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Thomas Müller und Mathys Tel führten den FC Bayern in der Champions League in Kopenhagen zum Sieg. Der Routinier fühlt sich beim Youngster an Arjen Robben erinnert.
Kopenhagen – Es war zwar wieder mal kein Müller-Spiel, dennoch war die Freude bei Thomas Müller nach dem 2:1-Sieg in der Champions League in Kopenhagen riesig. Der 34-Jährige durfte für den FC Bayern nicht von Anfang an ran, hatte nach Einwechslung aber seinen Anteil am Auswärtserfolg. Müller gab die Vorlage zum Siegtreffer durch den anderen Super-Joker Mathys Tel. Der Routinier fühlt sich beim Youngster an einen alten Bekannten erinnert – Arjen Robben.
| Thomas Müller | |
|---|---|
| Geboren: | 13. September 1989 (Alter 34 Jahre), Weilheim in Oberbayern |
| Verein: | FC Bayern München |
| Erfolge (u. a.): | Weltmeister, Champions-League-Sieger, Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger |
Müller und Tel müssen sich nach Musiala-Show gedulden
Es lief die 67. Spielminute im Kopenhagener Parken Stadion, als sich Thomas Müller, Mathys Tel und Eric Maxim Choupo-Moting für ihre Einwechslung an der Seitenlinie aufstellten. Doch dazu sollte es zunächst nicht kommen, denn wenige Augenblicke später traf Jamal Musiala mit einer herrlichen Einzelaktion zum 1:1-Ausgleich. Die Joker, die bereits mit den Hufen scharrten und dem Spiel eine Wendung geben wollten, wurden von Trainer Thomas Tuchel erst einmal wieder zurückbeordert und mussten sich weiter warmmachen.
Erst zehn Minuten später war es dann so weit und Müller & Co. wurden losgelassen – und wie. Müller führte sich direkt mit einem Volley ein und lief in der 83. Minute nach Kopfballverlängerung von Harry Kane auf den Kopenhagener Kasten zu. Mit all seiner Übersicht sah der Oldie den jungen Tel und legte uneigennützig quer. Der Franzose veredelte die Aktion zum 2:1-Endstand.
Bayerns Super-Joker: Müller vergleicht Tel mit berühmtem Champions-League-Helden
Der alte Müller (34) und der junge Tel (18). Gerade Letzterer erarbeitet sich in seiner zweiten Saison beim Rekordmeister einen immer größeren Stellenwert. „Man sieht, er will Tore machen. Das ist auch eine super Eigenschaft“, sagte Müller über den Franzosen, dem in manchen Angriffsaktionen freilich noch ein Tick Übersicht fehle. Bei einer Konter-Situation übersah Tel beispielsweise seinen erfahrenen Kollegen. Müller hegt deswegen aber keinen Groll.
„Aber wenn du unbedingt Tore machen willst, musst du manchmal auch den Kopf unten haben“, erklärte Müller. Beim Reden über Tel erinnerte Müller in den Stadionkatakomben sogar an einen Münchner Königsklassen-Helden. „Wenn wir uns an Arjen Robben erinnern, da haben wir auch manchmal gedacht, okay, jetzt hätte er den Nebenmann sehen müssen. Arjen war aber so aufs Tor fokussiert – und das hat ihm auch viele Tore beschert.“ Das wichtigste zum Sieg im deutschen Champions-League-Finale 2013 in Wembley gegen Borussia Dortmund.
Der FC Bayern München auf der Wiesn: Müller und Hoeneß da – Tuchel mit Hut, Kane mit Brezen und Bier




Müller lobt Tel – Routinier und Youngster drängen in Bayern-Startelf
Und darum lautete in der Nacht zum Mittwoch Müllers Rat an Tel: „Der Mathys soll weiter sein Ding machen und viele Abschlüsse suchen mit seiner Abschlussstärke.“ Tel hatte als Joker schon zuletzt das 2:1-Siegtor in Mönchengladbach erzielt und auch beim 4:3 zum Königsklassen-Auftakt gegen Manchester United das wichtige 4:2 in der Nachspielzeit.
Tel drängt in die Startelf, nach Abpfiff wurde der Shootingstar von den Bayern-Fans mit Sprechchören gefeiert. Und auch Müller will sich nicht mit Joker-Einsätzen abfinden. Ausgelassen bejubelte er seine Torvorbereitung. Verspürte er danach Genugtuung? „Genugtuung ist ein großes Wort. Aber die Freude ist groß“, sagte der Nationalspieler. Von einer neuen Rolle im Bayern-Team möchte der Weltmeister von 2014 nicht sprechen.
Müller kämpft um seinen Platz bei Tuchels Bayern
„Ich bin ganz normaler Kaderspieler und will Minuten sammeln. Ich will aber nicht nur einfach Minuten sammeln, sondern spielen, weil ich überzeugt bin, dass ich der Mannschaft mit meinen Stärken helfen kann. Ich bleibe bissig.“ Tuchel, der von Müller und Tel schwärmte, nannte es normal, dass Müller „mit den Hufen scharrt. Thomas ist superfleißig. Die Energie bei ihm ist sehr sichtbar.“ Er sei ein fester Bestandteil. (ck/dpa)
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