- VonBenedict Hottnerschließen
Der BVB und die TSG Hoffenheim gehen am 31. Spieltag in ein leidenschaftliches Duell. Der finale Spielzug sorgt auch nach dem Abpfiff für reichlich Gesprächsstoff.
Sinsheim/Dortmund – Borussia Dortmund bleibt im Rennen um die internationalen Plätze – dank eines umstrittenen Last-Minute-Tores. In einer packenden Partie setzte sich die Mannschaft von Trainer Niko Kovac mit 3:2 (1:0) bei der TSG Hoffenheim durch und wahrt damit auch die Chance auf die Champions-League-Qualifikation.
Später Jubel – und sofort die große Aufregung
Nach einem turbulenten Spielverlauf sah es kurz vor Schluss noch nach einem Remis aus: Pavel Kaderabek hatte in der 91. Minute eine Flanke von David Jurasek zum umjubelten 2:2 eingeköpft. Die Hoffenheimer glaubten bereits an einen wichtigen Punktgewinn im Abstiegskampf.
Doch nur wenige Minuten später schlug Borussia Dortmund eiskalt zurück. In der fünften Minute der Nachspielzeit nutzte Waldemar Anton eine unübersichtliche Szene im Hoffenheimer Strafraum und traf ins verlassene Tor – das entscheidende 3:2 für den BVB.
Strittige Szene um Baumann löst Empörung aus
Dem Tor war jedoch eine brisante Aktion vorausgegangen: Dortmunds Carney Chukwuemeka war beim Kampf um den Ball mit Hoffenheims herauseilenden Torwart Oliver Baumann zusammengeprallt. Dieser war bei der Aktion vermeintlich zuerst mit den Händen am Ball und wurde dann vom BVB-Joker am Kopf getroffen. Baumann taumelte danach sichtlich benommen durch den Strafraum und konnte den Gegentreffer nicht mehr verhindern. Anschließend musste der Nationalkeeper minutenlang behandelt werden und trug eine deutlich sichtbare Beule an der Stirn davon.
Trotz der offensichtlichen Beeinträchtigung Baumanns griff Schiedsrichter Brand nicht mehr ein. Auch eine Überprüfung durch den VAR änderte nichts an der Entscheidung – das Tor wurde gegeben. Aus Sicht vieler Beobachter eine klare Fehlentscheidung.
„Jede einzelne Entscheidung war gegen uns. (...) Ich bin danach komplett durchgedreht, konnte mich gar nicht mehr beherrschen. Vielleicht verstehe ich das Regelwerk nicht“, sagte ein aufgebrachter Anton Stach im Interview bei Sky.
Hoffenheim tobt – Ilzer spricht von „Skandal“
Besonders Trainer Christian Ilzer war nach der Partie außer sich: „Skandal-Entscheidung! Es gibt die Thematik mit Kopfverletzung. Man sieht das gezeichnete Gesicht von Olli. Er berührt nicht den Ball, Olli ist Knockout.“ Die Hoffenheimer haderten damit, dass Schiedsrichter Brand die Szene nicht noch einmal am Monitor überprüfte.
Sogar Hoffenheims Mannschaftsarzt Dr. Ralph Kern bekam in der hitzigen Schlussphase die Rote Karte gezeigt – auch er hatte sich lautstark über die Entscheidung beschwert.
Dortmunder sehen die Szene anders
Von Dortmunder Seite wurde die Situation naturgemäß anders bewertet. „Er wurde ein Stück weit am Kopf getroffen“, räumte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl bei Sky ein. Auch Siegtorschütze Waldemar Anton äußerte sich: „Er geht nicht richtig zum Kopf hin. Es ist ärgerlich. Schwierig zu bewerten. Kein Foul, für mich gibt es schlimmere Dinge.“ (BenHot)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
