VonMarius Eppschließen
Ski-Ass Manuel Feller krönt sich zum besten Slalom-Fahrer der Saison – im Moment des Triumphs übermannen ihn die Gefühle. Eine Tragödie steckt dahinter.
Saalbach-Hinterglemm – Was eine Kristallkugel mit einem Menschen anrichten kann, zeigte sich am Sonntag (17. März) im österreichischen Saalbach-Hinterglemm: Slalom-Champion Manuel Feller herzte die begehrte Trophäe, als wäre sie seine neue Liebschaft.
| Manuel Feller | |
|---|---|
| Geboren: | 13. Oktober 1992 (Alter 31 Jahre), St. Johann in Tirol |
| Einzel-Weltcupsiege: | 6 |
| Disziplinen: | Slalom, Riesenslalom |
| Größte Erfolge: | WM-Silber im Slalom (2017), Olympia-Silber im Team (2018), kleine Kristallkugel als bester Slalom-Fahrer (2024) |
Bei Siegesfeier: Ski-Star Manuel Feller gedenkt verstorbenem Freund
Die Tränen konnte der 31-jährige Tiroler nach dem Gewinn des Slalom-Weltcups nicht mehr zurückhalten. Das lag aber nicht nur am größten Erfolg seiner Karriere, sondern auch an einer Tragödie, die Feller vor nicht so langer Zeit erleben musste. Bei seinem Jubel über die kleine Kristallkugel malte er ein Wort in den Schnee, zeigte gen Himmel – und klärte danach über die Umstände auf.
„Meine Kumpels und ich haben vor anderthalb Jahren einen Freund verloren“, sagte Feller im FIS-Interview. Den Namen dieses Freundes habe er in den Schnee geschrieben. „Ich wollte einen kleinen Moment mit ihm teilen“, erklärte er mit kullernden Tränen im Gesicht.
Tränen im Moment des größten Triumphs: Ski-Star gedenkt verstorbenem Freund
Im Gespräch mit dem ORF würdigte er seinen Freund mit rührenden Worten: „Er hat mich und viele meiner Freunde in unserer Persönlichkeit extrem geprägt. Ich wäre nicht derjenige, der ich heute bin, wenn er nicht gewesen wäre.“
Feller bezeichnete den Gewinn des Slalom-Weltcups als „einen der schönsten Momente meines Lebens“. Sein härtester Konkurrent kam in diesem Jahr aus Deutschland: Auch Linus Straßer lieferte die beste Saison seiner Karriere ab. Der Münchner musste sich seinem Freund und Rivalen Feller am Ende geschlagen geben und belegte in der Gesamtwertung Platz zwei.
Feller sichert sich Kristallkugel, Straßer starker Zweiter
Der Deutsche sprach von einer „unglaublichen Saison“, Felix Neureuther erklärte seine Leistungsexplosion mit einem „Schnackler im Hirnkastl“. Im letzten Slalom der Saison errang der Norweger Timon Haugan seinen ersten Weltcupsieg. Feller wurde Zweiter, Straßer komplettierte das Podium.
Vor der Sommerpause hieß es dann für Feller noch: Haare ab! Seine charakteristische Mähne verliert er für eine Echthaar-Perücke und einen guten Zweck. (epp)
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