VonChristoph Gschoßmannschließen
Linus Straßer verblüfft und ist der deutsche Ski-Star der Stunde. Felix Neureuther hat eine Erklärung für seine Weltklasse-Leistungen.
München – Felix Neureuther hat die Entwicklung von Ski-Ass Linus Straßer in den höchsten Tönen gelobt. „Wenn du Kitzbühel und Schladming gewinnst, da kann man nochmal applaudieren“, äußerte Neureuter in der BR-Sendung „Ringlstetter“. Straßer ist in der Form seines Lebens und sorgt für Staunen in der Ski-Welt.
| Linus Straßer | |
|---|---|
| Geboren | 6. November 1992 in München |
| Verein | TSV 1860 München |
| Beruf | Zollbeamter (Mitglied des Zoll-Ski-Teams) |
| Größe/Gewicht | 183 cm/75 kg |
Nach dem Flutlicht-Sieg von Schladming nur drei Tage nach dem Coup von Kitzbühel suchte sogar der Münchner selbst nach Worten. „Besser geht es nicht“, sagte der 31-Jährige zum Klassiker-Double in Österreich.
Neureuther erklärt Straßer-Quantensprung: Slalom als mental anspruchsvoller Sport
Als Erklärung, wieso es bei Straßer plötzlich so läuft, sagte Neureuther nur: „Es hot an Schnackler gmacht im Hirnkastl“. Skifahren oder Slalom sei „halt komplex. Du kannst nicht sagen: Ich bin körperlich gut drauf und es passt alles. Slalom ist halt auch mental so wahnsinnig anspruchsvoll. Der Linus hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und macht sie nicht nochmal.“
Straßer, der für den TSV 1860 München fährt, schrieb nationale Ski-Geschichte, ist er doch der erste Deutsche, der nacheinander die beiden prestigeträchtigen Torläufe in Kitzbühel und Schladming gewann. Das war nicht einmal den erfolgreichsten DSV-Slalomfahrern gelungen: Felix Neureuther und Armin Bittner.
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Neureuther über Straßer: „Und dann weißt du auf einmal, wie du funktionierst“
In der ewigen deutschen Siegerliste schloss Straßer mit fünf Erfolgen – vier Slaloms und ein City-Event – zu Abfahrer Thomas Dreßen auf, der zuletzt seine Karriere beendet hatte. Vor ihm stehen nur noch Neureuther (13), Markus Wasmeier (9) und Bittner (7).
Auch bei Neureuther habe es irgendwann „den Schnackler geb‘m, den berühmten“, führte dieser aus. „Und dann weißt du auf einmal, wie du funktionierst. Du bist auf einmal am Start und du weißt: „Es ist wuarscht, wos kimmt, ich bin vorbereitet.‘“
Straßer fühlt sich gerade unverwundbar
Straßers Vorstellungen der vergangenen Tage lassen erahnen, dass weitere Siege folgen könnten. Er fühle sich gerade „bulletproof“, also unverwundbar, erzählte der Familienvater nach dem Sieg von Schladming im ORF. „Mir kann man hinsetzen, was man will.“
Straßer habe laut Neureuther lernen müssen, dass es falsch sei, vor dem Start immer vom Sieg auszugehen. „Da haben der Linus und ich eine Gemeinsamkeit. Das musst du lernen, weil du dir sonst im Vorfeld so einen Druck aufbaust, dass du im Rennen nicht mehr funktionierst.“ Wichtig sei, sich nicht auf das Gewinnen, sondern auf die Details wie die Schwünge im Rennen zu konzentrieren.
Neureuther über Straßer: Darauf können wir uns als Ski-Fans freuen
Das hatte Straßer bei dem Nacht-Spektakel eindrucksvoll bewiesen. Weder strömender Regen noch eine schwierige Kurssetzung und eine knifflige Piste im Finale konnten Straßer stoppen. Er gewann mit 0,28 Sekunden Vorsprung von dem Norweger Timon Haugan – die restliche Konkurrenz war schon mehr als eine Sekunde langsamer als der Deutsche. „Das sind Momente fürs Leben“, sagte der Triumphator.
Straßer sei Neureuther zufolge „für die nächsten Jahre aufgestellt, vom Mindset her und von seinem Rüstzeug. Darauf können wir uns als Ski-Fans freuen.“ (cgsc mit dpa)
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