„Kampf hat begonnen“: Ter Stegen und Barça stehen vor Schlammschlacht
VonAdrian Kühnel
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Barça-Torwart ter Stegen schafft mit seinem Social-Media-Beitrag offenbar Spannungen im Verein. Die Zusammenarbeit steht vor einem trüben Ende.
Barcelona – Marc-André ter Stegen hat mit einer öffentlichen Mitteilung über seine bevorstehende Rückenoperation offenbar für Spannungen beim FC Barcelona gesorgt. Die Vereinsführung zeigt sich nach Angaben der katalanischen Zeitung Sport unzufrieden mit der Art und Weise, wie der 33-Jährige Details zu seiner Verletzung preisgegeben hat.
In seinem Social-Media-Post teilte ter Stegen nicht nur die Notwendigkeit einer erneuten Rückenoperation mit, sondern gab auch eine konkrete Zeitangabe zu seiner erwarteten Absenz bekannt.
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Kontroverse um Verletzungsangaben von Marc-André ter Stegen
Der deutsche Nationaltorhüter erklärte, dass die Ärzte von einer etwa dreimonatigen Rehabilitationszeit ausgehen, um Risiken zu minimieren. Diese selbstständige Kommunikation stößt intern dem Vernehmen nach auf Kritik.
Denn die präzise Angabe ter Stegens könnten Barcelona in eine schwierige Lage bringen. Nach den Regularien der spanischen Liga haben Vereine die Möglichkeit, bei langwierigen Verletzungen ihrer Spieler 80 Prozent des entsprechenden Gehalts für neue Registrierungen zu nutzen. Diese Regelung greift jedoch erst bei Ausfallzeiten von mindestens vier Monaten.
Barça hatte diese Regelung bereits in der vergangenen Saison erfolgreich angewendet, als nach Andreas Christensens längerfristiger Verletzung Dani Olmo registriert werden konnte. Durch Ter Stegens öffentliche Aussage über eine nur dreimonatige Ausfallzeit könnte diese Option nun wegfallen.
Eigenständige Kommunikation sorgt wohl für Verstimmung in Barcelona
Während Ter Stegen detaillierte Informationen über seine Verletzung und Heilungsdauer veröffentlichte, hielt sich der Verein bei seiner später folgenden offiziellen Mitteilung deutlich bedeckter. Barcelona verzichtete bewusst auf konkrete Zeitangaben und beschränkte sich auf die reine Bestätigung der anstehenden Operation.
Registrierungsproblematik als Dauerthema beim FC Barcelona
Welche Bedeutung die Liga-Verantwortlichen ter Stegens öffentlichen Aussagen bei der Bewertung der Verletzungsschwere beimessen werden, bleibt abzuwarten. Die medizinische Kommission der Liga wird letztendlich über die Klassifizierung der Verletzung und damit über mögliche Registrierungsoptionen entscheiden.
Der Vorfall verdeutlicht die angespannte Atmosphäre zwischen ter Stegen und der Vereinsführung. Die unterschiedlichen Kommunikationsansätze zeigen, dass zwischen Spieler und Klub nicht immer Einvernehmen über die Öffentlichkeitsarbeit herrscht.
Die Situation um Ter Stegens Instagram-Post illustriert, wie moderne Social-Media-Kommunikation von Spielern ungewollte finanzielle und strategische Konsequenzen für ihre Vereine haben kann.
Ter Stegen oder FC Barcelona: Gibt es überhaupt einen Gewinner?
Für David Sánchez, Reporter der spanischen Sportzeitung Marca, ist derweil klar: „Der Krieg (zwischen Ter Stegen und dem FC Barcelona; Anm. d. Red.) ist erklärt, der Kampf hat begonnen.“
Die Frage sei laut Sánchez nur, wer am Ende mehr verliert. „Ich verstehe vollkommen, dass der deutsche Torwart sauer ist. Und was passiert, wenn man sauer ist? Man tut alles, um den Gegner zu ärgern“, so Sánchez.
Ter Stegen fällt nun mindestens drei Monate aus, ein Abgang aus Barcelona rückt vorerst in weite Ferne. Ein Beweis dafür: Manchester City, zuletzt von der spanischen Sportzeitung AS als Ter-Stegen-Interessent gehandelt, holt laut The Athletic Torhüter James Trafford vom FC Burnley für 31 Millionen Euro zurück. Außerdem soll ManCitys jahrelanger Stammkeeper Ederson jetzt doch bleiben.