Was wird aus dem Ex-Bayern-Trainer?

„Sehr gute Chance“ bei „Top-Verein“: Adler rät Nagelsmann zu England-Klub

  • schließen

Die Zukunft von Julian Nagelsmann ist nach wie vor ungeklärt. Der ehemalige Nationaltorhüter René Adler rät ihn zu einem Wechsel nach England.

London – Mehrere Monate lang geisterte der Name Harry Kane durch München. Der englische Topstürmer wäre möglicherweise eine Lösung für den FC Bayern gewesen, schließlich sucht man dort immer noch nach einem klassischen Top-Mittelstürmer. Vor allem zu Zeiten, als Julian Nagelsmann noch Trainer war, war das Thema heiß. Mittlerweile soll Kane von der Liste gestrichen worden sein. Kommt es aber vielleicht andersherum zu einer Zusammenarbeit zwischen dem Engländer und Nagelsmann?

Julian Nagelsmann
Geboren:23. Juli 1987 (Alter 35 Jahre), Landsberg am Lech
Stationen (u. a.):TSG Hoffenheim, RB Leipzig, FC Bayern München
Erfolge: Deutscher Meister, Deutscher Superpokalsieger

Zukunft von Julian Nagelsmann weitehrin unklar

Der geschasste Bayern-Trainer hat nach wie vor keine Entscheidung über seine sportliche Zukunft getroffen. Zuletzt kaufte Nagelsmann ein Grundstück am Tegernsee, seine Freundin Lena Wurzenberger trat ihren geplanten Job bei BMW nicht an. Aktuell macht es den Anschein, als wolle sich der Münchner Meistertrainer der Vor-Saison erst einmal erholen – und in Ruhe den Markt nach neuen, interessanten Aufgaben sondieren.

Unmittelbar nach seinem Rauswurf, bei dem Oliver Kahn immer noch eine Gegebenheit stört, wurden schnell Gerüchte laut, dass es Nagelsmann nach England ziehen könne. Vor allem in London könne man fähige Trainer gebrauchen, hieß es. Bei Chelsea und bei Tottenham herrscht derzeit immer noch Bedarf. Frank Lampard ist bei den Blues nur eine Übergangslösung bis zum Sommer, ebenso Conte-Nachfolger Ryan Mason bei den Spurs. Der ehemalige Nationaltorhüter und jetzige Premier-League-Experte für Sky, René Adler, hat einen Rat für Nagelsmann – und der führt ihn in den Norden der britischen Metropole.

Wechsel zum Sechsten der Premier League? Adler-Tipp für Nagelsmann: „Sehr gute Chance“ bei „Top-Verein“

„Tottenham wäre für Nagelsmann eine sehr gute Chance: Top-Verein, Top-Infrastruktur mit Stadion und Trainingsgelände, dazu finanzielle Möglichkeiten für einen Neuaufbau, auch ohne Königsklasse“, erklärte der ehemalige Keeper, der in der Bundesliga für Leverkusen, den HSV und Mainz spielte, im Interview mit dem kicker (Ausgabe vom 11. Mai).

„Man hatte zuletzt defensiv denkende Trainer, bot teilweise destruktiven Fußball. Das ließ sich kaschieren, solange die Ergebnisse gestimmt haben, wirklich Spaß gemacht hat es keinem. Wenn aber jetzt Nagelsmann käme, einer, der offensiv spielen lässt, der Ballbesitz will, würde das eine Aufbruchstimmung entfachen.“

René Adler könnte sich Julian Nagelsmann gut bei Tottenham vorstellen.

Nagelsmann ein Thema in der Premier League: Wartet er noch auf das internationale Geschäft?

Nagelsmann soll Chelsea schon abgesagt haben, rund um Tottenham war es zuletzt ebenfalls still geworden – von einem Korb für die Lilywhites war aber nichts zu hören. Die Spurs sind in der Premier League aktuell nur Sechster, drei Spieltage vor Schluss steht man auf einem Platz, der auf den ersten Blick nicht für die Europapokal-Qualifikation reicht.

Weil aber beide Manchester-Klubs im FA-Cup-Finale stehen und in der Liga höchstwahrscheinlich unter den Top Vier und damit in der Champions League landen, wird der durch den Pokalsieg erreichte Startplatz für die Europa League in der Liga weitergegeben. Somit könnte Tottenham am Ende immerhin noch in der Europa League spielen – wenn man nicht noch von Brighton (zwei Spiele und zwei Punkte weniger, Stand: 12. Mai) abgefangen wird.

