Der FC Bayern erleidet in Rotterdam eine Niederlage. Harry Kane bleibt erneut unauffällig. Die Ursachen für seine schwache Performance scheinen nicht neu zu sein.
Rotterdam/München – Welch ein gebrauchter Abend für den FC Bayern!
Als wäre das Wetter in Rotterdam mit Temperaturen knapp über Null und durchnässendem Regen nicht schon schlimm genug gewesen, setzte es für die Elf von Trainer Vincent Kompany bei Feyenoord eine bittere 0:3-Niederlage.
FC Bayern geht in Rotterdam baden: Kane vergibt Mega-Chance
Dabei hätte doch alles anders laufen können, wenn die Bayern im „De Kuip“ einen Sieg eingefahren hätten. Doch selbst 30 Torschüsse reichten den Münchnern nicht, um auch nur einen Treffer zu erzielen. Dementsprechend bedient äußerte sich auch CEO Jan-Christian Dreesen beim nächsten Bankett: „Ich habe in der 70. Minute mal geguckt: Wir hatten 27:4 Torschüsse. Das Problem ist halt: Wenn du draufschießt und der Ball nicht drin ist, hilft es nix“.
Die Chancenverwertung bei der Kompany-Elf passt 2025 noch nicht. Sinnbildlich: Die Möglichkeit von Harry Kane in der 42. Minute, bei der der Engländer (tz-Note 5) am Fünfmeterraum mit seinem vierten (!) Ballkontakt nahezu unbedrängt zum Abschluss kam, aber lediglich Rotterdam-Keeper und Geburtstagskind Justin Bijlow quasi auf der Flucht erschoss.
Nun verbietet es sich eigentlich, einen Spieler zu kritisieren, der in 48 Bundesligaspielen 52 Treffer und in 50 Champions-League-Partien schon 34 Tore erzielte. Doch Fakt ist auch: Kanes letzter Treffer aus dem Spiel heraus resultiert vom 22. November. In der Königsklasse ist sein letzter Torerfolg noch vier Wochen länger her (23. Oktober). Kane in der Krise?
Schaut man sich die Statistiken des Engländers an und hört sich ein wenig auf der Insel um, kommt man zu einer kuriosen Erkenntnis. Bereits nach seiner ersten Winterpause in der Saison 23/24 benötigte Kane einige Wochen, um wieder in Form zu kommen.
Allerdings hatte er die Leistungsdelle damals nicht exklusiv, sondern betraf die gesamte Mannschaft. In England hat er den Ruf weg, im August keine Tore zu erzielen. Rein statistisch gesehen stimmt das nicht ganz, doch eine gewisse Tendenz ist zu erkennen.
Offenbar kommt der Kapitän der Three Lions nach längeren Pausen erst schwer in Tritt. Wie eine Dampflok, die sich erst langsam, dafür dann aber unaufhaltsam ihren Weg bahnt. Eine Erklärung, warum der 31-Jährige in fast jedem Spiel über 90 Minuten auf dem Platz steht. Kane braucht einfach seinen Rhythmus!
Harry Kanes Vorgänger: Legendäre Neuner des FC Bayern München
Harry Kane bekommt sofort die Chance zur Wiedergutmachung
Insofern kann sich der FC Bayern glücklich schätzen, dass es nach dem Fiasko von Rotterdam bereits am Samstag beim SC Freiburg und am kommenden Mittwoch zu Hause in der Allianz Arena gegen Slovan Bratislava wieder weitergeht. Nicht mit dabei sein wird Alphonso Davies, der in Rotterdam verletzt rausmusste.
Und vielleicht lässt sich so auch den wahrscheinlichen CL-Playoffs im Februar etwas Positives abgewinnen. Zumindest aus Sicht von Harry Kane. (smk)