektieren.“
Hinter den Kulissen hatten die VfB-Vorstände mit dem Stuttgarter Präsidialausschuss bereits vereinbart, Woltemade nur bei einem außergewöhnlichen Angebot zu verkaufen: Dieses müsse wohl bei 75 Millionen Euro liegen. Der 23-Jährige besitzt in Stuttgart noch einen Vertrag bis 2028 ohne Ausstiegsklausel. Mittlerweile hat der FC Bayern sogar ein drittes Angebot für Woltemade abgegeben, wie Spielerberater Danny Bachmann am 13. August gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.
Bayern-Transferziel Woltemade muss wohl trotz Wechselwunsch in Stuttgart bleiben
„Die von Herrn Wehrle in dieser Woche geforderte Lösung im Rahmen einer fragwürdigen Deadline wurde heute mit dem Gesamtpaket von Interessent und Spielerseite zusammen in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro plus Weiterverkaufsbeteiligung geliefert“, erklärte Bachmann. Auch diese Offerte der Bayern in einem Video-Meeting wurde von Stuttgart abgelehnt.
VfB-Vorstandschef Wehrle hatte vor dem Franz-Beckenbauer-Supercup am vergangenen Samstag ein Ultimatum gestellt: Bis zum Anstoß müsse eine Entscheidung fallen. Diese ist nun gefallen – Woltemade bleibt vorerst in Stuttgart. „Die Akte ist geschlossen“, verkündete Wehrle vor dem Spiel bei Sky. Der Transferpoker endet damit zunächst ohne Sieger, obwohl Woltemade bereits am 19. Juni seine Entscheidung für Bayern getroffen haben soll. (ck)