Fußballstar und Sprachgenie: Diese Spieler können sich in etlichen Ländern verständigen

Mateo Kovacic (FC Chelsea), fünf Sprachen: Als gebürtiger Österreicher spricht der kroatische Nationalspieler neben Kroatisch auch Deutsch. Zudem hat er Kenntnisse in Spanisch, Englisch und Italienisch vorzuweisen.
Mateo Kovacic (FC Chelsea), fünf Sprachen: Als gebürtiger Österreicher spricht der kroatische Nationalspieler neben Kroatisch auch Deutsch. Zudem hat er Kenntnisse in Spanisch, Englisch und Italienisch vorzuweisen. © Imago / Pro Sports Images
Luís Figo, Karriereende: fünf Sprachen: Der einstige Barça- und Real-Star weiß sich neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch auf Spanisch, Italienisch, Französisch und Englisch zu verständigen.
Luís Figo (Karriereende), fünf Sprachen: Der einstige Barça- und Real-Star weiß sich neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch auf Spanisch, Italienisch, Französisch und Englisch zu verständigen. © Imago / ZUMA Wire
Mikel Arteta (Karriereende), fünf Sprachen: Der heutige Arsenal-Trainer kann sich mit seinen Spielern auf Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch unterhalten.
Mikel Arteta (Karriereende), fünf Sprachen: Der heutige Arsenal-Trainer kann sich mit seinen Spielern auf Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch unterhalten. © Imago / Sportimage
Maxwell, Karriereende: fünf Sprachen: Der einstige Linksverteidiger aus Brasilien, der unter anderem für Ajax und Barcelona spielte, beherrscht neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch Französisch, Niederländisch, Spanisch und Englisch.
Maxwell (Karriereende), fünf Sprachen: Der einstige Linksverteidiger aus Brasilien, der unter anderem für Ajax und Barcelona spielte, beherrscht neben seiner Muttersprache Portugiesisch auch Französisch, Niederländisch, Spanisch und Englisch. © Imago / agefotostock
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), sechs Sprachen: Der deutsche Nationaltorhüter kann nicht nur in seiner Muttersprache kommunizieren: Er spricht fließend Französisch, Englisch, Portugiesisch sowie Spanisch und verfügt über Grundkenntnisse in Italienisch.
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), sechs Sprachen: Der deutsche Nationaltorhüter kann nicht nur in seiner Muttersprache kommunizieren: Er spricht fließend Französisch, Englisch, Portugiesisch sowie Spanisch und verfügt über Grundkenntnisse in Italienisch. © Imago / osnapix
Clarence Seedorf (Karriereende), sechs Sprachen: Der viermalige Champions-League-Sieger spricht Niederländisch, Sranantongo (eine in Suriname gesprochene Kreolsprache), Englisch, Italienisch, Spanisch sowie Portugiesisch.
Clarence Seedorf (Karriereende), sechs Sprachen: Der viermalige Champions-League-Sieger spricht Niederländisch, Sranantongo (eine in Suriname gesprochene Kreolsprache), Englisch, Italienisch, Spanisch sowie Portugiesisch. © Imago / Sportimage
Zlatan Ibrahimovic (AC Mailand), sechs Sprachen: Neben seinen beiden Muttersprachen Schwedisch und Bosnisch spricht „Ibrakadabra“ Italienisch, Spanisch, Englisch und auch ein bisschen Französisch. Und sogar in einigen Formen der Gebärdensprache ist er geübt.
Zlatan Ibrahimovic (AC Mailand), sechs Sprachen: Neben seinen beiden Muttersprachen Schwedisch und Bosnisch spricht „Ibrakadabra“ Italienisch, Spanisch, Englisch und auch ein bisschen Französisch. Und sogar in einigen Formen der Gebärdensprache ist er geübt. © Imago / Independent Photo Agency
Petr Cech (Karriereende), sieben Sprachen: Der ehemalige Weltklasse-Torwart aus Tschechien spricht sogar Deutsch. Außerdem beherrscht er Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Slowakisch und Tschechisch.
