Von wegen „Transferpleite“ bei Wirtz: Großartige Weitsicht beim FC Bayern
VonPeter Grad
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Beim Buhlen um den heiß begehrten deutschen Nationalspieler Florian Wirtz verpasste der FC Liverpool den Bayern scheinbar eine bittere Pleite und ist dabei offenbar selbst in die Falle getappt.
Liverpool / München – Die Bayernbosse hatten sich sehr lange um das deutsche Toptalent Florian Wirtz bemüht, Ehrenpräsident Uli Hoeneß soll diesbezüglich jahrelang mit der Familie des 22-Jährigen in Kontakt gestanden haben. Letztendlich ist der 35-fache Nationalspieler jedoch nicht von Leverkusen an die Säbener Straße, sondern zum Englischen Meister FC Liverpool gewechselt. Es hagelte Spott und Häme für den Rekordmeister, speziell Trainer Vincent Kompany soll beim Scheitern eine unglückliche Rolle gespielt haben.
Denn wie von der Wirtz-Familie später auch bestätigt wurde, soll der Liverpool-Chefcoach Arne Slot im Vergleich zum Belgier die besseren Argumente für einen Wechsel zum eigenen Verein gefunden haben. Allen voran das Versprechen, den Hochtalentierten auf der Zehn, der Spielmacher-Position einzusetzen. Im Bewusstsein, einen mindestens ebenso talentierten Jamal Musiala bereits im Team zu haben, konnte der FCB-Coach diesbezüglich nicht gleichziehen.
Kein optimaler Start für die Reds samt Wirtz
Florian Wirtz wechselte schließlich für die gewaltige Ablösesumme von 140 Millionen Euro in die Beatles-Stadt, der FC Bayern kam durch die schwere Verletzung von Musiala bei der Klub-WM scheinbar noch mehr in die Bredouille, musste mit dem vorhandenen Personal improvisieren. Der aufs Abstellgleis geschriebene Serge Gnabry überzeugte auf der Zehner-Position, teilweise spielte dort sogar Harry Kane – und zwar großartig.
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Während die Bayern überragend – mit Europarekord – in die Saison starteten, lief es beim FC Liverpool und Wirtz von Beginn an eher suboptimal. Die französische Trainerlegende Arsene Wenger, die bei BeIN Sports als Experte fungiert, äußerte sich anlässlich des CL-Spiels zwischen den Reds und Real Madrid dazu auf interessante Weise.
Das Slot-Versprechen an Wirtz entwickelte sich zum Boomerang für Liverpool
„Heute Abend wird Wirtz von Beginn an spielen, es wird spannend, das zu sehen – denn ich bin mir sicher, dass er auf dem Flügel spielen wird, so wie zu seiner Zeit in Leverkusen.“ Der ehemalige Trainer des FC Arsenal analysierte nachfolgend die unglückliche Wirtz-Situation beim FC Liverpool. Er führte die Probleme beim amtierenden PL-Meister nicht zuletzt darauf zurück, dass Wirtz im Zentrum gespielt hatte – wie der deutsche Nationalspieler es von den Reds verlangt haben soll und von LFC-Coach Slot wohl versprochen wurde.
„Als Wirtz die Wahl hatte, zu Bayern München oder Liverpool zu gehen, hat er zu Liverpool gesagt: ‚Ich komme zu euch, wenn ich auf der Zehn spielen darf. Ich will nicht auf dem Flügel spielen‘. Liverpool hat dann, um ihn zu bekommen, okay gesagt. Dann haben sie ihn dort spielen lassen, und er hat ihr Mittelfeld zerstört, was bis dahin aus Gravenberch, Mac Allister und Szoboszlai bestand. Damit Wirtz spielen konnte, haben sie Szoboszlai rausgenommen, teilweise sogar rechts hinten aufgestellt.“
Durchaus pikant: Wenger behauptet damit nicht nur, dass die Forderung von Wirtz dafür sorgte, dass die Struktur im Mittelfeld verloren ging, sondern auch, dass Liverpool das Versprechen, Wirtz nicht auf dem Flügel einzusetzen, nun (mit „Zustimmung“ des Deutschen?) gebrochen hat. Beim FC Bayern ging man ganz offensichtlich schon wesentlich früher um einiges seriöser mit der Angelegenheit um. Denn: Wenn man von einem Versprechen nicht überzeugt ist, sollte man es auch nicht geben.
Das Szenario ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Hoffnungen des FC Bayern, zusammen mit Coach Vincent Kompany eine Ära zu starten, absolut berechtigt sind.