VonChristoph Wutzschließen
Finden die Olympischen Winterspiele zum Teil in Deutschland statt? In Oberhof würde man gerne die Rodelwettbewerbe austragen.
Update vom 17. Oktober 2023: Als Alternative für die Rodelbahn in Innsbruck hat sich überraschenderweise auch die Rodelbahn in Oberhof hervorgetan. „Wir könnten 2026 die olympischen Rodelwettbewerbe ausrichten“, sagte Andreas Minschke, der Präsident des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes (TSBV). Der Vorstoß aus Oberhof kommt einigermaßen unerwartet.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rodelwettbewerbe bei Olympia 2026 in Oberhof ausgetragen werden, ist jedoch gering, da der Eiskanal als reine Rodelbahn genutzt wird. Da die Bahn nicht über eine ausreichende Anschubstrecke verfügt, können dort keine Bob- und Skeleton-Wettbewerbe stattfinden. Minschke verweist unterdessen jedoch auf die „nachhaltigste Bahn der Welt“ und macht weiter Werbung für den Standort Oberhof.
Mumbai/Mailand/Cortina d‘Ampezzo – In etwas mehr als zwei Jahren findet Olympia in Italien statt – zumindest die meisten Wettkämpfe des Ereignisses. Denn wie das IOC jetzt bekannt gab, werden bei der 25. Ausgabe zum ersten Mal in der 102-jährigen Geschichte der Winterspiele einige Wettbewerbe außerhalb des Gastgeberlandes abgehalten. Wo sie stattfinden, ist allerdings noch unklar.
| Olympische Winterspiele 2026 | |
|---|---|
| Austragungsorte: | Mailand und Cortina d'Ampezzo (Italien) |
| Dauer: | 6. Februar bis 22. Februar 2026 |
Novum bei Olympia 2026: Mehrere Sportarten finden nicht in Italien statt
Im Rahmen der IOC-Session in Mumbai verkündete der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI), Giovanni Malago, dass die Rodel-, Bob- und Skeleton-Entscheide bei Olympia 2026 nicht in Italien ausgetragen werden. Wo diese Wettbewerbe stattfinden, steht noch nicht fest.
Hintergrund für die Verlegung ist der Entschluss, dass die Pläne zum Neubau der abgerissenen Eugenio-Monti-Bahn in Cortina d‘Ampezzo aufgegeben wurden, nachdem sich kein Unternehmen auf die Ausschreibung beworben hatte. Außerdem wuchs zuletzt der Widerstand wegen der finanziellen und ökologischen Auswirkungen. 2008 war die Bahn nach 85 Jahren stillgelegt worden, sollte aber seit März für die Olympischen Spiele renoviert werden. Die hierfür veranschlagten Kosten, die sich ursprünglich auf rund 42 Millionen Euro hätten belaufen sollen, hatten sich bereits bis zum Beginn der Erneuerungsmaßnahmen mehr als verdoppelt.
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Österreich? Schweiz? Erstmals Ausweichort für olympische Wettkämpfe gesucht
Erst vor zwei Tagen habe die italienische Regierung die Organisatoren darüber informiert, dass sie das Projekt in Cortina nicht weiterführen und stattdessen eine nachhaltige Option in Betracht ziehen sollten, sagte Malago: „Wir arbeiten bereits daran, gemeinsam mit dem IOC und den internationalen Verbänden alle möglichen Lösungen und Alternativen zu prüfen.“
Österreich bot den Veranstaltern bereits die Nutzung der Bahn in Innsbruck an. Der Schweizer Blick brachte unmittelbar nach der Bekanntgabe dieser Entscheidung den Eiskanal in St. Moritz in der Schweiz als alternativen Austragungsort für die drei Disziplinen ins Spiel. Demnach hätten die Betreiber der Anlage ihre Bereitschaft hierzu den italienischen Olympia-Veranstaltern „schon vor Monaten“ angedeutet.
Nicht nur diese Entwicklung sorgt bereits einige Zeit vor Beginn der Spiele für Aufruhr: Bei Olympia 2026 wird auch ein beliebter Wettkampf gestrichen – zum Unmut einiger Skisprungstars. (wuc/dpa)