Petr Cech (Karriereende), sieben Sprachen: Der ehemalige Weltklasse-Torwart aus Tschechien spricht sogar Deutsch. Außerdem beherrscht er Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Slowakisch und Tschechisch. © Imago / Shutterstock
Gelson Fernandes (Karriereende), sieben Sprachen: Der Schweizer, der einst im Trikot von Eintracht Frankfurt auflief, ist ein echtes Sprachtalent: Er kann sich auf Portugiesisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Kreolisch, Englisch und Spanisch verständigen.
Gelson Fernandes (Karriereende), sieben Sprachen: Der Schweizer, der einst im Trikot von Eintracht Frankfurt auflief, ist ein echtes Sprachtalent: Er kann sich auf Portugiesisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Kreolisch, Englisch und Spanisch verständigen. © Imago / Poolfoto
Miralem Pjanic (Sharjah FC (VAE)), sieben Sprachen: Der Nationalspieler Bosnien und Herzegowinas wuchs in Luxemburg auf und kann sich daher neben Bosnisch auf Luxemburgisch, Französisch und Deutsch unterhalten. Außerdem spricht er Italienisch, Spanisch und Englisch.
Miralem Pjanic (Sharjah FC (VAE)), sieben Sprachen: Der Nationalspieler Bosnien und Herzegowinas wuchs in Luxemburg auf und kann sich daher neben Bosnisch auf Luxemburgisch, Französisch und Deutsch unterhalten. Außerdem spricht er Italienisch, Spanisch und Englisch. © Imago / Newspix
Pa-Modou Kah (Karriereende), acht Sprachen: Der ehemalige Nationalverteidiger Norwegens beherrscht neben Norwegisch Englisch, Französisch, Arabisch, Schwedisch, Niederländisch, Deutsch und aufgrund seiner gambischen Wurzeln auch Wolof (eine westafrikanische Sprache).
Pa-Modou Kah (Karriereende), acht Sprachen: Der ehemalige Nationalverteidiger Norwegens beherrscht neben Norwegisch auch Englisch, Französisch, Arabisch, Schwedisch, Niederländisch, Deutsch und aufgrund seiner gambischen Wurzeln auch Wolof (eine westafrikanische Sprache). © Imago / USA TODAY Network
Henrikh Mkhitaryan (Inter Mailand), acht Sprachen: Der Ex-Dortmunder lässt zwar auf dem Platz eher Taten als Worte sprechen, ist aber auch verbal ein vielseitiger Techniker. Außer seiner Muttersprache Armenisch weiß er sich auf Russisch, Ukrainisch, Französisch, Portugiesisch, Deutsch, Englisch und Italienisch zu verständigen.
Henrikh Mkhitaryan (Inter Mailand), acht Sprachen: Der Ex-Dortmunder lässt zwar auf dem Platz eher Taten als Worte sprechen, ist aber auch verbal ein vielseitiger Techniker. Außer seiner Muttersprache Armenisch weiß er sich auf Russisch, Ukrainisch, Französisch, Portugiesisch, Deutsch, Englisch und Italienisch zu verständigen. © Imago / ZUMA Wire
Romelu Lukaku (Inter Mailand), acht Sprachen: Wie sein armenischer Teamkollege Mkhitaryan ist auch der Belgier ein absolutes Sprachgenie. Er spricht Niederländisch, Französisch, Lingala (eine kongolesische Sprache), Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Deutsch und Spanisch.
Romelu Lukaku (Inter Mailand), acht Sprachen: Wie sein armenischer Teamkollege Mkhitaryan ist auch der Belgier ein absolutes Sprachgenie. Er spricht Niederländisch, Französisch, Lingala (eine kongolesische Sprache), Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Deutsch und Spanisch. © Imago / Gribaudi/ImagePhoto

Julian Nagelsmann und Harry Kane: Bald vereint bei Tottenham?

Eine komplexe Situation. Möglicherweise knüpft Nagelsmann seine Entscheidung an das internationale Geschäft und will deshalb noch abwarten. Ginge es nach Adler, dann würde der ehemalige Bayern-Trainer aber schon bald in London aufschlagen. Auch Ralf Rangnick riet Nagelsmann jüngst zum Tottenham-Wechsel. An der White Hart Lane hätte er mit Kane dann vermutlich die Nummer Neun, die er bei den Bayern, wo er ab Sommer weniger Gehalt bekommt, seit dem Abgang von Robert Lewandowski vermisst hat. (akl)

Rubriklistenbild: © Nico Herbertz / ActionPictures / Imago

Kommentare