Warum Sacha Boey beim FC Bayern wieder ein heißer Abschiedskandidat ist
VonPeter Grad
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Anderthalb Jahre galt Sacha Boey beim FC Bayern als ein großer Transferflop. Das änderte sich zu Beginn der laufenden Saison - und ist seit zwei Monaten wieder Thema.
München - Der 25-jährige Sacha Boey ist beim FC Bayern sportlich erneut völlig aus dem Blickfeld verschwunden. Die letzten Pflichtspielminuten des französischen Rechtsverteidigers liegen bereits fast zwei Monate zurück – und aktuell deutet einiges darauf hin, dass er kein einziges Spiel mehr für den Rekordmeister bestreiten wird.
Zum letzten Mal stand Boey am 1. November beim 3:0-Heimsieg über Vizemeister Bayer Leverkusen für 15 Minuten für den FC Bayern auf dem Platz. Dies war sein neuntes Bundesligaspiel in Serie und auch in Supercup, DFB-Pokal und Champions League hatte er bis dahin fleißig Spielminuten gesammelt. Seitdem lässt ihn Bayern-Trainer Vincent Kompany jedoch links liegen.
Boeys Verstoß gegen die goldenen Prinzipien seines Bayern-Trainers Kompany
Zunächst saß der 25-Jährige bei sämtlichen Pflichtpartien auf der Bank, lief sich regelmäßig warm – eingewechselt wurde er jedoch kein einziges Mal mehr. Seit Anfang Dezember fehlte Boey offiziell krankheitsbedingt. Für diese Negativentwicklung soll es laut Informationen der Abendzeitung in München einen sehr triftigen Grund geben.
FCB-Chefcoach Vincent Kompany, ein großer Verfechter von Teamspirit und Disziplin, soll mit Boeys Einstellung in zunehmendem Maße unzufrieden geworden sein. Einmal habe sich der Franzose beispielsweise vor einer geplanten Einwechslung zu lange für das Umziehen Zeit gelassen. Der Belgier soll darüber sehr verärgert gewesen sein und hat den Wechsel daraufhin kurzfristig gestrichen. Seitdem spielt Boey unter ihm keine Rolle mehr.
Wieder ein neuer im Vorstand – Der ereignisreiche Bayern-Umbruch der letzten Jahre
So darf Boey laut AZ-Angaben den Rekordmeister im Winter verlassen. Eine Trennung soll nun sogar aktiv angestrebt werden. Bereits im Sommer war nach Abnehmern gesucht worden. An der Säbener Straße wird man dem Franzosen keine Steine in den Weg legen, sobald ein passendes Angebot eingeht. So gilt trotz zwischenzeitlicher Besserung nun wieder, was sehr schnell die Runde gemacht hatte: Der Transfer ist ein gewaltiges Missverständnis, der Spieler hat in München sportlich nie richtig funktioniert.
Aufgrund von personellen Engpässen in der FCB-Defensive war Boey Ende Januar 2024 für 30 Millionen Euro von Galatasaray Istanbul verpflichtet worden. Schon damals kam er unter Thomas Tuchel kaum zum Einsatz, vor allem weil ihn zahlreiche Verletzungen ausbremsten. Nachdem ihm das Verletzungspech zunächst auch unter Kompany treu geblieben war, schien er sich seit der Klub-WM in den USA in der Münchner Startruppe vermehrt einbringen zu können.
Dabei profitierte er zu Saisonbeginn von den langfristigen Verletzungen von Alphonso Davies und Hiroki Ito, Adam Aznou verließ den Verein und auch Josip Stanišić fiel kurzfristig erneut verletzt aus. So absolvierte Boey seit Sommer 14 Pflichtspiele und stand dabei sechsmal in der Startelf. Trotz eines zwischenzeitlichen Lobes seines Trainers, der Boey sogar öffentlich als positives Beispiel für die Geduld bei Ersatzspielern bezeichnete, kippte nun seine Rolle erneut ins Negative.
Zahlreiche Verletzungsausfälle verschaffen Boey einige Einsätze
Ein Winterwechsel gilt inzwischen als realistisches Szenario. Die FCB-Verantwortlichen wären angeblich dazu bereit, den früheren französischen U-Nationalspieler bei einer Ablöse zwischen 15 und 20 Millionen Euro ziehen zu lassen. Das ist mittlerweile durchaus als sehr ambitioniert zu sehen, beträgt sein Marktwert laut dem Portal Transfermarkt mittlerweile nur noch 15 Millionen Euro.
Dennoch wurde Crystal Palace zuletzt als heißer Interessent gehandelt. Der Premier-League-Klub sucht Verstärkung auf der rechten Abwehrseite und beide Seiten könnten bei dem Transfer von alten Seilschaften profitieren: FCB-Sportdirektor Christoph Freund pflegt seit gemeinsamen Zeiten bei RB Salzburg ein enges Verhältnis zu Palace-Trainer Oliver Glasner. Vieles spricht derzeit dafür, dass sich die Wege von Boey und dem FC Bayern schon in diesem Winter trennen.